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Dienstag, 16.07.2019

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Neue Ehre für "Mademoiselle Marie"

Filmfassung des Musicals wurde in Rom als gelungenes Beispiel für Versöhnung gezeigt - 27.03.2019 16:00 Uhr

Werbung in Rom: Produzent Peter Ponnath sowie Autor Fritz Stiegler und Thomas Dröge vom Verein Cadolzburger Burgfestspiele (von links) mit dem Plakat des fränkischen Musical-Heimatfilms auf dem Petersplatz. © Foto: Telefilm


Ort des Geschehens war eine Zusammenkunft der Akademie für Film- und Fernsehdramaturgie unter dem Motto "Top-Talente". Im Mittelpunkt standen die Fragen, ob sich massives Unrecht verzeihen lässt, und wie man lernen kann, zu verzeihen. Eingeladen waren auch der Autor von "Mademoiselle Marie", Landwirt Fritz Stiegler aus Gonnersdorf, Filmproduzent Peter Ponnath und Komponist Matthias Lange, der aus Termingründen nicht mitreisen konnte und vom Vorstand des Vereins Cadolzburger Burgfestspiele, Thomas Dröge, vertreten wurde.

Drei Tage lang diskutierten die 40 Teilnehmer, darunter Soziologen, Politiker, Filmleute und Vertreter verschiedener Fernsehanstalten, das Thema Versöhnung vor dem Hintergrund der Macht der sozialen Medien, die nach Ansicht vieler zur Spaltung der Gesellschaft beitrage. Zur Illustration wurden Filme gezeigt wie etwa die Schweizer Produktion "Lina" von Anne Walser, in der es um das früher erlaubte "Wegsperren von liderlichen Personen" in der Schweiz geht, und der deutsche Spielfilm "Kaddisch für einen Freund", der die Freundschaft zwischen einem alten russischen Juden und einem jungen Araber beschreibt. Abschlussfilm der Tagung war die Fürther Produktion "Mademoiselle Marie", die die Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen zum Thema hat.

Musik als Emotionsträger

Produzent Peter Ponnath berichtete von der Entstehungsgeschichte des Musical- und Heimatfilms und stellte die Bedeutung der Musik als Mittel zum Transport von Informationen heraus. "Erst wenn Informationen emotional unterfüttert werden, gelangen sie ins Langzeitgedächtnis", sagte er mit Bezug auf die Forschungsergebnisse des Gedächtnisforschers und Medizin-Nobelpreisträgers Eric Kandel.

Autor Fritz Stiegler wiederum berichtete, dass die Hauptfigur des Films, der Zwangsarbeiter François Simonet, tatsächlich existierte und auf dem Hof seiner Großeltern beschäftigt war. Bis heute sei er in der Familie nicht vergessen, obwohl er wenige Tage vor Kriegsende durch die Kugel eines SS-Mannes ums Leben kam.

Thomas Dröge schilderte den großen logistischen Aufwand und die zu leistende Überzeugungsarbeit für Bühnenmusical und Film. Doch die Mühe habe sich gelohnt, beides habe sich "zu einer Friedens- und Versöhnungsaktion entwickelt".  

fn

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