Glänzende Unikate

10.3.2021, 20:00 Uhr
Liebt die präzise Handarbeit: Schmuckdesignerin Maria Abramowsky.

Liebt die präzise Handarbeit: Schmuckdesignerin Maria Abramowsky. © Foto: Claudia Wunder

Aus etwas Unansehnlichem, Formlosem etwas Neues, Einzigartiges schaffen: So könnte man kurzgefasst beschreiben, was Maria Abramowsky als Künstlerin antreibt.

Die Langversion beginnt freilich in ihrer Kindheit. Die hat sie in Unterfranken, genauer Wörth am Main, verbracht. "Ich habe schon immer gerne und viel genäht, habe Kleidung und Hüte gemacht oder verrückte Deko-Sachen", erzählt die 64-Jährige. Und sie erinnert sich: "Mit 16 Jahren habe ich beim Abschlussfest der Realschule schon ein selbstgenähtes Kleid getragen."

Eine Schneiderlehre lag da nahe. Die absolvierte sie in Aschaffenburg. Im Lauf der Ausbildung manifestierte sich dann eine Idee: Ihr Wissen und ihre Begeisterung wollte sie an junge Menschen weitergeben. Und so studierte sie Lehramt. "Mein Referendariat habe ich in einer Berufsschule in Weißenburg gemacht, dort habe ich alle kreativen Fächer von Textil über Kunsterziehung bis hin zu Werken unterrichtet", sagt Abramowsky. Und der Schulart blieb sie bis 2014 treu.

Bereits 1984 entdeckte sie aber noch eine andere Leidenschaft für sich: das Goldschmieden. "Ich wollte etwas Neues machen und Metall hat mich als Material schon immer gereizt", erzählt sie. "Gold und Silber zu bearbeiten, ist körperliche Arbeit, ist auch schmutzig und anstrengend", so ihre Erfahrung, "aber wenn man am Ende ein funkelndes und glänzendes Schmuckstück in der Hand hält, erzeugt diese Verwandlung ein tolles Gefühl." Zudem kommen ihr beim Goldschmieden ihre Geduld und ihr Perfektionismus zugute. "Stoffe musst du millimetergenau schneiden – bei Metallen kommt es auf Zehntelmillimeter an."

Seitdem arbeitete sie in Meisterateliers in Italien, Nürnberg und Fürth. Ihre Schmuckstücke sind aus Silber, Gold oder Platin, samt und sonders handgearbeitete Einzelstücke, "weil ich es ablehne, mich zu wiederholen". Die Natur, das Wesen des Metalls oder eine flüchtige Begegnung inspirieren die Künstlerin.

So kreiert sie etwa Ketten, die nicht geschlossen werden, die unregelmäßig fallen oder in Kombination mit weiteren Ketten getragen werden können. Oder Armbänder und Halsketten, die sie aus dünnem Gold- und Silberdraht herstellt, mit von ihr selbst entwickelten Techniken. In die Schmuckstücke arbeitet sie etwa Perlen oder Steine ein, gerne auch von alten Preziosen der Kunden. Ebenfalls "typisch Abramowsky": Designs, die durch unterschiedliche Oberflächengestaltung zweiseitig verwendet werden können.

In zeitlosem, schlichtem, eher grafisch und abstrakt gehaltenem Design kommt auch ein Schmuckstück daher, für das die Künstlerin noch gar keinen Namen hat: eine Art zweiseitig gestaltete Spange, die sich frau anstatt einer Halskette in den Ausschnitt eines Kleids oder eines Oberteils hängen kann.

Seit 1994 ist Fürth ihre Herzens- und Wahlheimat, 2015 gründete Maria Abramowsky ihr Label "MariSky", und seit 2019 ist sie Mitglied der Gedok Franken. Ihren eingangs erwähnten künstlerischen Antrieb beschreibt sie selbst so: "Nur Dinge, die von Hand gemacht wurden, haben eine Seele."

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