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Kommunalwahl: Diese Fürther Stadträte treten nicht mehr an

In einer Bilderstrecke zeigen wir, wer sich aus dem Rathaus verabschiedet - 18.02.2020 13:15 Uhr

Barbara Fuchs wurde im Herbst 2018 zur Landtagsabgeordneten gewählt. © Hans-Joachim Winckler


Als Barbara Fuchs im Herbst 2018 zur Landtagsabgeordneten gewählt wurde, war für die Grünen-Politikerin sofort klar, dass sich nun das Ende ihrer Zeit als Stadträtin anbahnte. Das neue Mandat in München ist eben nur schwer mit der Tätigkeit im Rathaus zu vereinbaren. Schon im ersten Winter verpasste sie mehrere Sitzungen in Fürth, was die SPD im Mai prompt in einer Pressemitteilung heftig kritisierte.

Fuchs versuchte dennoch, beide Aufgaben unter einen Hut zu bekommen. Wie sie damals den FN sagte, hätten die Fraktion der Grünen und der Kreisverband sie ausdrücklich darum gebeten, die Wahlperiode als Stadträtin zu Ende zu bringen. In wenigen Wochen ist es nun so weit, und Barbara Fuchs geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge. "Ich war sehr stolz darauf, Stadträtin zu sein, aber über einen langen Zeitraum kann man diese Doppeltätigkeit nicht machen."

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Schluss mit Stadtrat: In Fürth kandidieren diese Frauen und Männer nicht mehr

50 Frauen und Männer sitzen im Fürther Stadtrat. Elf von ihnen kandidieren bei der Wahl im März 2020 nicht mehr - aus ganz unterschiedlichen Gründen.


Mit ihr hören zehn weitere Frauen und Männer auf. Die meisten kommen aus der SPD, die aktuell mit 26 von 50 Sitzen im Rathaus die absolute Mehrheit stellt. Bemerkenswerte 24 Jahre haben Marianne Niclaus und Rudi Lindner hinter sich. Niclaus war parallel fast 20 Jahre Geschäftsführerin der SPD-Stadtratsfraktion. "Nach dieser Zeit der geballten Politik in Beruf und Freizeit ist es einfach genug", sagt sie, will aber weiter Ansprechpartnerin bleiben und helfen, wo es geht.


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Rudi Lindner hingegen verabschiedet sich offenbar mit etwas Bitterkeit: Er wolle sich weiter ehrenamtlich und auch politisch engagieren, sagt der 67-Jährige, fügt aber – ohne eine Begründung – hinzu: "Sicher nicht für die SPD." Lindners Genosse Peter C. Wirl hat sich, wie er selbst sagt, nach 18 Jahren im Rat und nach über 30 Jahren als Obmann der Südstadt-SPD dazu entschlossen, "Platz für Jüngere und zugleich bewährte Kräfte zu machen". Außerdem hören Marion Luft und Jörg Vollbrecht nach zwei Wahlperioden (zwölf Jahre) auf. Cornelia Hirschmann, Tochter von Sozialreferentin Elisabeth Reichert, macht nach nur sechs Jahren wieder Schluss.

Bei der CSU steht die 36-jährige Claudia Middendorf, seit 2008 im Stadtrat, ebenso nicht mehr zu Verfügung wie Tobias Wagner, der immerhin 24 Jahre Teil der CSU-Fraktion gewesen ist. Er wohnt jetzt in Obermichelbach und darf schon deshalb nicht mehr für den Fürther Stadtrat kandidieren.

"Ich höre schweren Herzens auf"

"Ich höre schweren Herzens auf", sagt der 45-Jährige, der sich "mehr auf Beruf und Familie fokussieren", aber nicht ganz von der Kommunalpolitik lassen will: Er kandidiert jetzt für den Gemeinderat in seinem neuen Wohnort.

2014 war Monika Gottwald für die Linkspartei in das Gremium eingezogen, überwarf sich allerdings mit ihren Parteifreunden und saß zuletzt als Parteilose im Stadtrat. Für sie ist nach nur sechs Jahren Schluss.

Und dann wäre da noch Claus-Uwe Richter, Stadtrat seit 1990. Mit seinem Abgang endet auch die Ära der rechtslastigen Republikaner in Fürth, zur Kommunalwahl haben sie keine Liste mehr aufgestellt. Völkische Töne waren von Richter in den vergangenen Jahren nicht mehr zu hören – der Betriebswirt äußerte sich in den Sitzungen generell extrem selten, auch Anträge brachte er kaum ein.

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