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Fürther Klinikum hilft bei der Hebammen-Suche

Neue Anlaufstelle kommt — Nicht nur die Eltern sollen profitieren - 05.03.2019 16:32 Uhr

Im Freistaat Bayern fehlen Hebammen. Die neue Koordinationsstelle, die im April loslegt, soll werdenden Eltern helfen, Unterstützung zu bekommen. © Foto: Uli Deck/dpa


Für Eltern kann es inzwischen schwierig sein, eine Hebamme zu finden. Denn: Die Zahl der Geburten ist in Bayern in den vergangenen fünf Jahren um rund 15 Prozent gestiegen – zugleich gibt es immer weniger Hebammen. Nach einer Studie arbeitet über die Hälfte der angestellten und freiberuflichen Hebammen in Teilzeit; über die Hälfte erwägt, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Gründe sind vor allem die hohe Arbeitsbelastung und die schlechten Arbeitsbedingungen. Viele freiberufliche Hebammen haben sich deshalb – und wegen hoher Haftpflichtprämien – von ihrem eigentlichen Berufsziel, der Geburtshilfe, verabschiedet; sie konzentrieren sich auf die Vor- und Nachsorge.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml sucht angesichts des Mangels zusammen mit Ärztekammern, Krankenkassen, kommunalen Spitzenverbänden und dem Bayerischen Hebammenverband nach Lösungen. Das "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" soll dabei ebenso helfen wie der Hebammenbonus von jährlich 1000 Euro, den Freiberuflerinnen unter bestimmten Voraussetzungen beantragen können.

Auch die neue Koordinationsstelle in Fürth wird im Rahmen des "Zukunftsprogramms Geburtshilfe" vom Freistaat gefördert. Sinn und Zweck ist es, den Service für Schwangere und Eltern in der Vor- und Nachsorge zu optimieren und Hebammen zu entlasten. Angehende und junge Eltern sollen so leichter Kontakt zu Hebammen in ihrer Nähe bekommen, die für die Wochenbettbetreuung infrage kommen und die Geburtsvorbereitungs-, Rückbildungsgymnastik- und andere Kurse anbieten. Zugleich könnten Hebammen davon profitieren, dass die Koordinationsstelle für Vertretungen im Urlaubs- oder Krankheitsfall sorgt, Fortbildungen organisiert und freiberufliche sowie am Klinikum angestellte Hebammen besser als bisher vernetzt.

Welche Wünsche gibt es?

Es sei ihr ein "großes Anliegen", betonte Sabine Fiedler, Projektleiterin am Klinikum, dass viele Hebammen mit von der Partie sind, wenn sie nach dem Startschuss im April zu einem ersten runden Tisch eingeladen werden. So könnten sie ihre Wünsche und Bedürfnisse geltend machen, schließlich solle niemandem etwas übergestülpt werden. Bürgermeister Markus Braun begrüßt die Koordinationsstelle als "wichtiges Vorhaben".

Wie Fiedler auf FN-Nachfrage sagte, erhält die Anlaufstelle vom Freistaat bis zu 40 Euro pro Kind, das das Licht der Welt im Klinikum erblickt. Das Vorhaben sei zunächst befristet auf drei Jahre. Zurzeit werden zwei Teilzeitkräfte gesucht.

Wie viele Hebammen es in Stadt und Landkreis Fürth gibt, konnte Fiedler nicht sagen. Man verschaffe sich gerade einen Überblick. Grundsätzlich aber sei das Angebot wie überall in Bayern "sehr limitiert".

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte auf Nachfrage, für das "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" seien rund 4,5 Millionen Euro fürs laufende Jahr geplant. Nicht nur in Fürth entsteht zurzeit eine Koordinierungsstelle: Eine vergleichbare Stelle werde auch in Erlangen eingerichtet. Viele weitere Kommunen haben ebenfalls Fördermittel beantragt.

Ministerin Huml betonte im Herbst 2018, als sie das Programm vorstellte: "Mir ist wichtig, dass alle Mütter in Bayern die Betreuung durch Hebammen bekommen, die sie brauchen." 

Birgit Heidingsfelder

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