Streetart-Aktion

Mit dem Segen der Stadt: Bunte Graffiti für schmucklose Fürther Bauzäune

10.10.2021, 17:29 Uhr
Mehr Farbe für die Stadt: Einer der Streetart-Sprayer nimmt sich seine Bauzaun-Fläche vor.

Mehr Farbe für die Stadt: Einer der Streetart-Sprayer nimmt sich seine Bauzaun-Fläche vor. © Tim Händel

Schmucklos-hässliche Baustellen-Abriegelungen? Muss nicht sein, dachten sich die jungen Streetart-Künstler und verwandelten die Bauzäune am Platz zwischen Flair und Theater in eine Freiluft-Kunstgalerie.

Die Anregung für mehr Farbe im öffentlichen Raum stammt vom Jugendforum dieses Jahres – einer Veranstaltung, bei der Jugendliche ihre Wünsche für die Kleeblattstadt und ihre Bedürfnisse an die Politik herantragen dürfen. Das kommunale Kinder- und Jugendhaus Catch Up griff die Idee auf und entwickelte mit dem Fanprojekt Fürth und in enger Zusammenarbeit mit dem Baureferat der Stadt das Pilotprojekt.

Erklärtes Ziel: Jugendliche sollen Raum bekommen, um sich mit ihren Mitteln auszuleben – und nebenbei das Stadtbild kreativ mitzugestalten. Konkret forderten die jungen Menschen mehr Kunst unter freiem Himmel, wie beispielsweise öffentliche Galerien oder Streetart-Projekte. Gesagt, getan: Das Baureferat stellte – ein Novum – die Bauzäune zur Verfügung, im Vorfeld konnten sich Interessierte im Alter von 14 bis 27 Jahre dafür bewerben.

Sechs Streetart-Künstler gingen am Theatervorplatz zu Werke.

Sechs Streetart-Künstler gingen am Theatervorplatz zu Werke. © Tim Händel

Am Samstagnachmittag traten die Erwählten an, jeder von ihnen bekam eine Holzleinwand in Größe eines Bauzaun-Elements und durfte zum Thema "Freiraum" seiner Kreativität freien Lauf lassen. Von einem Graffito mit Kritik an fehlenden Clubs in der Stadt über den knallbunten Fürth-Schriftzug bis hin zu persönlichen Interpretationen reichte das Spektrum.

Christjan Böncker vom Fanprojekt Fürth, der das Vorhaben zusammen mit Swantje Schindehütte vom Catch Up konzipiert hat, ist es auch ein Anliegen, dass Graffiti von der Bevölkerung nicht nur mit Vandalismus in Verbindung gebracht werden. Sinnvoll wie in diesem Fall genutzt, handle es sich um eine kreative Ausdrucksmöglichkeit der jüngeren Generationen. Schaffe man mehr Luft für derartige Aktionen, könne man sich das Potenzial zunutze machen.

Noch mehr Fläche

Geht es nach den Organisatoren, wird jungen Leuten deshalb in Zukunft mehr Fläche zur Verfügung gestellt. Vielversprechende Ansätze gab es bereits in der Vergangenheit – etwa die "Streetart Challenge" in der Adenaueranlage diesen Sommer, die von Gestaltenden und Passanten sehr positiv aufgenommen wurde.

Kai Schatz, einer der Bauzaun-Künstler, unterstreicht den Nutzen des Ansatzes: "Am Ende ist das auch eine tolle Gelegenheit, sich selber zu zeigen. Die Menschen bleiben stehen und man kommt mit ihnen ins Gespräch. Fantastisch!"

Keine Kommentare