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Sonntag, 20.10.2019

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OP-Zentrum: Fürther Klinikum braucht einen Neubau

Die Großbaustelle auf dem Gelände wirft ihre Schatten voraus - 10.04.2019 11:00 Uhr

Auf dieser Wiese vor dem Klinikum soll ab dem kommenden Jahr ein neuer Krankenhausbau mit elf OP-Sälen und fast 100 neuen Betten entstehen. Es ist der Auftakt für weitere Baumaßnahmen unter der Überschrift „Klinikum 2030“. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die Pläne für den ersten Bauabschnitt haben die Verantwortlichen inzwischen bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht. "Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr grünes Licht bekommen", sagt Peter Krappmann. Nachdem er 2001 den Chefposten im Klinikum übernommen hatte, konnte er schon einige Meilensteine für das Fürther Krankenhaus setzen – darunter das neue Verwaltungs- und Schulgebäude, die neue Großküche und die Zentrale Notaufnahme. Was in den kommenden Jahren ansteht und ebenfalls Krappmanns Handschrift trägt, stößt in andere Dimensionen vor: Langfristig soll die Zahl der Betten von derzeit knapp 800 auf rund 1000 steigen. Dazu sind mehrere Baumaßnahmen nötig.

Den Anfang macht ein großer Komplex, der ab 2020 auf dem früheren Hubschrauber-Landeplatz – unweit von Kinderklinik und Verwaltungsgebäude – entstehen soll. Der Riegel mit seinen vier Obergeschossen wird unter anderem elf neue OP-Säle beherbergen, eine Intensivstation, zwei normale Stationen und eine so genannte IMC-Station, auf der Patienten liegen, die überwacht, aber nicht beatmet werden müssen. Zeitgleich wird das Parkhaus aufgestockt und um 100 Stellplätze erweitert.

Frühestens ab 2023 wird der Siebziger-Jahre-Trakt, in dem jetzt die Cafeteria untergebracht ist, einem Haus mit Raum für 160 bis 170 Betten weichen. Im Anschluss entsteht hinter dem neuen OP-Komplex ein Neubau für Zentrale Notaufnahme, Radiologie, Internistische Diagnostik, eine zweite Intensivstation und Urologie. Allein das erste Gebäude mit dem neuen OP-Zentrum soll rund 130 Millionen Euro kosten, der Freistaat Bayern hat bereits zugesagt, 96,6 Millionen Euro zuzuschießen.

Man will "Kosten reduzieren, wo es geht"

Apropos Geld: Das Krankenhaus schreibt seit 2015 wieder rote Zahlen, 2017 schlug ein Verlust von 3,7 Millionen Euro zu Buche. Das Klinikum, so Krappmann, will deshalb Kosten reduzieren, "wo es geht, ohne die Patientenversorgung zu beeinträchtigen". Gleichzeitig sollen mehr Patienten zusätzliche Einnahmen bringen.

Die Stadt unterstützt ihre Tochter. Oberbürgermeister Thomas Jung kündigt für die kommenden Jahre ein Zuschuss-Paket in "zweistelliger Millionenhöhe" an. Mit dem Geld will das Rathaus das aufgelaufene Defizit ausgleichen und Investitionen anstoßen. Der Stadtrat wird die Hilfen im Herbst beschließen. Jung hofft zudem, dass die Bundesregierung "große Krankenhäuser besser unterstützt". Gerade ambulante Behandlungen würden so schlecht vergütet, dass sie für Kliniken zwangsläufig zum Draufzahlgeschäft würden.

Arbeiten auf Dauerbaustelle laufen wieder an

Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: Demnächst könnte eine Dauerbaustelle auf dem Krankenhausgelände endlich Fortschritte machen. Rückblick: 2016 beseitigten Bagger die alte Kinderklinik, um Platz für eine neue Psychiatrische Klinik mit 100 Betten zu schaffen. Doch nach dem Abriss ging dort nichts mehr voran, auch weil plötzlich ausgeschlossen werden musste, dass ein alter Bierkeller in der Nähe des Geländes die Statik des Gebäudes gefährdet. Krappmann zufolge sollen die Arbeiten nun im Sommer anlaufen.

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Johannes Alles

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