Fürther Stadtfest: Änderungen stehen an

26.4.2010, 00:00 Uhr
In der Fußgängerzone knotet eine Gauklerin bunte Figuren aus Luftballons. Das Publikum nimmt die Kreationen gerne entgegen. Mit solchen Aktionen steigert der Handel den Unterhaltungswert des Einkaufsbummels.

In der Fußgängerzone knotet eine Gauklerin bunte Figuren aus Luftballons. Das Publikum nimmt die Kreationen gerne entgegen. Mit solchen Aktionen steigert der Handel den Unterhaltungswert des Einkaufsbummels. © Hans-Joachim Winckler

Denn Stadtmarketing-Geschäftsführer Thomas Schier denkt gemeinsam mit den Geschäftsleuten über eine Verlängerung nach. Zum langen Einkaufssamstag könnte demnach entweder einen Einkaufsabend bis 22 Uhr am Freitag davor hinzukommen oder ein verkaufsoffener Sonntag. In dem Fall würde einer der vier verkaufsoffenen Sonntage pro Jahr auf den Tag nach dem Stadtfest verlegt. Hintergrund der Überlegungen ist, dass sich der Aufwand schließlich lohnen soll.

Am Geld liegt es nicht, denn die rund 8000 Euro teure Veranstaltung wird weitgehend durch Sponsoren finanziert. Es geht vielmehr darum, das Publikum noch länger an die Fürther Geschäftswelt zu binden. Die wirtschaftliche Situation ist alles andere als rosig. Deshalb gilt es, jede Möglichkeit zur Umsatzsteigerung zu nutzen. Und dass es nicht mehr damit getan ist, einfach nur den Laden aufzusperren, wissen die Händler aus Erfahrung. »Der Kunde will etwas Besonderes geboten bekommen«, sagt Gerd Wagner, Geschäftsführer bei Kunstgewerbe Staudt.

Nicht ausgereizt

Gaudi im City-Center, Gaukler in der Fußgängerzone, Kinderspiele am Grünen Markt, Livemusik in der Gustavstraße, spektakuläre Abseilaktionen am Rathausturm, Rabattaktionen, Gewinnspiele und Vorführungen in den Geschäften: Trotz dieser Angebotsfülle lief das Geschäft am fast schon zu schönen Samstag eher schleppend an. Erst am Nachmittag brummte die Stadt. Dennoch reizten nicht alle Geschäftsleute den Zeitrahmen bis 20 Uhr aus. Auch das City-Center spielte nur bis 18 Uhr mit.

Wegen des Fischmarktes auf der Fürther Freiheit musste die Musikbühne diesmal in die Gustavstraße verlegt werden. Davon profitierten die Geschäftsleute der Altstadt, die mit individuellem Flair gegenüber der Fußgängerzone punkten. »Viele Kunden schätzen die persönliche Ansprache«, sagt Musikalienhändlerin Brigitte Kreitschmann. Selbstverständlich empfehle man sich gegenseitig weiter. Zufrieden mit dem Zuspruch beim Stadtfest ist auch Bauernmarkt-Urgestein Magdalena Wedel aus Mausdorf.

Freiluftangebote hoch im Kurs

Im Gegensatz zum nasskalten Einkaufssonntag am 14. März standen diesmal Freiluftangebote hoch im Kurs. Für die Gastronomen der Kneipenmeile kam das Stadtfest mit Musikschulbands, Willetta Carson und Felicia Peters vor der Tür wie gerufen. Nicht klagen konnte auch Fahrradhändler Thomas Schwerdtner, der eine Reihe Elektrofahrräder für Probefahrten zur Verfügung stellte. Ihm genügt der lange Einkaufssamstag vollauf, während Wöhrl-Geschäftsführerin Sonja Piendl eine Nachspielzeit am Sonntag schon für sinnvoll hält.

Das Stadtfest würde sich mit Verlängerung dann dem Fürth-Festival annähern, das heuer vom 16. bis 18. Juli über die Bühne geht. Schier plädiert dafür, den zweiten verkaufsoffenen Kirchweihsonntag auf den Stadtfesttermin zu verlegen. Der Einkaufssonntag im März steht für viele Geschäftsleute nicht zur Debatte. Der Frühling gilt allgemein als umsatzträchtige Jahreszeit.

Gartenmarkt am Freitag

Bei der anstehenden Generalüberholung des Stadtfestes geht es auch um eine stärkere Profilierung gegenüber den anderen Großveranstaltungen. Geboten wird schon genug. Auf der Freiheit geht es schon am nächsten Wochenende weiter mit dem 16. Fürther Gartenmarkt. Und vom 21. bis 23. Mai lockt hier lautstark und für die Besucher zum Nulltarif das 11. Fürther New Orleans Festival. Publikumsmagneten, die auch dem Handel Chancen versprechen.