ADFC und VCD ergreifen Partei

Pläne für Fürths Schwabacher Straße: "Umbau hätte viele Vorteile"

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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10.1.2022, 12:00 Uhr
Gelb markierte Schutzstreifen für Radler gibt es schon, das Nadelöhr Bahnunterführung sorgt für Verdruss: Die Schwabacher Straße soll zwischen Innenstadt (Bild) und Südstadt ihr Gesicht verändern. Wann es so weit ist, bleibt vorerst offen.

© Foto: Hans-Joachim Winckler Gelb markierte Schutzstreifen für Radler gibt es schon, das Nadelöhr Bahnunterführung sorgt für Verdruss: Die Schwabacher Straße soll zwischen Innenstadt (Bild) und Südstadt ihr Gesicht verändern. Wann es so weit ist, bleibt vorerst offen.

Mit Blick auf Klimaschutz und Verkehrswende will die Stadt die Schwabacher Straße umbauen. Autos, Motorräder und Lkw sollen Bussen und Fahrrädern mehr Platz machen. Die CSU hat bereits Bedenken angemeldet; nun brechen zwei Interessenverbände eine Lanze für eine "zeitnahe Umsetzung".

Via Pressemitteilung ergreifen der Fürther Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Ortsverband Fürth des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) Partei für ein Verkehrsprojekt, das der städtische Bauausschuss schon 2019 beschlossen hat. Bisher wurde es nur teilweise umgesetzt – als Dauerprovisorium, erkennbar an gelb markierten Schutzstreifen für Radfahrer. Aus dem Rathaus hieß es bereits, die Umsetzung werde noch auf sich warten lassen. Vorrang habe der Abriss der Schwabacher Brücke über der Südwesttangente im Herbst 2023.

Zwischen der Innenstadt (Bahnunterführung) und der Südstadt (Herrnstraße) sollen die Verkehrsströme neu sortiert werden. Der Fahrzeugverkehr rollt dann künftig in beide Richtungen nur noch jeweils einspurig und mit Tempo 30. Richtung City teilen sich ÖPNV und Radler die zweite (Umwelt)Spur, damit die Busse im Berufsverkehr nicht mit den Pkw im Stau stehen. Stadtauswärts ist nur ein Schutzstreifen für Radler vorgesehen, Busse und Autos sind auf ein- und derselben Spur unterwegs.

Wird die neue Verkehrsführung erst einmal umgesetzt, gäbe es auch das Nadelöhr Bahnunterführung nicht mehr, wo der Verkehr oft stockt. Denn Richtung Stadtmitte verengen sich hier die zwei Fahrbahnen.

ADFC-Kreisverbandsvorsitzender Olaf Höhne machte auch auf Nachfrage noch einmal klar, dass die Stadträte mit ihrem Beschluss von 2019 "ein ganzes Potpourri an Vorteilen" im Blick hatten: Es sei ihnen nicht nur um eine durchgängige Radwege-Verbindung zwischen Süd- und Innenstadt gegangen, sondern auch darum, dass die Busse ihre Fahrpläne wirklich einhalten können und dass die Feuerwehr dank intelligenter Ampelsteuerungsanlagen bei Einsätzen Ziele in der Südstadt von der neuen Hauptwache an der Kapellenstraße schnellstmöglich erreicht." Ein Kerngedanke sei es ja von Anfang an auch gewesen, den Verkehr vor zwei Schulen zu beruhigen und die Sicherheit zu erhöhen. Vor den Schulen wurden bereits Tempo-30-Zonen eingerichtet.

Schluss mit "Ampelrennen"

Mit den geplanten Maßnahmen soll die Lärmbelastung für die Anwohner reduziert werden, heißt es in der Mitteilung, und die stauträchtigen Linksabbiegestellen sollen weniger werden. Unterm Strich, so Höhne, verspreche man sich einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Mit "Ampelrennen", wie man sie sonst auf zweispurigen Straßen beobachten könne, sei künftig Schluss.

Die CSU hatte die Stadtverwaltung aufgefordert, vor der Umgestaltung der Schwabacher Straße die zu erwartenden Auswirkungen auf die gesamte Südstadt zu analysieren. Schließlich böten die zur Fahrradstraße umgewandelte Dambacher Straße und die Ludwigstraße mit ihrem Radweg Alternativen.

Das sieht man beim ADFC nur bedingt so. Es gebe ja auch in der Schwabacher Straße hunderte von Wohnungen und Geschäften, "die selbstverständlich auch mit dem Rad anfahrbar sein müssen".

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