Millionenschwere Investitionen: Roßtal baut die Schullandschaft um

Sabine Dietz
Sabine Dietz

Lokalredaktion Fürth

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5.3.2021, 15:00 Uhr
14 Klassen sind derzeit in der Grundschule unweit des Oberen Markts untergebracht. Doch es ist absehbar, dass der Platz nicht reichen wird. Zwei von drei im Raum stehende Varianten sehen den Gebäudetausch von Grund- und Mittelschule vor.

14 Klassen sind derzeit in der Grundschule unweit des Oberen Markts untergebracht. Doch es ist absehbar, dass der Platz nicht reichen wird. Zwei von drei im Raum stehende Varianten sehen den Gebäudetausch von Grund- und Mittelschule vor. © Foto: Hans-Joachim Winckler

"Im Bereich der Kitas wurden mit dem Bau der Kita Baumhaus im Jahr 2018 und mit der Errichtung der Interims-Kita an der Mittelschule im Jahr 2020 erste Schritte unternommen, um den steigenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu decken. Im Blick auf die Grundschulsituation muss der Markt Roßtal nun ebenfalls auf den künftigen Bedarf reagieren", erklärt Bürgermeister Rainer Gegner.

Die Roßtaler Grundschule, aktuell mit 14 Klassen belegt, kann die steigenden Schülerzahlen mittelfristig nicht mehr verkraften. Eine Erweiterung am derzeitigen Standort ist aus Platzgründen ausgeschlossen. Zeitgleich muss auch die Schulkinderbetreuung ausgebaut werden.

14 Alternativen stehen zur Auswahl

Für die drei Herausforderungen Kita, Grundschule und Schulkinderbetreuung hat die Verwaltung mit dem Marktgemeinderat seit Oktober verschiedene Lösungsvarianten erarbeitet. Insgesamt standen dabei in mehreren Schritten bis zu 14 Alternativen für die Entwicklung der drei Einrichtungen im Raum.


Aus dem Archiv: Roßtal will wachsen


In mehreren – pandemiebedingt virtuellen – Workshops und Online-Konferenzen wurden die Vorschläge anhand ihrer Standorte, ihrer Ausführung, ihrer Kosten und möglichen Finanzierung sowie ihrer Vor- und Nachteile bewertet. Zudem wurden die fachlichen Einschätzungen der Schulbehörden, der Leitungen der Grund- und der Mittelschule sowie von Fachplanern einbezogen.

Bei einem Workshop im Januar legten sich Verwaltung und Gemeinderat schließlich auf drei Varianten fest. Sie wurden den Bürgerinnen und Bürgern in gedruckter Form vorgestellt. Bis 8. März hat die Bevölkerung jetzt die Möglichkeit, ihre Meinung zu den Planungen einzubringen.

Entscheidung am 23. März

Am 23. März soll sich dann der Gemeinderat für eine Option entscheiden. Mit konkreten Planungen sollen Architekten und Fachplaner Mitte des Jahres beauftragt werden.

Variante A wäre die weitestgehende: Sie sieht den Komplettneubau der Grundschule für 20 Klassen inklusive einer Schulkinderbetreuung mit neun Gruppen auf einem Teil des Geländes "Freizeit und Erholung" an der Hochstraße vor. Der bestehende Hort "In der Gasse" würde weiter für fünf Gruppen genutzt. Zudem würde eine Kindertagesstätte mit vier Krippen- und drei Kindergartengruppen an der Mittelschule auf dem Gelände des ehemaligen Spielplatzes neu gebaut.

Grundschule und Mittelschule tauschen

Fällt die Wahl auf Variante B, dann würde die Grundschule ins Gebäude der Mittelschule umziehen, das erweitert werden müsste. Derzeit werden dort sieben Klassen betreut. Die bestehende Grundschule würde mit einer Sanierung und einem Umbau auf die Bedürfnisse der Mittelschule zugeschnitten. Eine Schulkinderbetreuung mit neun Gruppen wäre ebenfalls am Mittelschulgebäude angesiedelt. Darüber hinaus bräuchte es den Neubau einer Kita mit vier Krippen- und drei Kindergartengruppen auf gemeindlichem Grund, wobei der Standort noch offen ist. Der Hort "In der Gasse" würde weiter mit fünf Gruppen genutzt.

Variante C basiert ebenfalls auf dem Gebäudetausch von Grund- und Mittelschule. Die Grundschule im Mittelschulgebäude müsste wie auch bei Variante B erweitert werden, um 20 Klassen beheimaten zu können. Anzusiedeln wäre dann auch eine Schulkinderbetreuung mit 14 Gruppen. Der bestehende Hort "In der Gasse" würde zur Kita umgebaut.

Millionenschwere Investitionen

Zusätzlich würde der Kindergarten in Großweismannsdorf zur Kita erweitert, um insgesamt sieben neue Gruppen (vier Krippen- und drei Kindergartengruppen) aufnehmen zu können. Letztlich wird der Markt Roßtal bei allen Varianten Neu- beziehungsweise Erweiterungsbauten benötigen, um den steigenden Platzbedarf zu decken. Vorläufigen groben Schätzungen zufolge ist in jedem Fall mit einem Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich zu rechnen. Die Attraktivität der Marktgemeinde hat ihren Preis.

Eine finanzielle Herausforderung, die es, so Gegner, gemeinsam zu schultern gelte. "Unser Ziel ist es, bis 2025 eine zeitgemäße, den zukünftigen Anforderungen gerecht werdende neue Grundschule als Basis der Bildung aller Roßtaler Kinder für den Schulbetrieb fertigzustellen", gibt der Bürgermeister als Zeithorizont vor.

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