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Donnerstag, 18.07.2019

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Klosterhofspiele: Oscar Wilde in Langenzenn

Mit dem "Gespenst von Canterville" wird’s ab Freitag schaurig-schön und lustig - 06.06.2019 16:00 Uhr

Regisseurin Sue Rose (2. von links) präsentiert mit einigen ihrer (noch unkostümierten) Darstellern schon mal den großen Kamin, der das Bühnenbild prägt. © Sabine Rempe


Ein uralter Kreuzgang, lange Schatten und klirrende Ketten. . . uiiih, das könnte gruselig werden. "Dieses Stück hier aufführen zu können, das ist einfach ein Traum." Natürlich hat Regisseurin Sue Rose, die in England zur Welt kam und aufwuchs, ihren Oscar Wilde schon zu Schulzeiten kennengelernt.

Sein "Gespenst von Canterville" ist ein Klassiker im Unterrichtskanon. 1887 erschien es zum ersten Mal in einem vornehmen Magazin und machte Wilde als Erzähler bekannt. Für die Klosterhofspiele Langenzenn hat Sue Rose die Geschichte jetzt bühnentauglich gemacht. Natürlich trifft auch bei ihr im alten Schloss der Cantervilles eine unbekümmerte amerikanische Familie auf ein zutiefst englisches Gespenst. "Es geht nicht zuletzt um die Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturen", sagt die Regisseurin.

Ein bisschen verjüngt ist der Spaß in Langenzenn, der am 7. Juni Premiere feiert. Statt anno 1575 spielt die Geschichte nun in den bunten 80ern. Der Brexit oder amtierende Präsidenten werden also allein schon aus diesem Grund kein Thema sein. Nicht direkt jedenfalls. Trotzdem kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass so manchem Zuschauer das ein oder andere Gehabe vertraut vorkommt. Wichtig ist vor allem: "Der Witz und der pointierte Humor von Oscar Wilde." Und, nicht zu vergessen: "Das Menschliche im Geist."

Als Gespenst tritt Richard Höfler in Erscheinung. Wie bereitet man sich auf so eine Aufgabe vor? "Natürlich versuche ich, richtig gruselig zu wirken, aber die Rolle ist sehr facettenreich." Für das schauerliche Aussehen sorgen die Maske und die zottelige Perücke, die er als vor langer Zeit verblichener Sir Simon tragen wird.

Die Wirkung seines Kostüms hat Höfler schon mal bei seinen Kollegen getestet. "Ich bin einfach überraschend im Kreuzgang hinter einer Ecke aufgetaucht – das hat gewirkt", gesteht Höfler lachend. Platzangst darf der 1,93 Meter große Mann übrigens nicht haben. Warum? Das gehört zu den Geheimnissen seines Gespenster-Daseins, die selbstverständlich nicht enthüllt werden.

Großes Ensemble und viele Helfer

Die liebevoll gestaltete Bühne dominiert in dieser Saison ein großer Kamin, wie er einem englischen Schloss gebührt. Davor wird sich ein großes Ensemble versammeln. Allein zu den Darstellern zählen 22 Klosterhofer. Hinter den Kulissen, in Maske, Technik und beim bewährten Häppchen-Team wirken mindestens noch einmal genauso viele fleißige Helfer mit. Problemlos können sämtliche Rollenalter besetzt werden. Das Spektrum der Akteure reicht von Louis Kahlert und Leon Spano, beide 13 Jahre alt, die die unerschrockenen amerikanischen Zwillinge Washington und Wesley Otis spielen, bis zu Heinz Günter Hey (84), der verschiedene Auftritte übernimmt.

Seit der ersten Leseprobe im Dezember wird bei den Klosterhofspielen intensiv geprobt. Für Sue Rose, die auch mit den Klostermäusen arbeitet, ist es die zweite Regiearbeit mit den erwachsenen Darstellern. 2018 stand das "Haus in Montevideo" auf dem Programm. Stephan Schulz, der darin als tugendstrenger Familienvater agierte, verrät: "Dieses Jahr spiele ich einen Amerikaner, der alles besser weiß." Was das Gespenst von Canterville dazu sagt, ist bis Ende Juli auf der Bühne im Langenzenner Klosterhof zu erleben.

www.klosterhofspiele.de 

Sabine Rempe

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