Herrnstraße: Bluepingu bekommt Platz fürs "Südstadt-Gärtla"

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

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Die bisher wenig schmucke Anlage an der Herrnstraße soll zum Begegnungsort werden.

Die bisher wenig schmucke Anlage an der Herrnstraße soll zum Begegnungsort werden. © Foto: Wolfgang Händel

Vor einigen Wochen noch war der Verein Bluepingu mit der Stadt im Gespräch wegen eines passenden Standorts für das Projekt "Südstadt-Gärtla". Entstehen soll ein grüner Begegnungsort im Freien und ohne Zaun, an dem die Bürger zum Beispiel gärtnern, werkeln oder ihre Räder reparieren können.

Nun steht fest, wo sich die Fürther künftig treffen können: Das Grünflächenamt stellte eine Teilfläche der öffentlichen Anlage an der Herrnstraße in Aussicht, der Bauausschuss fasste den nötigen Beschluss. "Das wird ein unentgeltlicher Pachtvertrag", sagt Kerstin Seeger, Projektverantwortliche bei Bluepingu.

Eigentlich könne man nun in die Planungen einsteigen – doch wegen der Corona-Krise sind keine Versammlungen erlaubt. Das erste Treffen mit den Fürthern war Ende April geplant. Nun schlage man einen anderen Weg ein: Die Initiative soll sich zunächst bekannt machen, dann werden Ideen gesammelt. "Wir machen nicht einfach etwas, das den Leuten nicht gefällt und am Bedarf vorbeigeht", sagt Seeger.

Stattdessen wollen ihr Verein und das Koordinierte Stadtteilnetzwerk Südstadt das Projekt gemeinsam mit Anwohnern entwickeln. Wenn die erste Versammlung irgendwann stattfinden kann, sollen laut Seeger "Wünsche abgefragt, die Fantasie angeregt und Zukunftsbilder gemalt" werden.

Wünschebrett wird Ende April aufgestellt

Ihre Hoffnungen, dass die bayerischen Corona-Auflagen in Richtung kleiner Treffen gelockert werden, haben sich vorerst zerschlagen. Um trotzdem herauszufinden, was die Menschen möchten, soll Ende April ein Wünschebrett mit Pinnwand im Park an der Herrnstraße aufgestellt werden. Dort können sie Ideen schriftlich hinterlassen.

Neues Schaufenster: Der Verein Bluepingu hat die Räume des früheren Kioski-Plattenladens bezogen.

Neues Schaufenster: Der Verein Bluepingu hat die Räume des früheren Kioski-Plattenladens bezogen. © Foto: Wolfgang Händel

Unterdessen hat Bluepingu ein Quartier in Fürth bezogen: Der Verein hat die Räume übernommen, in denen Musiker Martti Trillitzsch seinen Plattenladen Kioski betrieb. Trillitzsch schloss das Geschäft in der Hirschenstraße nach 18 Jahren. Ein neuer Name fehlt zwar noch, das Schaufenster aber ist schon dekoriert.


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"Das wird ein Raum sein, den ,Fürth Ort‘ nutzen will", sagt Seeger. Die Initiative ist ein Zusammenschluss aus 22 Vereinen und Gruppen – von Bluepingu übers Repair-Café bis zur freien Theaterszene. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, "dass in Fürth ein großer gemeinsamer Ort des kreativen, demokratischen, zukunftsfördernden und nachhaltigen Handelns und Lebens entsteht", wie das Bündnis im Internet schreibt. Im Fokus steht dabei die alte Feuerwache.

Nicht weit davon entfernt, im neuen Laden, sind laut Seeger kleinere Aktionen geplant. Hier sollen außerdem Projekte und Ideen für die Zukunft geschmiedet werden.

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