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Montag, 06.04.2020

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Fürther Kirchweih wird nicht angetastet

Der Wochenmarkt kann nicht eingebunden werden - 23.02.2020 10:00 Uhr

Beliebt, aber nach Ansicht der Fachleute in keiner Weise integrierbar: Der Wochenmarkt muss auch künftig während der Kärwazeit weichen. © Foto: Wolfgang Händel


Gelungen fanden viele Fürther den neuen Wochenmarkt am Rande der Freiheit nach seinem Start im Mai 2019, sehr gelungen sogar. Und immer mehr von ihnen fragten sich: Warum noch mal soll er jetzt jedes Jahr während der Kärwazeit verschwinden, warum sollen die Buden mit beträchtlichem Aufwand und mit Kosten von stolzen 50 000 Euro demontiert werden? Könnte man sie nicht einfach ins Kirchweihtreiben einbinden?

Wie das in der Politik oft so ist: Je öfter die Botschaft ins Rathaus drang desto mehr fand sie Beachtung – entgegen dem, was man zuvor als gesetzt verkündet hatte: dass die Buden definitiv für einige Wochen des Jahres verschwinden müssen, dass man sie ja eigens deshalb aufwendig in Containerform hatte konstruieren lassen.

Oberbürgermeister Thomas Jung selbst machte sich dafür stark, noch einmal prüfen zu lassen, ob nicht wenigstens die Gastro-Stände des Wochenmarkts an Ort und Stelle bleiben können – nun liegt das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vor.

In ihr gelangt das zuständige Fürther Marktamt zu dem klaren Ergebnis: Es sei zwar wegen des großen Erfolgs des Wochenmarkts "nachvollziehbar", dass der Wunsch einer Integration aufkommt – die Nachteile aber würden die Vorteile bei weitem überwiegen.

Unter anderem würde durch sie das "gesamte Grundkonzept" der Michaelis-Kirchweih optisch durchbrochen; zudem sei aus wettbewerbsrechtlichen Gründen zu prüfen, ob sich die Marktkaufleute gesondert um eine Kirchweihpräsenz bewerben müssten. Und: Selbst bei einer Integration müsse man Module versetzen, um den Anforderungen des Kirchweih-Sicherheitskonzepts zu genügen – mit der Folge, dass die Anschlüsse für Wasser und Energie nicht mehr nutzbar wären.

"Massive Einschnitte"

Vor allem aber warnt das Marktamt vor den "massiven Einschnitten" für die betroffenen Kärwa-Stammbeschicker, die "anderweitig untergebracht werden müssen". Ersatzflächen, insbesondere für die Gastro-Betriebe, seien "aktuell nicht vorhanden", mit "erheblichen juristischen Auseinandersetzungen" für die Stadt sei deshalb zu rechnen. Man darf annehmen, dass auch die Schausteller-Lobby, die sich auf FN-Anfrage bereits entschieden in Stellung gebracht hatte, daran keinen Zweifel ließ.

Seine Behörde habe sämtliche Aspekte "seriös geprüft", beteuerte Wirtschaftsreferent Horst Müller nun bei der Vorstellung der Studie im Stadtrat, der sie widerspruchslos zur Kenntnis nahm. Dass sich in einer Online-Umfrage unserer Zeitung eine Mehrheit für die Einbindung des Markts in die Kirchweih ausgesprochen hat, freue ihn zwar, so Müller – belege es doch dessen große Akzeptanz in der Bevölkerung.

Nach "sorgfältiger Abwägung" indes müsse man die Überlegungen verwerfen. Selbst die "harmloseste Variante" hätte einen beträchtlichen Umbau des Kärwa-Betriebs zur Folge; das halte er "nicht für sinnvoll".

Dem beugte sich auch der OB. "Eine andere Lösung wäre mir zwar sympathischer gewesen", gestand Jung – doch die Faktenlage sei "eindeutig".

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