OB-Kandidat: Dietmar Helm will’s noch mal wissen

18.5.2017, 11:00 Uhr
Dietmar Helm will Amtsinhaber Thomas Jung herausfordern.

Dietmar Helm will Amtsinhaber Thomas Jung herausfordern. © Winckler

Helm war bereits 2014 gegen Amtsinhaber Thomas Jung (SPD) in den Ring gestiegen. Während dieser auf 73 Prozent der Stimmen kam, votierten für Helm 17,3 Prozent der Wähler.

Die CSU-Stadtratsfraktion hat Helm unlängst als ihren Vorsitzenden bestätigt. Ein Fingerzeig, meint der 49-Jährige, denn: Dieser Posten sei untrennbar mit der OB-Kandidatur verbunden. Als Stellvertreter stehen dem Landwirt aus Burgfarrnbach weiterhin Birgit Bayer-Tersch und Joachim Schmidt zur Verfügung. Tobias Wagner, der laut Helm aus beruflichen Gründen kürzer tritt, wird von Maximilian Ammon abgelöst.

Wie üblich beim Jahresgespräch zog Helm Bilanz: Zu den Erfolgen zählte er die Ehrenamtskarte, die in Fürth auf Initiative seiner Partei eingeführt wurde. "Sie wird von den Ehrenamtlichen genutzt und an vielen Stellen akzeptiert." Wichtig sind in seinen Augen die im Stadtrat erfolgten Weichenstellungen für das Parkhaus in der Gebhardtstraße ("Das entlastet die Südstadt") und den neuen Wochenmarkt. Um attraktiv zu sein, dürfe der aber nicht zu klein geraten.

Mit Spannung blickt Helm dem neuen Nahverkehrsplan entgegen, mit dem der ÖPNV in Fürth effektiver werden soll. Große Bedeutung habe zudem das umfangreiche Verkehrsgutachten, das in ein bis zwei Jahren fertig sein könnte. "Bislang haben wir in Sachen Infrastruktur und Verkehrsplanung in Fürth noch große Defizite", findet der CSU-Fraktionschef.

Dem Oberbürgermeister und der regierenden SPD wirft Helm vor, "leichtfertig" Steuergeld zu verschwenden. Als Beispiel nennt er das Stadelner Hallenbad: Den Standort zu erhalten, sei richtig gewesen, allerdings hätte die Stadt die Arbeiten mit dem ohnehin geplanten Neubau der benachbarten Turnhalle koordinieren sollen. Dann nämlich hätte man den Funktionsbereich von Halle und Bad zusammenlegen können. Helm: "Es ist wichtig, Geld effizient einzusetzen."

Jüngstes Negativbeispiel in Fürth sei das Areal an der Wolfsgrubermühle, das die Stadt ihm zufolge zu spät und zu teuer erworben habe. Der politische Gegner, räumt Helm ein, habe zwar manches "gut gemacht". Dass aber SPD-Fraktionschef Sepp Körbl unlängst den FN sagte, seine Partei habe "keine Fehler" begangen, sei "ein Witz".

Scharfe Kritik äußert CSU-Kreischef Michael Au: Die SPD-Mehrheitsfraktion sei nicht immer zugänglich für Argumente. Andere Positionen würden "teilweise weggebügelt". Die CSU, so Au, arbeite aber daran, dass man sie nach der Wahl 2020 "nicht mehr überhören" könne. Der Kreisvorstand wurde unlängst von den CSU-Mitgliedern im Amt bestätigt, Au mit knapp über 90 Prozent. Einziger Wechsel: Als Schatzmeister löst Ronald Morawski Sven Thalmann ab, der nach Düsseldorf gezogen ist.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der seit fast drei Jahrzehnten dem Kreisverband Fürth angehört, will bei den jüngsten Landtagswahlkämpfen bemerkt haben, dass sich wieder mehr Menschen politisch interessieren. Die AfD solle man am besten "rechts liegen lassen", empfiehlt Schmidt. Dass Siemens mehrere Hundert Stellen in Fürth streicht, sei ein schwerer Schlag. Auch wenn das nicht mit der Quelle-Pleite 2009 zu vergleichen sei, hofft der Minister, "dass die Landesregierung Fürth jetzt nicht vergisst".

Petra Guttenberger fordert ebenfalls den Freistaat auf, die Kleeblattstadt zu unterstützen – etwa mit der Ansiedlung von "universitären Einrichtungen". Der neue Lehrstuhl am Ludwig-Erhard-Zentrum könne nur ein erster Schritt sein.

Die CSU-Landtagsabgeordnete befürwortet den Ruf nach einer "Leitkultur", der in der Integrationsdebatte unlängst wieder durch Innenminister Thomas de Maizière laut geworden ist. Migranten müssten wissen, "in welche Kultur sie sich begeben". Es sei keinesfalls "anmaßend", von Neuankömmlingen zu verlangen, sich anzupassen.

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