Ausschuss segnet Planungen ab

Nun ist es fix: Das Konzept für den Fürther Weihnachtsmarkt steht

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

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19.10.2021, 18:58 Uhr
Ganz so kuschelig wie sonst wird es in diesem Jahr auf dem Fürther Weihnachtsmarkt nicht zugehen. Die Buden auf der Freiheit werden entzerrt.

Ganz so kuschelig wie sonst wird es in diesem Jahr auf dem Fürther Weihnachtsmarkt nicht zugehen. Die Buden auf der Freiheit werden entzerrt. © F.: Hans Winckler

Der Weihnachtsmarkt wird heuer anders als in den Jahren zuvor. Doch wenigstens kann er über die Bühne gehen, nachdem er 2020 der Pandemie zum Opfer gefallen war. Der kommunale Kirchweihausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag das Konzept verabschiedet. Die Anzahl der Beschicker bleibt dieselbe, aber der Markt wird weitläufiger: Erstrecken werden sich die Buden über die gesamte Fürther Freiheit. Auf der großen Fläche finden die Stände des "konventionellen" Weihnachtsmarkts ihren Platz, der Mittelaltermarkt samt Pyramide wird auf der Kleinen Freiheit und den dortigen Parkplätzen aufgebaut. "Die heimelige Weihnachtsmarkt-Atmosphäre ist so nicht darstellbar", bedauerte Wirtschaftsreferent Horst Müller, der auch für Märkte und Kirchweihen zuständig ist.

Die Buden sind inselartig angeordnet, zwischen den einzelnen Blöcken bleiben mindestens acht Meter Platz, damit sich die Besucher nicht drängen. In der Nachbarstadt Nürnberg setzt man ebenfalls auf Entzerrung, der Christkindlesmarkt auf dem Hauptmarkt soll statt wie üblich acht Budengassen nur maximal fünf umfassen. Das Geschehen verteilt sich heuer zudem auf mehrere Plätze in der Innenstadt. In Fürth jedoch hat man sich gegen ein dezentrales Konzept entschieden, die Schausteller hatten sich dagegen ausgesprochen.

Öffnen dürfen die Stände von 10 bis 21 Uhr, eine Ausnahme gilt für die Ausschank- und Imbissbetriebe: Sie können die Menschen bis 21.30 Uhr verköstigen. Eine Bühne wie sonst am Mittelaltermarkt wird es nicht geben. Dessen Organisator Marc Vogel warb trotzdem für ein wenig Kultur: Miniaufführungen oder Walking Acts kann er sich vorstellen - allerdings nur, wenn die Stadt ein wenig Geld zuschießt. Damit stieß er bei dem Wirtschaftsreferenten auf offene Ohren. "Ich glaube schon, dass wir dafür 10.000 Euro aus dem Budget des Wirtschaftsreferats locker machen können", kündigte Müller an.

Die Fürther Pläne, für die es nun im Ausschuss grünes Licht gab, sind Müller zufolge alternativlos. Doch wenigstens sieht das Rahmenkonzept der Staatsregierung zur allgemeinen Erleichterung weder eine generelle 3G- und Maskenpflicht noch ein Ausschankverbot von Alkohol und eine Umzäunung des Areals vor. Darüber freuen sich Müller zufolge auch die Einzelhändler und die Marktleute des Wochenmarkts, die vom Zustrom der Besucher profitieren dürften.

Die können sich in diesem Winter schon ein paar Tage früher auf den Weg gen Freiheit machen: Eröffnen soll die Budenstadt statt am 25. November bereits am Freitag, 19. November - und damit knapp eine Woche früher als ursprünglich geplant. Ziel ist es, den von der Pandemie gebeutelten Schaustellern zusätzliche Einnahmen in die Kassen zu spülen. Sie können nicht nur deshalb aufatmen: Ihr Antrag, die Standgebühren in diesem Jahr auf die Hälfte zu reduzieren - der Stadt gehen damit etwa 10.000 Euro flöten - wurde befürwortet.

"Der Weihnachtsmarkt 2021 ist kein normaler Weihnachtsmarkt", sagte Müller zusammenfassend. Doch es gehe schließlich um Existenzen, deshalb sei er froh über das Konzept, auf das man sich nun geeinigt hat.

Das Marktamt plant unterdessen die Veranstaltungen für 2022, als gäbe es keine Pandemie, erklärte der stellvertretende Leiter Thomas Oberndorfer. Sollte die Michaelis-Kirchweih nach zwei Ausfällen endlich wieder stattfinden, dann wird sie in die Verlängerung gehen: Die Mitglieder des Kirchweihausschusses haben sich einstimmig dafür ausgesprochen. Dieselbe Diskussion wurde schon im vergangenen Jahr geführt: Vier Tage wollte man dranhängen, um Corona-Verluste wieder wettzumachen. Doch bekanntlich fiel die Ausgabe von 2020 am Ende ins Wasser.

Eine Kärwa-Verlängerung gibt es nicht zum ersten Mal. Im Jahr 2000 wurde sie anlässlich der Milleniumsfeier ausgeweitet, genauso wie 2007 zum 1000-jährigen Stadtjubiläum. Immer wieder brandet die Diskussion um eine dauerhafte Ausdehnung auf. Doch OB Thomas Jung hält mit Blick auf die Anwohner wenig von dieser Idee, wie er in der Vergangenheit immer wieder betonte.

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