Fürther Millionenprojekt: Regnitzbrücke verbindet zwei Stadtteile

22.4.2020, 16:00 Uhr
Blick auf die Großbaustelle: Die Stahlelemente der Brücke liegen bereit und sollen Anfang Juni an ihren Platz gehoben werden.

Blick auf die Großbaustelle: Die Stahlelemente der Brücke liegen bereit und sollen Anfang Juni an ihren Platz gehoben werden. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Sie ist sicher nicht Fürths größte Baustelle und auch nicht die auffälligste. Doch ihre Auswirkung auf die künftige Mobilität könnte groß sein: Im Norden der Stadt entsteht neben der Bahnlinie gerade eine neue Brücke über die Regnitz, die nur dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten sein wird. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise kommen die Bauarbeiten gut voran.

"Wir liegen zu weiten Teilen im Takt", sagt Hans Pösl, Leiter des Tiefbauamts. Zwar verbiete sich "der Blick in die Glaskugel", aber nach derzeitigem Stand geht er davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. "Ende des Jahres wollen wir fertig sein."

Dann wird eines der ambitioniertesten Bauprojekte abgeschlossen, das die Stadt jemals für den unmotorisierten Verkehr in die Wege geleitet hat. Das spiegeln allein Kosten und Dimensionen wider: Auf 6,3 Millionen Euro beziffert Pösl die Investition, alleine 5,4 Millionen werden für die Brückenkonstruktion aus Stahl aufgewendet. Sie wird, 83 Meter lang, die Regnitz südlich der Bahnlinie nach Bamberg überspannen.

Damit werden die Stadtteile Eigenes Heim und Stadeln spürbar zusammenrücken. Schließlich werden mit der neuen Verbindung lange Umwege – die zu Fuß oder auf dem Rad ja noch deutlich unangenehmer sind als mit dem Auto – der Vergangenheit angehören. Am östlichen Ufer reicht bereits jetzt mit der Begonienstraße und ihrer nördlichen Verlängerung als Fahrradweg eine ausgebaute Trasse bis an die Baustelle, die hier lediglich aus einem der beiden fertiggestellten Beton-Widerlager besteht.

Deutlich mehr zu sehen gibt es auf dem westlichen Regnitzufer. Hier, unterhalb der Bahnbrücke, reihen sich einige Baucontainer aneinander und die Stahlelemente der Brücke stehen ebenfalls bereit. "Anfang Juni sollen sie mit zwei Autokränen eingehoben werden", erläutert Hans Pösl die Pläne. Stets unter dem Vorbehalt, dass es keine unvorhergesehenen Baupausen geben wird. "Die beteiligten Firmen und ihre Subunternehmer beschäftigen ja zum Teil Arbeiter aus Osteuropa."

Wegen der weitgehend geschlossenen Grenzen innerhalb der EU ist das Risiko von Personalengpässen also nicht von der Hand zu weisen. Sitzt die Brückenkonstruktion auf ihren Lagern auf beiden Ufern, folgen die etwas weniger anspruchsvollen Arbeiten.

Bislang nur ein Betriebsweg

Bodenplatten werden auf dem Steg verlegt, Rampen aufgeschüttet und schließlich wird die derzeitige Baustellenzufahrt nördlich der Bahnlinie über mehrere hundert Meter bis hin zur Vacher Straße zu einem bequemen Radweg ausgebaut. Bislang war diese Schotterpiste ein Betriebsweg der Deutschen Bahn. Dessen Umwidmung in einen öffentlichen Fuß- und Radweg hat der Verkehrskonzern laut Pösl zugestimmt – das ist insoweit erwähnenswert, weil in Fürth schließlich nicht immer alles im Einvernehmen mit der Bahn abläuft.

Die S-Bahnbrücke, unter der gerade der neue Radsteg errichtet wird, wartet wegen der Auseinandersetzungen um den Verschwenk ja seit Jahren darauf, dass auf ihr Gleise verlegt werden und Züge verkehren.

Keine Kommentare