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Fürther Klinikum plant Modernisierung

Planungen reichen bis zum Jahr 2030 — Neue OP-Säle und mehr Aufzüge benötigt — 39 000 Patienten pro Jahr - 27.01.2016 06:00 Uhr

Das Klinikum braucht mehr Intensiv- und Überwachungsbetten wie in der Station 08, die im Oktober 2015 eingeweiht worden ist. Unser Bild zeigt, wie Krankenpflegerin Heidrun Fleischmann einen Monitor bedient. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Bei einem Pressegespräch sagte Krappmann, das Klinikum müsse nach und nach saniert werden. „Wir runden damit unser Leistungsspektrum ab, sorgen aber auch für eine qualitativ bessere Unterbringung der Patienten, denn viele Gebäude sind in die Jahre gekommen.“

Erforderlich werden Sanierungsmaßnahmen im Alt- und Neubaubereich. So ist der denkmalgeschützte Altbau aus den 1930er Jahren zwar in den 90ern saniert worden, doch sind beispielsweise die Sanitärräume der Patientenzimmer gut 20 Jahre später „nicht mehr in einem zeitgemäßen Zustand“. Im dahinter liegenden „Neubau“ wiederum, dem Ende der 1980er Jahre errichteten Haupthaus, wo sich seit 2013 die neue Zentrale Notaufnahme befindet, „sind die Nasszellen so beengt, dass Patienten dort unmöglich von Pflegekräften unterstützt werden können“.

Ein weiterer Dorn im Auge ist Krappmann die Infrastruktur im Haus. Nicht nur, dass es zu wenige Personen- und Materialaufzüge gebe. Unschön sei auch, dass auf dem internen Hauptverkehrsweg, einem langen Gang an der Rückseite des Altbaus, Patienten im Bett transportiert würden, dort aber auch viele Besucher unterwegs seien. „Das stört die Intimsphäre“, findet der Chef und hofft, dass sich beides entkoppeln lässt.

Vorrang aber haben andere Projekte. „Klar ist, dass wir neue Operationssäle brauchen.“ Gebraucht würden ferner zusätzliche Intensiv- und so genannte Überwachungsbetten. Auch Letztere benötigten wegen der Ausstattung mit Monitoren und anderer Technik mehr Raum als normale Betten. Für die Planung des ersten Bauabschnitts, der die Neuerungen im OP-Bereich umfassen soll, und für die Gesamtplanung wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

Unterdessen laufen die Vorarbeiten für den Bau der neuen Psychiatrischen Klinik. Das 100-Betten-Haus errichtet der Bezirk, wie berichtet, anstelle der früheren Kinderklinik. Bagger sind schon angerückt, Abbrucharbeiten im Inneren in vollem Gang. In Kürze soll der Altbau abgerissen werden, die Bauzeit ist auf drei Jahre veranschlagt.

Zahl der Betten erhöht

Angesichts der älter werdenden Gesellschaft und des Versorgungsauftrags, den ein kommunales Klinikum in einer Wachstumsregion wie der Stadt und dem Landkreis Fürth habe, „müssen wir das Klinikum fit halten“, sagte Oberbürgermeister Thomas Jung beim Pressetermin. Daran, dass sich das Gelände bis 2030 in eine Großbaustelle verwandeln werde, komme man also nicht vorbei. Der OB zeigte sich jedoch erleichtert darüber, dass die Stadt dank staatlicher Förderung nur einen Bruchteil der 100 Millionen wird stemmen müssen. Die Belastungen für Patienten und Besucher jedenfalls werde man, versprach Krappmann, auf ein Minimum reduzieren.

Nach der aktuellen Geschäftsbilanz hat das Klinikum 2014 einen Gewinn von 530 000 Euro ausgewiesen. Die Betriebserträge lagen mit 139 Millionen Euro über dem Ergebnis von 2013 (134 Mio.). Stationär behandelt werden immer mehr Patienten, 2014 über 39 000. Eine Folge waren Mehrausgaben fürs Personal, nämlich 88 Millionen Euro (2013: 82 Mio.). Erhöht wurde aber auch die Zahl der Betten, von 706 auf 742. Bis 2030 sollen es tausend werden. Hinzu kommt, dass das Haus von Jahr zu Jahr mehr Patienten ambulant versorgt, zuletzt 57 000.

In Kürze weitet das Klinikum sein Leistungsspektrum bei der Erkennung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen aus. Es richtet dafür gerade einen zweiten hochmodernen Herzkathetermessplatz ein und hat eine Spezialistin für Rhythmologie engagiert. Wegen steigender Behandlungszahlen in der Neurologie soll Mitte des Jahres für 1,5 Millionen Euro außerdem ein zweiter Magnetresonanztomograph an den Start gehen.

Birgit Heidingsfelder

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