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Niederndorfer Südumgehung: Pläne der Nachbarn alarmieren Fürth

Das Vorhaben würde mehr Verkehr in und um Vach nach sich ziehen, die Stadt nimmt Stellung - 20.04.2021 11:00 Uhr

Einer der Knackpunkte: Wo Vacher und Obermichelbacher Straße aufeinandertreffen, befürchtet man in Vach eine deutlich höhere Belastung. Möglicherweise muss für Fahrzeuge, die vom Solarberg kommen und abbiegen möchten, ein eigener Linksabbiegestreifen her.

18.04.2021 © Foto: Wolfgang Händel


Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens kann Fürth bis 21. April Einwendungen geltend machen. Und da gibt es einige. Das Wichtigste ist, so sagte das Baureferentin Christine Lippert jetzt im Bauausschuss, "dass wir die Auswirkungen auf unser Stadtgebiet reduzieren".

Kritiker befürchten, dass sich Verkehrsströme zulasten hiesiger Straßen verschieben. Dass Pendler, etwa Beschäftigte großer Herzogenauracher Firmen wie Schaeffler, Adidas oder Puma, morgens und abends durch die Vororte und nicht mehr über das Autobahnkreuz Fürth/Erlangen fahren, wenn es den Flaschenhals Niederndorf nicht mehr gibt. Und sie argwöhnen, dass Berufskraftfahrer dasselbe tun, um Mautgebühren zu sparen.


Fürths Norden fürchtet die Umgehung der Nachbarn


Es handelt sich um mehr als nur um ungute Gefühle. Verkehrsprognosen gingen zuletzt davon aus, dass die fünf Kilometer lange Niederndorfer Südumgehung, wenn es sie denn gibt, dem Norden von Stadt und Landkreis Fürth im Jahr 2035 deutlich vollere Straßen beschert.

Zwei Beispiele: Auf der Obermichelbacher Straße wären demnach an einem Werktag binnen 24 Stunden 1500 Kraftfahrzeuge (davon 200 Lkw) mehr als bisher unterwegs. Auf der südlichen Vacher Straße, wo 9300 Fahrzeuge (340 Lkw) registriert wurden, wäre mit einem Plus von 1000 Autos (140 Lkw) zu rechnen.

Negative Auswirkungen

Nach der Stellungnahme der Stadt, die dem Ausschuss nun vorlag, rechnet die Verwaltung nicht nur mit negativen Auswirkungen auf den Straßenzustand. Es sei auch "zwingend zu prüfen", ob für Fahrzeuge, die vom Solarberg kommen und von der Vacher in die Obermichelbacher Straße abbiegen, ein eigener Linksabbiegestreifen her muss.

Ohnehin ist man im Baureferat überzeugt, dass das zugrundeliegende Gutachten die Verkehrsbelastungen "deutlich unterschätzt" und "viel zu niedrige Zahlen" ansetzt. Wo Vacher und Obermichelbacher Straße aufeinandertreffen, das hätten eigene Zählungen gezeigt, seien nämlich noch viel mehr Fahrzeuge unterwegs. "In der Abend-Spitzenstunde beträgt die Differenz sogar über 400 Kraftfahrzeuge."

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Fürth drängt nun darauf, dass der Vacher Brennpunkt und eine weitere stauträchtige Stelle, der notorisch überlastete Stadelner Fischerberg, in das Planfeststellungsverfahren aufgenommen werden. In letzter Konsequenz müsste dann im Fall des Falles Herzogenaurach die Kosten für den Ausbau tragen – und nicht Fürth.

Dass Herzogenaurach zahlen muss, steht bei zwei anderen Knotenpunkten, die im Gefolge der Umgehung auf Fürther Gebiet neu gebaut werden sollen, schon fest. Das betrifft einen Kreisverkehr (Herzogenauracher Straße/Pfaffenhecke) sowie eine T-Kreuzung mit Ampelanlage (Obermichelbacher Straße/Pfaffenhecke).

Doch auch an der Kreuzung hat man manches auszusetzen. Die Länge einer Abbiegespur, heißt es, erscheine "deutlich zu gering", die ganze Einmündung "insgesamt recht knapp dimensioniert". Unter dem Strich wäre Fürth ein zweiter Kreisverkehr lieber; deshalb will die Stadt diese Möglichkeit geprüft wissen.

Radwege in der Kritik

Kritische Anmerkungen gibt es auch zur geplanten Führung von Geh- und Radwegen an der Herzogenauracher Straße. Sie betreffen den Verlauf und den Anschluss an den Radweg am Main-Donau-Kanal. Auch diese Hinweise sollen in die Stellungnahme einfließen, die der Bauausschuss jetzt abgesegnet hat.

Nur Linken-Stadtrat Ulrich Schönweiß stimmte dagegen. Er hätte sich noch klarere Worte der Kritik gewünscht. Aus seiner Sicht kommt das ganze Projekt einer "reinen Verkehrsverlagerung auf Fürther Stadtgebiet" gleich. Gibt der Stadtrat diesen Mittwoch sein Okay, ist Eile geboten. Denn bis Mitternacht müssen die Einwendungen aus Fürth der Regierung von Mittelfranken vorliegen.

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