Fürther Tourist-Information will in Hauptbahnhof umziehen

Johannes Alles
Johannes Alles

Fürther Nachrichten

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24.10.2019, 05:56 Uhr

© Illustration: Be aHead

Weil der neue Eigentümer bereit wäre, einen Teil der Fläche an die Stadt zu vermieten, könnte 2020/21 die Tourist-Information einziehen – und bekäme "endlich angemessene Räume", wie es aus dem Rathaus heißt, um eine "moderne und spannende Stadt" zu präsentieren und zu einem "Begegnungszentrum für Gäste wie Besucher" zu werden.

Aber: Allein der Innenausbau der Ladenfläche käme laut einer ersten Schätzung auf 250.000 Euro. Müller, als Wirtschaftsreferent für Tourismus zuständig, rührt deshalb schon jetzt die Werbetrommel im Stadtrat, der das Projekt genehmigen muss. Dass sich die Investition lohnen wird, steht für ihn außer Frage.

Die Zahl der Übernachtungen erreichte 2018 mit 322.000 einen neuen Höchststand, auch im laufenden Jahr liegen zweistellige Wachstumsraten vor. Zwar sind unter den Gästen auch Geschäftsleute, die nur in Fürth schlafen, weil sie in Nürnberg eine Messe besuchen. Gleichzeitig sei aber ein steigendes Interesse an Fürth selbst zu spüren: In der Tourist-Information schauten sich immer mehr Menschen um, Stadtführungen seien so begehrt wie nie und das in den Hotels ausliegende Infomaterial zu Fürth finde reißenden Absatz.

Tourist-Info sieht noch viel Potenzial

Zu dem Boom beigetragen haben nach Meinung der Verantwortlichen gleich mehrere Faktoren: Das Hotelangebot wächst, Feste wie die Michaelis-Kirchweih oder das Klezmer-Festival sind Publikumsmagneten, außerdem werteten Einrichtungen wie das Ludwig-Erhard-Zentrum oder das erweiterte Jüdische Museum die Stadt ebenso auf wie wiederbelebte Traditionsgaststätten oder die Neue Mitte und der neue Wochenmarkt. Zum anderen dürfte eine nicht unerhebliche Rolle spielen, dass sich die Stadt inzwischen auch als Zielort für Touristen versteht und offensiv vermarktet: In diesem Frühjahr ging die neue Internetseite http://www.tourismus-fuerth.de online.

Eike Söhnlein und Kathrin Reichel, die beiden Leiterinnen der Tourist-Information, sehen noch viel Potenzial, das sich mit noch mehr Einsatz heben ließe. Doch auch den gäbe es nicht umsonst. Um den Internetauftritt zu verbessern und für weiteres Onlinemarketing – unter anderem in Sozialen Medien wie Instagram –, veranschlagen sie jährlich einen "Mehrbedarf von 40.000 Euro". Eine zusätzliche Stelle in der Tourist-Info könnte weitere Projekte umsetzen, etwa ein "Tagungsbüro", das Fürth als Standort für Kongresse und Veranstaltungen bewirbt.

"Nachhaltig am Markt etablieren"

In der Stadt tut sich sehr viel, finden Söhnlein und Reichel. Doch damit sich die Tourismuswirtschaft in Fürth in den kommenden Jahren "nachhaltig am Markt etablieren und gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähig" werden kann, müsse man auch investieren.

Entscheiden wird auch das der Stadtrat bei den Etatberatungen am Jahresende. Söhnlein und Reichel wissen, wie sie die Kommunalpolitiker ködern können: mit Zahlen, die belegen sollen, wie die gesamte Stadt von der Entwicklung profitiert.

Laut einer aktuellen Studie des Instituts dwif flossen 2018 dank Übernachtungs- und Tagesgästen in Fürth 89 Millionen Euro an Hotels und Gastronomie, 109 Millionen an den Einzelhandel und 43,2 Millionen an das Dienstleistungsgewerbe. Positiver Nebeneffekt: Dadurch steigen auch die Steuereinnahmen.

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