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Radschnellweg: Zirndorfer Trasse als Pilotprojekt?

Verbindungen von Nürnberg in den Landkreis Fürth und nach Erlangen gelten als Favoriten - 15.03.2018 21:00 Uhr

Wenn die Planer den Radschnellweg im Landkreis angehen, müssen sie auch eine neue Brücke über den Rednitzgrund vorsehen. Die alte Querung muss weichen. © Foto: Hans Winckler


Laut Innenminister Joachim Herrmann, so steht es in einer Mitteilungsvorlage für die Kreisräte des Bauausschusses, soll umgehend mit der Planung einer Pilotstrecke begonnen werden. Von den im Zuge einer Machbarkeitsstudie untersuchten sieben Trassen haben vier großes Potenzial, darunter auch eine von Fürth nach Nürnberg und eine von Fürth nach Erlangen. Doch anscheinend haben sich nun zwei Favoriten herausgeschält, diesen Eindruck vermittelte die Ausschuss-Sitzung im Zirndorfer Landratsamt: neben der besagten Landkreisroute noch die Trasse Nürnberg - Erlangen.

Allerdings: In einem Arbeitsgespräch zwischen Vertretern des Landkreises und der Stadt Nürnberg wurde deutlich, dass die große Nachbarkommune eigentlich der Verbindung nach Erlangen den Vorzug geben will. Wie die Verwaltung in den Unterlagen für den Bauausschuss weiter schreibt, hätten die Nürnberger aber dem Schnellweg über Zirndorf und Oberasbach "ebenfalls gute Realisierungschancen" eingeräumt. Das hat damit zu tun, darauf wies Landrat Matthias Dießl hin, dass sich die benötigten Grundstücke bereits größtenteils in Besitz des Landkreises oder der Stadt Zirndorf befinden.

Sollte es bei der Trasse Erlangen - Nürnberg also an irgendeiner Stelle im weiteren Planungs- und Entwicklungsprozess zu Verzögerungen kommen, könnte der Landkreis-Schnellweg in der Priorisierung nach vorn rücken, heißt es. Oder wie Dießl es formulierte: "Was am schnellsten baureif ist, soll gebaut werden."

Wunschvorstellung des Landkreises wäre, dass die rund acht Kilometer lange Route zwischen Leichendorf und Gebersdorf bis zum Jahr 2025 fertiggestellt ist. Dann soll dort – so zumindest Stand heute – die U-Bahnlinie 3 bis in den Nürnberger Vorort reichen. Zunächst muss aber geplant werden, das ist eigentlich die Aufgabe des Staatlichen Bauamts Nürnberg. Da die Behörde in den nächsten Jahren dafür aber keine Kapazitäten hat, soll der Auftrag vergeben werden.

Blieben noch die Kosten: Auf rund 20 Millionen Euro wird der Abschnitt von Zirndorf bis zur Nürnberger Stadtgrenze geschätzt. Aus Sicht des Landkreises muss der Freistaat dafür aufkommen, weil der Radweg begleitend zur Staatsstraße läuft. Damit wäre das Land auch der Baulastträger. Das hieße, dass der nach Abzug der Förderung millionenschwere Eigenanteil der beteiligten Städte Zirndorf und Oberasbach ebenfalls von München übernommen werden müsste.

Diese Auffassung sei in weiteren Gesprächen "verfestigt" worden, schreibt die Kreisverwaltung. Klingt gut, denn: 20 Millionen Euro seien "kein Pappenstiel, aber am Geld scheitert es nicht", sagt der Landrat und verspricht, man werde sich deshalb gegenüber dem Freistaat bei der Frage der Grundstücke "sehr kooperativ" zeigen. 

HARALD EHM

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