Donnerstag, 26.11.2020

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Gustavstraße: Bürger sollen befragt werden

Anlieger, Gastronomen und Händler sollen in Sachen Durchgangsverkehr mitreden - 27.10.2020 11:00 Uhr

Weniger Verkehr und dadurch mehr Aufenthaltsqualität: Das wünschen sich viele, aber nicht alle für die Gustavstraße.

25.10.2020 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Weniger Verkehr in der Gustavstraße – schon lange gibt es von verschiedenen Seiten den Wunsch danach. Die Aufenthaltsqualität würde steigen, insbesondere Kneipengäste und natürlich Anwohner wären darüber hocherfreut. Andererseits aber müssen auch die Interessen der Gewerbetreibenden berücksichtigt werden.

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Im August erst hat Oberbürgermeister Thomas Jung einen Kompromiss vorgeschlagen: den Durchgangsverkehr in der Gustavstraße zumindest abends beziehungsweise nachts zu untersagen. Nun, im nächsten Schritt, sollen die Bürger in die Debatte einbezogen werden.

Gespräche in kleinen Gruppen?

In der Sitzung des Verkehrsausschusses stand nun ein Antrag der SPD zur Diskussion, von der Stadtverwaltung eine Umfrage bei Anwohnern und Gewerbetreibenden in der Gustavstraße durchführen zu lassen. Ziel soll es sein, herauszufinden, ob es für ein abendliches Einfahr- und Durchfahrverbot ausreichende Akzeptanz gibt.

"Wir wollen erst einmal die Bürger befragen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Sepp Körbl im Vorfeld des Ausschusses. Er erinnerte daran, dass es von 1990 bis 1996 schon einmal eine Sperre in der Gustavstraße gab, mit der aber insbesondere die Gastronomen nicht zufrieden waren. Derlei solle sich nicht wiederholen.

In welcher Form die Erhebung durchgeführt wird, darüber könne man reden, meinte Körbl. Grünen-Stadtrat Harald Riedel, Mitglied im Verkehrsausschuss, hält jedenfalls nichts von einem Fragebogen. "Wir müssen die Bevölkerung einbinden, das ist völlig klar. Aber eine schriftliche Befragung wäre der falsche Weg."

"In Kleingruppen sprechen"

Begründung: Auf dem Papier sei schnell mal eine Maßnahme per Kreuzchen abgelehnt, die im Gespräch und bei näherer Betrachtung vielleicht doch in Frage käme. Riedel schlug daher vor, zunächst "in Kleingruppen miteinander zu sprechen".

Mit den Gastwirten will er sich an einen Tisch setzen, natürlich auch mit den Händlern. Auf Grundlage einer derartigen Bürgerbeteiligung könne ein Konzept erarbeitet werden, über das dann abgestimmt werden müsste. Am liebsten wäre es Riedel, in der Gustavstraße wäre eine ähnliche "Aufenthaltsqualität" zu erreichen wie auf dem Grünen Markt, gleich um die Ecke, der verkehrsberuhigt ist.

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Das sei zwar in Fürths Kneipenmeile aus baulichen Gründen "nicht so ohne weiteres möglich". Wünschenswert, so Riedel, wäre jedoch, dass "prinzipiell nur noch Anlieger und Lieferanten hineinfahren dürfen, maximal mit 20 Stundenkilometern". Und natürlich sollten "unnötige Fahrten" unterbunden werden; dazu zählt Riedel die Parkplatzsuche ebenso wie die Fahrten all jener, die sich nur "präsentieren" wollen.

Die Grünen scheiterten schon einmal

Die Grünen setzen sich schon seit längerem dafür ein, den Durchgangsverkehr in der Gustavstraße deutlich zu reduzieren. Mit dem Vorstoß, ihn komplett zu untersagen, sind sie aber schon einmal gescheitert.

Und die CSU? Deren Fraktionsvorsitzender Maximilian Ammon ist ebenfalls dafür offen, die betroffenen Bürger in die Diskussion einzubeziehen. Er selbst habe zuletzt in Gesprächen mit Gastronomen herausgehört, dass so mancher einer "Flaniermeile" gegenüber aufgeschlossen ist.

Auf jeden Fall aber müsse man auf die Interessen der Wirte Rücksicht nehmen – gerade in Zeiten der Corona-Krise, in denen sie es wegen etlicher Beschränkungen schon schwer genug haben.

Der Ausschuss traf am Ende keine Entscheidung. Stattdessen verwies  er den Antrag der SPD an den städtischen Wirtschaftsausschuss mit der Bitte um eine Stellungnahme. Erst wenn diese vorliegt, will sich der Verkehrsausschuss wieder mit dem Thema befassen. 

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