Bauarbeiten starten frühestens 2025

Hauptbahnhof Fürth: Barrierefreiheit nicht vor 2027

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Andreas Dalberg

FN-Redakteur

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8.9.2021, 21:00 Uhr
Die Fürther setzen sich seit Jahren für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs ein. Der soll auch kommen, allerdings wird bis dahin noch etwas Zeit vergehen. 
 

Die Fürther setzen sich seit Jahren für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs ein. Der soll auch kommen, allerdings wird bis dahin noch etwas Zeit vergehen.    © Tim Händel

Um das zu ändern, machten im vergangenen Jahr SPD-Vertreter aller politischen Ebenen mit dem Behindertenrat, dem Seniorenrat und auch dem ADFC Druck, damit Bewegung in die Sache kommt. Oberbürgermeister Thomas Jung bat zudem die Bundestagsabgeordneten aus dem Fürther Wahlkreis um Unterstützung.

Petition hat nun 6000 Unterstützer

Und Grünen-Stadtrat Philipp Steffen rief auch noch eine Petition ins Leben, die rasch Tausende Unterstützer fand (heute sind es über 6000) – wobei es hier durchaus Anlass gab, die Hoffnungen nicht überschießen zu lassen angesichts der Tatsache, dass fünf Jahre zuvor der Behindertenrat schon 20000 Unterschriften gesammelt hatte, die keine entscheidende Wirkung entfalten konnten.

Der frühere Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) allerdings gab sich im vergangenen Sommer optimistisch, dass Fürth 2025 – wenn sich die Fahrt der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth zum 190. Mal jährt – einen zeitgemäß ausgebauten Bahnhof hat.

Mit dieser Prognose liegt er nicht ganz richtig, wie sich nun zeigt. Einer inoffiziellen Stellungnahme der Deutschen Bahn, die unserer Redaktion vorliegt, ist zu entnehmen: Aus Sicht der Bahn könnten die Bauarbeiten in Fürth frühestens Mitte 2025 beginnen und Ende 2027 abgeschlossen sein – einen „optimalen Verlauf“ vorausgesetzt.

Zu diesem optimalen Verlauf gehört, dass die Planungen rasch vorangehen und auch alle Genehmigungen zügig erteilt werden.


Fürther Bahnhof bekommt keine Förderung für Barrierefreiheit


Die FN-Redaktion bat die Deutsche Bahn um eine Stellungnahme. Offiziell bestätigen wollte man aber nur dies: „Es ist korrekt, dass die Planungen zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Fürth im BayernPaket II aufgenommen worden sind. Aufgrund laufender Gespräche mit dem Bund und dem Freistaat Bayern zum Projekt bitten wir Sie um Verständnis, dass wir uns noch nicht zu weiteren Details zur Thematik äußern können.“ Das Bundesverkehrsministerium wurde ebenso um eine Stellungnahme gebeten; diese traf bis Redaktionsschluss nicht ein.

Auch wenn die Bahn keinen offiziellen Zeitplan nennen möchte, so wurde doch auch gegenüber dem Fürther Rathaus ein Baubeginn 2025 und eine Fertigstellung Ende 2027 ins Spiel gebracht. Als er dies hörte, sei er natürlich enttäuscht gewesen, sagt der Oberbürgermeister gegenüber den FN. Jung hakte zwar nach, erhielt aber nur die Zusage, man werde sich bemühen, schneller zu sein.

Es ist üblich geworden, dass sich Bauprojekte dieser Art über viele Jahre hinziehen. Daher fordert Fürths Stadtoberhaupt: „Wir müssen in Deutschland schneller werden bei Infrastrukturprojekten. Ob es sich um Stromtrassen handelt, um Bahnhöfe oder Schienen: Wir brauchen für alles mindestens zehn Jahre – das ist auf Dauer nicht gut für das Land.“

Erste Entwürfe vorgelegt

Zumindest aber wurden der Stadtspitze schon erste Entwürfe zum barrierefreien Bahnhof vorgelegt. Von einer Kleinigkeit abgesehen, sagt der OB, sei man damit sehr zufrieden gewesen. Der Rathauschef ist ohnehin froh, dass Bewegung in Bahnprojekte kommt, die für die Stadt wichtig sind. So erhielt er zuletzt auch die Zusage, dass der Bahnhof Unterfarrnbach bis April 2022 barrierefrei ausgebaut sein soll.


Bahn-Ausbau in Fürth: Hoffnung für den Haltepunkt Unterfarrnbach


Mehr noch: Aus Sicht von Jung gibt es bislang vergleichsweise wenig Einwendungen gegen den geplanten, unterirdischen Güterzugtunnel zwischen dem Nürnberger Großmarkt in Leyh und Fürth-Kronach. Das stimmt ihn zuversichtlich. Gerade auch für Anwohner im „Fürther Bogen“ zwischen Hauptbahnhof und Stadeln würde die Umsetzung dieses Großprojekts deutlich weniger Lärmbelastung bedeuten.

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