Kofferfabrik: OB zeigt sich "laienhaft optimistisch"

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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15.4.2021, 06:00 Uhr
„Da passiert nichts, was harakirimäßig wäre“: Blick ins Treppenhaus der Kofferfabrik.

„Da passiert nichts, was harakirimäßig wäre“: Blick ins Treppenhaus der Kofferfabrik. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Die Bilder "zu statischen, elektrotechnischen und brandschutzmäßigen Zuständen", die die Stadt jetzt erhalten hat, zeigen laut Jung kein Problem, "das nicht lösbar wäre". Doch sei er kein Experte, also "laienhaft optimistisch". Das Bildmaterial und die Lage vor Ort müssten Fachleute beurteilen.

So seien etwa auf einem Foto neben einer Holztreppe Bücher zu sehen, ein Zeitungsstapel und ein Propangaskocher mit Gasflasche. Sollten sich Probleme mit dem Brandschutz lösen lassen, wenn man nur "ein paar alte Zeitungen aufräumt", so der OB, könne die "Koffer" ihren Betrieb ja, die Pandemie mal außen vor, bald wieder aufnehmen.

Am 28. April findet ein Ortstermin mit Vertretern des Baureferats, der Feuerwehr, mit Eigentümern und Mietern statt. Bis zur Stadtratssitzung Mitte Mai will Jung wissen, wie teuer die Beseitigung der gröbsten Mängel wird.

Millionen für die Kofferfabrik?

"Wenn wir fünf Millionen reinstecken müssen und dann läuft’s nochmal fünf Jahre, würde ich abraten." Gehe es aber um 50 000 Euro, "rentiert sich das auf jeden Fall". Jung will abwarten, von welchen Kosten die Rede ist, sieht die Stadt aber prinzipiell in der Pflicht, wenn es ums Überleben der Koffer geht. Und er hofft auf Sponsoren.

Baureferentin Christine Lippert wies darauf hin, dass auf dem Areal an der Langen Straße neulich eine Außentreppe abgebrochen wurde, die "in sehr schlechtem Zustand war". Mit der Koffer habe das nichts zu tun gehabt, sagte Lippert. "Man muss manchmal beruhigen, denn da passiert nichts, was harakirimäßig wäre." Man stehe in engem Kontakt mit dem Eigentümer, und der habe versichert, nichts zu tun, was nicht mit der Stadt abgestimmt wurde.

Kündigung nicht offiziell zurückgenommen

Die Nürnberger Immobilienfirma Lauer hatte ihrem Mieter, der Kofferfabrik,via Anwaltsschreiben zum 30. September gekündigt, die Kündigung aber, wohl als Reaktion auf den öffentlichen Druck, als Missverständnis bezeichnet. Nun ist offen, wie es weitergeht mit dem Veranstaltungsort. Lauer hatte einen Aufschub um drei bis vier Jahre ins Spiel gebracht. Laut Koffer-Chef Udo Martin gibt es aber noch keine offizielle, schriftliche Rücknahme der Kündigung. Inzwischen haben mehr als 7000 Menschen eine Petition zum Erhalt der Koffer unterschrieben.

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