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Großweismannsdorf: Keiner will eine Umgehung

Die Verlegung der Bundesstraße 14 hat nur das Staatliche Bauamt auf dem Plan - 31.03.2021 18:00 Uhr

Eine Umgehung für Großweismannsdorf: Das hat die Politiker überrascht.

26.03.2021 © Foto: Harald Ehm


In einer größeren Videokonferenz Ende Januar – unter anderem mit Roßtals Bürgermeister Rainer Gegner, Landrat Matthias Dießl und Andreas von Dobschütz vom Staatlichen Bauamt zum Thema "Unser Dorf soll sicherer werden" – wurde dieses Projekt angesprochen. Rathauschef Gegner berichtete im Gemeinderat, er sei genauso wie der Landrat überrascht gewesen. Auch Bauamtsleiter Paul Wolf meinte, dass eine Umgehung bis vor kurzem kein Thema im Rathaus gewesen sei.

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Die Trasse, die laut Projektinformation nördlich von Großweismannsdorf verlaufen soll, ist mit rund 14 Millionen Euro in der Bedarfsliste im Bundesverkehrswegeplan 2030, der die verkehrspolitischen Weichen für die kommenden zehn bis 15 Jahre stellt, als "vordringlich" eingestuft.

Die Gemeinde ist nicht zuständig

Nach längerem Ringen im Gremium – inklusive Sitzungsunterbrechung – wurde entschieden, dass die Kommune dem Staatlichen Bauamt mitteilt, von dem Projekt Kenntnis genommen zu haben. Ein rechtswirksamer Beschluss könne wegen der fehlenden Zuständigkeit – Baulastträger ist der Bund – nicht gefasst werden.

Zudem wird auf die großen Vorbehalte in der Bevölkerung verwiesen, auch der Marktgemeinderat sehe keinerlei Planungsbedarf und spreche sich gegenwärtig gegen die Maßnahme aus. Dazu sei die Bürgerschaft frühzeitig zu beteiligen.

Steiner Probleme müssen gelöst werden

Wie Bauamtsleiter Wolf machte auch Jochen Adel (FW) die Ortsumgehung unter anderem von einer Lösung der Verkehrssituation in Stein abhängig. Er sah zudem die Qualität der Naherholung in Gefahr. Mit Blick auf die Lärmbelästigung wies er auf "ein größeres Grundrauschen bei großen Straßen als bei einer Durchfahrt" hin.

Aktuell keinen Bedarf sah Birgit Höfling (SPD), auch Elisabeth Helmreich (CSU) kritisierte den "Flächenfraß". Knut Schalldach (ÖDP) erinnerte dabei an die freiwillige Selbstverpflichtung der bayerischen Staatsregierung zu bodensparendem Bauen. Er rechnet infolge der Zunahme von Homeoffice auch mit weniger Pendlerverkehr und wollte lieber den Radverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr gestärkt wissen. Sollte die Gemeinde nachgeben, könne es zu einer "Kettenreaktion" in Buchschwabach kommen.

Landwirt mit "schlaflosen Nächten"

Besorgt zeigten sich auch eingangs der gut besuchten Sitzung in der Sporthalle einige Großweismannsdorfer. Unter anderem fürchtete ein Landwirt, der einen Aussiedlerhof im Norden des Ortsteils betreibt, wegen der Zerschneidung seiner Flächen um seine Existenz. Er habe "schlaflose Nächte".

Die Planungen für die Trasse sind indes noch nicht angelaufen, wie von Dobschütz vom Staatlichen Bauamt auf Nachfrage mitteilte. Hinsichtlich der im Projektinformationssystem markierten Trasse würden dann natürlich mehrere Varianten geprüft werden.

Oliver Barthelmes

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