Lebensmittel-Verschwendung

Fürther Schüler mahnen: Wegwerfen verboten!

Hans-Joachim Winckler
Hans-Joachim Winckler

Redaktion Fürth

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28.11.2021, 16:00 Uhr
Schaut nicht mehr super aus, riecht aber gut und schmeckt gut: Elif und ihre Mitschüler wissen schon sehr genau, wie man mit Lebensmitteln umgeht.

Schaut nicht mehr super aus, riecht aber gut und schmeckt gut: Elif und ihre Mitschüler wissen schon sehr genau, wie man mit Lebensmitteln umgeht. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Zugegeben, besonders appetitlich sehen die braunen Bananen, die Sarah Böhm in die Klasse 2a der Frauenschule mitgebracht hat, nicht aus – doch probieren lohnt sich, wie Elif und ihre Banknachbarin Selay schnell feststellen. Schließlich haben sie in den vergangenen Wochen schon viel gelernt über den richtigen Umgang mit unseren Lebensmitteln.

In zehn Unterrichtseinheiten bekamen zwei zweite Klassen der Grundschule den Weg von Lebensmitteln entlang der Wertschöpfungskette erklärt; sie erfuhren, wie Lebensmittelabfälle entstehen und wie sie ganz leicht vermieden werden können.

Dazu gehört der Check mit allen Sinnen: anschauen, riechen, schmecken. Nahrungsmittel mit grünen Schimmelflecken – klar – gehören gleich in den Müll. Aber so eine braune Banane eben nicht, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht mehr so toll aussieht. Jedes Kind bekommt eine halbe Frucht und macht sogleich den Riechtest: bestanden. Und auch der Geschmack passt.

Anhand der Banane erläutert Sarah Böhm, Ernährungsexpertin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), dann auch, wie sich die Menge der aussortierten Lebensmittel leicht reduzieren ließe. "Jeder Deutsche wirft im Jahr Lebensmittel im Wert von 230 Euro weg, das sind zwei Einkaufswägen voll." Würde jeder einzelne täglich 60 Gramm – soviel wiegt etwa eine halbe Banane – weniger in den Müll befördern, ließe sich die Menge bereits auf einen Einkaufswagen reduzieren.

Aktuell gehen jährlich in der Bundesrepublik 13 Millionen Tonnen verloren, ein Großteil davon wäre vermeidbar. Darum hat das AELF auch das Projekt "Wir sind Lebensmittelfreunde" gestartet und spricht damit gezielt Grundschulen der zweiten und dritten Klassenstufe an.

Bei der Abschlussveranstaltung in der Klasse 2a können die Buben und Mädchen ihr Wissen unter Beweis stellen. Dazu gehört auch, dass ein Joghurt mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch prima schmeckt. Zum Lohn gibt es am Ende des Projekts einen Lebensmittelretter-Führerschein.

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