11°

Freitag, 18.10.2019

|

zum Thema

Grüner Baum: Top-Start trotz Ärger um Münchner Bier

Wirte sind mit dem ersten Monat vollauf zufrieden - "So kann's weitergehen" - 14.03.2019 09:52 Uhr

Ein Griff zum Hahn, schon fließt das Bier aus München. Manchem Franken stößt das sauer auf. © Tim Händel


Markus Binders gute Laune sprudelt regelrecht durchs Telefon. "Mit diesem Zuspruch haben wir nicht gerechnet", schwärmt der 45-jährige Gastronom, der den Grünen Baum gemeinsam mit Norbert Zylka vor einem Monat wiederbelebt hat.

"Sobald wir die Tür aufmachen, ist das Haus voll. So kann’s weitergehen." Was ihn begeistert: Er könne täglich spüren, wie froh die Fürther über die Renaissance des Wirtshauses sind, wie sie den "Baum" vermisst haben. "Viele Menschen", sagt Binder, "verbinden persönliche Erlebnisse mit diesem alten Haus. Ich höre die Geschichten jeden Tag".

Bilderstrecke zum Thema

Grüner Baum: Die feierliche Rückkehr eines Traditionsgasthofs

Die Gäste der Eröffnungsfeier staunten am Mittwochabend nicht schlecht, als sie durch den runderneuerten "Grünen Baum" in der Gustavstraße schlenderten. Vier Jahre stand der Gasthof leer, über ein Jahr lang wurde saniert. Noch ist nicht alles fertig, aber schon jetzt zeigt sich, dass den Eigentümern, der Unternehmerfamilie Streng, mit viel Liebe zum Detail und zum Denkmalschutz baulich ein großer Wurf gelungen ist.


Allerdings haben besonders lokalpatriotische Fürther einen Makel ausgemacht – und zwar am Zapfhahn. Eine fränkische Traditionsgaststätte und Münchner Bier, das passe einfach nicht zusammen. Entsprechend deutliche Leserbriefe erreichten unsere Zeitung. Fest steht aber auch: Dass im Herzen der Gustavstraße Bier aus Oberbayern fließt, entstammt keiner Bierlaune, und es ist auch keine Schnapsidee. Es hat seine Gründe.

Rückblick: Bis vor drei Jahren gehörte der Grüne Baum der Familie Inselkammer aus München, die Anteile an der Augustiner Bräu hält. Trotzdem gab es im Fürther Gasthaus über viele Jahre hinweg Tucher-Bier zu trinken – was daran lag, dass Inselkammer den "Baum" an die hiesige Brauerei vermietet hatte, die ihn wiederum an Wirte unterverpachtete.

2016 dann die Zeitenwende: Die Unternehmerfamilie Streng erwirbt den Gasthof. Die Verkäufer aus München bestehen aber darauf, dass dort künftig ihr Bier, also Augustiner Bräu, ausgeschenkt wird. "Wenn wir uns darauf nicht eingelassen hätten, wäre der Kauf nicht zustande gekommen", sagt der heutige Eigentümer Philipp Streng.

Bilderstrecke zum Thema

Feiermeile und Zankapfel: Die Fürther Gustavstraße

Für die einen ist sie der soziale, kulturelle und auch partytechnische Hotspot Fürths. Für manchen Anwohner ein lärmender Dorn im Auge. Wir blicken auf 30 Jahre Gustavstraße und ihre äußerst bewegte Geschichte.


Auflagen wie diese seien beim Verkauf von Brauereiimmobilien absolut üblich. Und im Grünen Baum müsse man sich nun selbstverständlich daran halten. "Ich persönlich finde, dass es ein gutes Bier ist, das man auch in Franken trinken kann", sagt Streng.

Gastronom Markus Binder bestätigt: Das Bier aus München ist ein Gesprächsthema im Gasthaus. "Wir müssen öfter mal erklären, warum es das bei uns gibt", sagt er. Bei den allermeisten Fürthern überwiege jedoch die Freude, dass das Lokal zurück ist. Und das Bier scheint ihnen durchaus zu schmecken, so Markus Binder. Wer sagt ihm das? "Die Hektoliter-Zahlen, die wir rausschießen."

Mehr Informationen über den "Grünen Baum" in unserer Rubrik Essen und Trinken!

Johannes Alles Fürther Nachrichten E-Mail

18

18 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth