Montag, 09.12.2019

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Montessori-Schule findet in Fürth ihren Platz

Abc-Schützen gehen ab September 2020 in das Containergebäude an der Kapellenstraße - 18.10.2019 06:00 Uhr

Justus, Julius und Helena (von links) haben die Büchertaschen schon mal geschultert: Sie freuen sich, dass die in Fürth geplante Montessori-Schule im September des nächsten Jahres in die Kapellenstraße zieht. © Claudia Freilinger


Bei der Entscheidung für das Container-Gebäude direkt am Wiesengrund habe der Vorteil für die Kinder im Mittelpunkt gestanden, sagt Schul-Bürgermeister Markus Braun.

Der dreistöckige Modulbau, der sich hinter Bäumen und Hecken versteckt, steht momentan nicht leer. Er ist vielmehr ein gern genutztes Ausweichquartier. Seit zwölf Jahren finden hier Schulen Unterschlupf, wenn beispielsweise Sanierungen anstehen oder die Schülerzahlen steigen. Momentan gehen an der Kapellenstraße vor allem Jugendliche der Berufsschule II (Ludwig-Erhard-Schule) ein und aus – auch die Grundschule am Kirchenplatz hat hier Klassenräume ausgelagert. "Wir wollen zusammenführen", meint Braun mit Blick auf das Alter der Schüler.

In der Pfisterstraße, wo die Montessori-Abc-Schützen eigentlich im September 2020 einziehen sollten, residiert momentan die Außenstelle der staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule. "Das Klientel sind Jugendliche und junge Erwachsene", sagt Braun. Das passe besser mit den Berufsschülern der Ludwig-Erhard-Schule zusammen, die sich also auf einen Umzug vorbereiten.

Die Schulleitung habe aufgrund verschiedener Vorteile zugestimmt, unter anderem wegen der größeren Nähe zum Hauptstandort in der Theresienstraße. "Am Wiesengrund haben wir dann mit Kirchenplatz und Montessori zwei Grundschulen, die sicher viele Möglichkeiten haben zu kooperieren", so Braun.

Vertreter der Regierung von Mittelfranken, die im Genehmigungsverfahren über die Montessori-Schule entscheiden, hätten bei einem Ortstermin bereits ihr Einverständnis mit den Räumen signalisiert. Wenn nun auch das pädagogische Konzept überzeugt, kann der Unterricht im September 2020 starten.

"Wir planen zunächst mit 16 Kindern", sagt Victoria Loebermann-Fickl, Vorsitzende der Montessori-Initiative Fürth. Jedes Jahr soll die reformpädagogische Schule, in der jahrgangsgemischt und ohne Noten unterrichtet wird, dann um eine Gruppe wachsen — bis sie am Ende vier Klassen mit 96 Kindern umfasst.

Das Anmeldeverfahren für das kommende Schuljahr läuft bereits. "Wir haben sehr guten Zulauf", verrät die 36-Jährige, die vor ihrer Elternzeit an der Montessori-Schule in Erlangen unterrichtet hat und bald die Leitung der neuen Schule übernimmt. Nach dem Ansatz von Maria Montessori lernen die Schüler selbstbestimmt und nach eigenem Tempo. Dabei arbeiten sie zusammen und kontrollieren ihre Ergebnisse weitgehend selbst – entsprechend dem Grundsatz: "Hilf mir, es selbst zu tun."

Die neue Schule in Fürth möchte außerdem besonderen Wert auf achtsamen Umgang mit sich selbst, mit den anderen und mit der Natur legen. Entsprechende Elemente sollen in den Unterricht einfließen. "Dafür ist der Standort am Wiesengrund sehr gut geeignet", meint Victoria Loebermann-Fickl erfreut, "nahezu erstklassig."

www.montessori-fuerth.de

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