Mit Lärmkonzept: Grüne Halle soll wieder Veranstaltungsort sein

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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9.10.2020, 06:00 Uhr
Zwar sind in der Grünen Halle ein Architekturbüro und eine Kita beheimatet, viel Raum gibt es aber immer noch. Er soll sich bald mit Leben füllen.

Zwar sind in der Grünen Halle ein Architekturbüro und eine Kita beheimatet, viel Raum gibt es aber immer noch. Er soll sich bald mit Leben füllen. © Foto: Gwendolyn Kuhn

Während vielerorts Veranstaltungen wegen Corona abgesagt oder gar nicht erst angedacht werden, tüftelt man in der Südstadt derzeit an einem Plan für Events. Geht es nach Jürgen Hübsch und Stefan Harlé, soll in die Grüne Halle bald wieder Leben in Form von Konzerten, Lesungen oder Kleinkunst einziehen.

Ins Auge gefasst hatten das die beiden Architekten, die das Gebäude beim Südstadtpark erworben haben und 2017 mit ihrem Büro eingezogen sind, schon länger. Sie und ihre 20 Mitarbeiter belegen nur einen Teil der ehemaligen Basketballhalle, die die Amerikaner in den 50er Jahren erbaut hatten. Die Empore ist mit offenen Büros bestückt, im Erdgeschoss findet sich ein Konferenzraum. Außerdem sind dort seit 2018 eine Krippe und ein Kindergarten untergebracht.

Nicht tangiert von alledem ist jedoch die Halle. Sie ist in ihrer Großzügigkeit noch so erhalten wie damals, als die GIs dort Sport trieben. Mehr noch: Eine mobile Bühne, ein Flügel und ein Schlagzeug gehören noch zum Fundus und zeugen von der Zeit, als das Gebäude mit dem markanten Tonnendach ein beliebter Veranstaltungsort war. Hinter einigen Türen an der Längsseite, die sich wie Garagentore nach oben klappen lassen, finden sich eine Garderobe, eine Umkleide und Maske, Räume für Catering und ein Abstellraum. Auf diesen Flächen waren einmal Feinkostläden und ein Café untergebracht.

Probleme mit Privatfeiern in der Grünen Halle

Zur Erinnerung: 2004 wurde das Gebäude nach aufwändigem Umbau neu belebt - als Markthalle mit besonderem Charme. Sieben Jahre später kam jedoch das Aus, die Nachfrage nach höherpreisigen Lebensmitteln war einfach zu gering. Danach wurde der Bau für Veranstaltungen genutzt. Aber auch private Feste fanden in der Halle statt – und mit ihnen begannen die Probleme. Denn die Zahl der Hochzeiten, deren Gäste bis spät in die Nacht feierten, stieg.

Schließlich klagten die Nachbarn wegen Lärmbelästigung. Das Verwaltungsgericht Ansbach gab einer Klägerin Recht und besiegelte damit das Ende des Veranstaltungsorts. Im Dezember 2016 fand dort das letzte Konzert statt.

Um ein ähnliches Schicksal zu vermeiden, haben Hübsch und Harlé sich Gedanken zum Thema Lärm gemacht und ein Konzept entworfen: So haben sie einen dritten Eingang gebaut. Er liegt, anders als die Zugänge zu den Büros und zur Kita, nicht auf der Seite der Wohnbebauung, sondern dem Südstadtpark zugewandt. Außerdem sind lediglich 199 Sitzplätze vorgesehen, obwohl Raum für viel mehr wäre. Momentan allerdings ist die Bestuhlung auf 100 Personen ausgelegt. Auch das Ende der Veranstaltungen ist festgelegt; spätestens um 22 Uhr ist Schluss.

Pläne abgesegnet

Der städtischen Bauaufsicht liegt dieser Entwurf vor, sie hat ihn auch schon abgesegnet. "In dem Rahmen, der hier definiert ist, sind Veranstaltungen in der Halle genehmigt", sagt Barbara Schwipp von der Bauaufsicht.

Einige Testläufe hat das Architekten-Duo bereits durchgeführt. Als vor drei Jahren die Chapel Fürth neu gebaut wurde, fand die Gemeinde sonntags in der Grünen Halle einen Raum für Gottesdienste, Siemens hat während der Pandemie das großzügige Konferenzzimmer genutzt, und eigentlich war vorgesehen, Tanzveranstaltungen für das nahe gelegene Seniorenheim auszurichten. Corona durchkreuzte die Pläne.

Hilfe für Kulturschaffende

Gerade in diesen für sie schwierigen Zeiten wolle man Kulturschaffende unterstützen, sagt Stefan Harlé. "Man spürt, dass die Interaktion zwischen vielen Künstlern abreißt", sagt er. Viele würden sich komplett ins Privatleben zurückziehen. "Es könnte ein Ansatz sein, ihnen hier eine Plattform zu geben." Auch für die Bewohner der Südstadt würde er gern einen Treffpunkt schaffen.

Den Auftakt haben die Architekten, die sich nicht als Eventmanager, sondern lediglich als Vermieter der Räume sehen, schon geplant: Ende November kommt die Fußtheater-Künstlerin Anne Klinge für vier Auftritte in die Grüne Halle.

Weitere Informationen gibt es unter www.gruene-halle-fuerth.de

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