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Montessori-Schule: Fürth sticht Langenzenn aus

Die Initiative hat sich doch noch für die Kleeblattstadt entschieden - 26.07.2019 06:00 Uhr

Wollen im Pfisterschulhaus mit einer Montessori-Schule starten: Victoria Loebermann-Fickl (l.) und Nina Wibmer. © Birgit Heidingsfelder


Unter der Überschrift "Langenzenn gewinnt weitere Schule" verkündete kürzlich das dortige Amtsblatt, die gemeinnützige Organisation "Montessori Initiative Fürth" habe ihre Wahl bei der Suche nach einem Standort getroffen. Doch nun kommt es anders. 

Aller Voraussicht nach wird der Verein, hinter dem sieben Familien mit demnächst schulpflichtigen Kindern stehen, im September 2020 eine Grundschule in der Fürther Innenstadt eröffnen.

Die Stadt stellt für den Anfang Räume im alten Pfisterschulhaus zur Verfügung und sucht parallel nach einer langfristigen Perspektive, konkret: nach einem Grundstück für einen Neubau. Bei einem Pressetermin zeigten sich Oberbürgermeister Thomas Jung ("Ein Montessori-Angebot tut einer Großstadt gut") sowie Bürgermeister und Schulreferent Markus Braun ("Das ist eine absolute Bereicherung für unsere Bildungslandschaft") angetan von der Aussicht auf eine dritte Privatschule.

Dort müssten Eltern ebenso wie an der evangelischen Luise-Leikam-Grundschule und der Grundschule des Humanistischen Verbands Schulgeld bezahlen. Nach dem Ansatz von Maria Montessori lernen Schüler selbstbestimmt und nach eigenem Tempo. Noten gibt es nicht.

Auch die Vorsitzenden der Initiative, Victoria Loebermann-Fickl und Nina Wibmer, sind erfreut. Ein Vertrag wurde noch nicht geschlossen, doch vieles spricht dafür, dass ihr Wunschvorhaben Wirklichkeit wird. Beide hatten in der vergangenen Zeit intensive Gespräche mit den Verantwortlichen in beiden Rathäusern geführt und ihr Projekt im Juli dem Langenzenner Stadtrat vorgestellt.

Sie hatten sich schon für die Zennstadt entschieden und das Amtsblatt hatte die "frohe Botschaft" eben verkündet, als die Stadt Fürth eine vierjährige und damit relativ lange Interimslösung in der Pfisterschule anbot. Weil sich auch Pendlerströme eher Richtung Großstadt bewegen und sechs der sieben Familien hier leben, schwenkte die Initiative letztlich um.

Langenzenns Bürgermeister Jürgen Habel bedauerte dies, zeigte auf Nachfrage aber auch Verständnis und erklärte: "Wir stehen selbstverständlich weiterhin bereit, sollte es in Fürth doch nichts werden." OB Jung beteuerte, es habe "keinen materiellen Bieter-Wettbewerb gegeben".

Jährlich kommt eine Lerngruppe hinzu

Gibt die Bezirksregierung grünes Licht und erteilt eine zunächst vorläufige Genehmigung, kann die Montessori-Schule im Herbst 2020 voraussichtlich 16 Erst- und Zweitklässler in einer ersten Lerngruppe altersübergreifend unterrichten. Danach würde sie jährlich um eine Gruppe wachsen, bis sie vier Klassen mit 96 Kindern umfasst. Laut Braun sollen 75 Prozent der Kinder aus Fürth kommen. Das helfe der Stadt, das prognostizierte Plus von 500 Grundschülern bis 2024/25 zu bewältigen.

Im Golfpark Atzenhof will die Stadt, so Jung, mithilfe eines Sonderprogramms des Bundes 120.000 Quadratmeter Grund günstig erwerben. Auf 5000 bis 6000 Quadratmetern davon ließe sich eine Montessori-Schule errichten – mit Erweiterungsoption bis Jahrgangsstufe zehn. Da die staatlichen Zuschüsse in der Anfangsphase nicht üppig ausfallen, findet Loebermann-Fickl den Start mit günstiger Miete im vorhandenen Schulhaus ideal. Jung und Braun zufolge erweist sich die an sich sanierungsbedürftige Pfisterschule, die seit dem Auszug der Hauptschüler 2010 Schulen als Ausweichquartier dient, einmal mehr als Glücksfall.

Info-Abend der Montessori-Initiative (info@montessori-fuerth.de) am 25.September, 19.30 Uhr, am Waagplatz 2.

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