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Dienstag, 07.07.2020

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Goldraub in Fürth: Zeugen verfolgten einen der Räuber

Fluchtwagen krachte in eine Hauswand - Passanten hielten den Täter fest - 24.06.2020 20:48 Uhr

Die filmreife Verfolgungsjagd begann auf der Fürther Freiheit - als mehrere Passanten auf einen Streit aufmerksam wurden. Wie sich später zeigen sollte, hatten ein Rentner und seine Lebensgefährtin ein Treffen mit zwei Kaufinteressenten in der Rudolf-Breitscheid-Straße vereinbart. Es sollte um ein großes Geschäft gehen: Der Rentner hatte unter anderem Gold im Wert von einigen hunderttausend Euro dabei.

Nachdem man sich gegen 10.30 Uhr getroffen und auf den Kaufpreis geeinigt hatte, präsentierten die Interessenten ihr Bargeld. Nach Angaben der Polizei wollte der Verkäufer die Scheine in einer nahegelegenen Bank auf ihre Echtheit prüfen lassen - es kam zur Auseinandersetzung. In der Folge riss einer der Männer die Tasche mit dem Gold an sich, das Duo flüchtete mit einem Range Rover.

Dabei touchierten sie einen 30-jährigen Passanten, der das Geschehen mitbekommen hatte und das Fahrzeug stoppen wollte. "Er wurde nach unserem jetzigen Kenntnisstand nur leichter verletzt“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Prehl auf FN-Nachfrage.

Sie verfolgte das Fluchtauto

Auch eine 29-jährige Fürtherin hatte den Streit und den Unfall beobachtet. Sie ging von einer Fahrerflucht aus und entschloss sich, den Wagen zu verfolgen, wie sie im Gespräch mit den FN erzählt. Sie habe versucht, dem Fahrzeug "mit französischem Kennzeichen" den Weg abzuschneiden. „Die sind sehr schnell vor mir hergefahren“, sagt sie. Schließlich krachte der Wagen an der Ecke Turnstraße/Amalienstraße gegen eine Hauswand.

Den Knall hörte auch ein Lehrer, der sich kurz vorher noch über das rasende Auto ganz in der Nähe einer Schule geärgert hatte. "Ich musste wegspringen, damit es mich nicht umfährt", erzählte er den FN. Augenblicke später sah er einen Mann wegrennen, von einem Balkon hätten Menschen "Fahrerflucht" gerufen. Er sei hinterhergerannt, habe auch noch zwei junge Männer zur Hilfe gerufen und gemeinsam sei es ihnen schließlich an der Schwabacher Straße gelungen, den Flüchtenden festzuhalten.


Gold im Wert von mehreren Hunderttausend Euro in Fürth geraubt


Die Polizei, die bereits nach dem Vorfall an der Freiheit verständigt worden war, war rasch mit mehreren Streifenwagen vor Ort. "Sie haben ihn durchsucht und zogen dann das Gold aus der Tasche", sagt der Lehrer. Kiloweise sei das Gold aufs Auto gelegt worden und dazu "ein Riesenbündel Geld". "Mir ist die Kinnlade runtergefallen."

Auch die 29-jährige Zeugin traute ihren Augen kaum: „Er hatte sechs Kilo Gold in seiner Tasche“, sagt die junge Frau. In ihrem Auto saßen zwei ihrer vier Kinder – nachdem sie den Unfall mit Fahrerflucht auf der Freiheit beobachtet hatte, habe sie ein Vorbild für ihren siebenjährigen Sohn sein wollen.

Die Polizei stellte das Gold sicher. Mehrere Streifen sowie Personensuchhunde fahndeten nach einem weiteren Täter. Er ist zwischen 70 und 75 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, hat eine kräftige Figur, längere graue Haare, die teilweise schwarz gefärbt sind. Außerdem trug er einen dunklen Anzug mit hellblauem Hemd, einen Schnurr- und leichten Kinnbart und er sprach deutsch mit ausländischem Akzent. Zeugen, die etwas beobachtet haben, sollen sich bitte unter Telefon (0911)2112-3333 melden. 


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lui, czi

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