Hilfreicher Einblick in die Fürther Feuerwache

7.2.2019, 21:00 Uhr
Blick in die Schlosserei: Viele Arbeiten an Geräten und Fahrzeugen erledigt die Berufsfeuerwehr selbst. Die Vertreter der Initiative „Fürth-Ort“ sahen jetzt erstmals, in welchem Zustand die Räume sind.

Blick in die Schlosserei: Viele Arbeiten an Geräten und Fahrzeugen erledigt die Berufsfeuerwehr selbst. Die Vertreter der Initiative „Fürth-Ort“ sahen jetzt erstmals, in welchem Zustand die Räume sind. © Foto: Horst Linke

Die, die schon drinnen waren, haben später oft von zwei verwinkelten Gebäuden gesprochen, von vielen Stufen, engen Gängen, fehlenden Fluchtwegen und einer veralteten Elektrik. Die Vertreter des neuen Bündnisses "Fürth-Ort" konnten nun feststellen, dass sie Recht haben.

Eineinhalb Stunden dauerte der Rundgang durch die Räume, die die Feuerwehr in der Wache und im Eichamt nutzt. Der Weg führte unter anderem durch den Keller, vorbei an einem sehr langen, alten Becken, in dem die Schläuche gereinigt werden. Christian Gußner, Chef der Berufsfeuerwehr, ließ die Besucher sicherheitshalber wissen: "Das hier ist kein Museum, sondern ein Arbeitsplatz."

Es verdiene großen Respekt, dass die Feuerwehr nach wie vor mit den Gegebenheiten zurechtkommt, sagte Baureferentin Christine Lippert, die die Gruppe begleitete. Einmal mehr versuchte sie, die Sorge zu nehmen, dass die Stadt voreilig darüber entscheiden würde, was nach dem Auszug der Brandschützer aus dem Komplex wird. Sie wolle in einem "offenen, gemeinsamen Prozess" ein Konzept für die weitere Nutzung entwickeln und alle Gruppierungen, die hier gerne ein Quartier hätten, dabei "mitnehmen".

"Genug Zeit"

Dieser Prozess könne parallel zur Bestandsuntersuchung laufen, die den immensen Sanierungsbedarf genauer klären soll. Eine der Fragen wird sein, ob manche Bereiche mit vertretbarem Aufwand hergerichtet und zwischengenutzt werden können; womöglich während an anderer Stelle schon die Generalsanierung beginnt.

Lippert betont auch, dass genug Zeit sei, ein Konzept zu erarbeiten: Frühestens Ende 2020 werden die Räume frei, sagte sie. Denn 2020 werde zunächst ein Parallelbetrieb in der alten und in der neuen Wache laufen, die an der Kapellenstraße entsteht.

Eines der größten Hindernisse für eine Zwischennutzung könnte der Brandschutz werden. Er sei völlig unzureichend – niemand anderen als die Feuerwehr könne man hier unterbringen, so Lippert. Zusammen mit Klaus Pfann, Zugführer der Feuerwehr, zeigte sie den Besuchern etwa Räume, in denen man bei einem Brand gefangen wäre. Die Feuerwehr konnte in dem Gebäude bleiben, weil vieles Bestandsschutz hat, erläuterte Lippert. Doch bei einer neuen Nutzung gelten neue Sicherheitsvorschriften.

"Sehr vielfältige Eindrücke" nehme er mit, bekannte hinterher Michael Lang vom Bündnis "Fürth-Ort". Der Komplex sei eine "Herausforderung", aber auch "spannend". Anfang Mai will sich Lippert erneut mit der Gruppe treffen. Bis dahin will sich der noch ganz junge Zusammenschluss festigen und Lippert klären, welchen Raumbedarf die Stadt selbst in dem Komplex sieht.

Keine Kommentare