Gebhardtstraße: GS 28 will innovative Firmen anziehen

21.8.2018, 10:00 Uhr
Das Fundament ist gelegt: Blick in die stattliche Baugrube an der Gebhardtstraße, aus der das Gebäude bis 2020 in die Höhe wachsen soll.

Das Fundament ist gelegt: Blick in die stattliche Baugrube an der Gebhardtstraße, aus der das Gebäude bis 2020 in die Höhe wachsen soll. © Foto: Horst Linke

GS 28 ist, man kann es ahnen, schlicht die Kurzform der Adresse: Gebhardtstraße 28. Dahinter steht die Fürther Unternehmerfamilie Schreier, deren pharmazeutischer Betrieb ABF mit Reinraumlabors, Lager und Verwaltung Ankermieter des siebenstöckigen Gebäudes sein wird, das Zukunftsschmiede und Stadtoase zugleich sein soll. Ein stattlicher Teil der 5500 Quadratmeter Nutzfläche ist für die Firma reserviert, die stark expandiert und mehr Platz benötigt.

Der Rest wird nach dem Willen von Firmengründer und Bauherr Jochen Schreier an sieben Unternehmen mit dem Fokus auf Digitalisierung und Informationstechnologie vermietet; möglichst, aber nicht zwingend sollen sie ebenfalls aus dem medizinischen Sektor kommen.

Eine "Stadtoase" neben der Quartiersgarage

Zwölf Millionen Euro investiert Schreier nach eigenen Angaben hier, an der Ecke Gebhardt-/Jakobinenstraße. Nebenan wird die Stadt voraussichtlich bis 2020 ihre Quartiersgarage mit 500 Plätzen errichten, die den Bereich um Hornschuchpromenade und Königswarterstraße entlasten soll.

Die sich daran anschließende Baulücke wiederum, das letzte freie Areal am ehemaligen Bahnstandort, ist ebenfalls schon vergeben: Hier möchte die Steuerberatungsgruppe Helmreich ihre drei derzeit über Fürth verteilten Kanzleien bündeln.

2021, so Firmenchef Heinz Helmreich auf FN-Nachfrage, werde man wohl mit dem Bau beginnen. Damit wäre das frühere Gelände des Güterbahnhofs dann komplett belegt – und "ein Glasscherbenviertel", auf dem marode Lagerhallen immer weiter verfielen, endgültig aus dem Stadtbild getilgt, so Oberbürgermeister Thomas Jung bei der Grundsteinlegung für GS 28.

Jung lobte insbesondere den ökologischen Anspruch, den Jochen Schreier in das Projekt eingebracht hat. Der 71-Jährige selbst, einst einer der Köpfe hinter der Klinik-Pyramide und Impulsgeber für den sogenannten Fürther "Schnabuliermarkt", spricht von einer "Stadtoase": Begrünte Dächer gehören dazu, überwiegend heimische Gewächse und Blühpflanzen, die Lebens- und Nahrungsraum für Insekten bieten. Auch Bienen- und Schmetterlingsweiden sieht das Konzept vor, Insektenhotels, Nist- und Bienenkästen — und sogar ein kleines Biotop für Eidechsen.

2020 soll es fertig sein

Apropos: Dass weder eine Sandeidechsen-Popualation noch brütende Kiebitze sein Vorhaben blockiert haben, registrierte Schreier, obgleich naturbegeistert, mit Blick auf einschlägige Probleme bei anderen Fürther Vorhaben mit einiger Erleichterung. Ansonsten aber habe das 2600 Quadratmeter große Baugelände bisher "alles geboten, was man nicht brauchen kann" – von Altlasten bis hin zu unerwarteten Betonfundamenten im Erdreich.

Um so erfreuter zeigt sich Schreier, dass man dennoch bisher im Zeit- und Finanzrahmen geblieben ist, wie er sagt. Der geplanten Fertigstellung Anfang 2020 steht also – aus heutiger Sicht – nichts im Wege.

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