Dienstag, 12.11.2019

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Sandsack-Challenge: THW lädt in Fürths Innenstadt

Das Technische Hilfswerk zeigt am Samstag bei einem Mitmach-Parcours seine Arbeit - 05.09.2019 16:00 Uhr

Zwar blieb Fürth bislang von Hochwasser verschont, doch nach starken Regenfällen im vergangenen Januar stieg der Pegel der Rednitz bei der Uferpromenade blitzartig an. Aufgrund des ausgedörrten Bodens floss das Wasser auf den Wiesen nur langsam ab. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Über den beiden vergangenen Sommern mit viel Hitze und Trockenheit könnte man glatt vergessen, welche dramatischen Folgen das lang ersehnte Nass haben kann. Dabei können tagelange Regenfälle oder heftiger Platzregen, den der Boden so schnell gar nicht aufzunehmen vermag, zu bedrohlichen Situationen führen. Ebenso die Schneeschmelze in den Bergen, die die Pegel von Bächen und Flüssen rasant ansteigen lässt. Szenarien, die, so warnen Wissenschaftler, in Zeiten des Klimawandels immer häufiger vorkommen werden.

Auf solche Prophezeiungen reagiert auch das Technische Hilfswerk (THW) in Fürth – selbst wenn Stadt und Landkreis in der Vergangenheit von Hochwasser meist verschont geblieben sind. "An uns ziehen Unwetter oft vorbei und driften in Richtung Neustadt/Aisch, Bad Windsheim oder Ansbach ab", sagt die Fürther THW-Sprecherin Annelie Schiller. Doch sich darauf verlassen, dass das künftig so bleibt, könne man eben nicht.

Gut gerüstet

Das THW, das bei Naturkatastrophen ebenso zum Einsatz kommt wie bei Stromausfällen, ist – nicht zuletzt wegen des Jahrhunderthochwassers von 2002, das in Deutschland vor allem die Donauregion betraf – auch für solche Einsätze gut gerüstet.

Im Bestand hat die Fürther Ortsgruppe Hochleistungspumpen, die 5 000 Liter pro Minute wegschaffen können. Zudem wurde eine neue Fachgruppe für Wasserschaden und Pumpen eingerichtet. Daneben kümmert sich das Hilfswerk auch darum, etwa eine zusammengebrochene Trinkwasserversorgung wieder herzustellen.

Doch bevor das Wasser die Überhand gewinnt, versuchen die Mitarbeiter natürlich das Schlimmste abzuwenden. Etwa, dass Keller volllaufen oder Deiche brechen. "Das bewährteste Mittel dagegen sind immer noch Sandsäcke", sagt Schiller. Die Jutebeutel sind mit einem speziellen Sandgemisch gefüllt, das Wasser besonders gut aufnimmt. Mit den Säcken lassen sich einerseits Barrieren errichten, die die Flut abhalten können. Andererseits sichern und festigen sie aufgeweichte Schutzdämme, die zu bersten drohen. Eine niedrige fünfstellige Zahl an leeren Säcken, so Schiller, habe man in Fürth vorrätig. Dazu kommt ein riesiger Trichter, mit dem sie sich besonders effektiv befüllen lassen. Auch einige Exemplare, die bereits gefüllt sind, hält das THW bereit.

Mehr Informationen zum Thema Hochwasserschutz gibt es vom Fürther Ortsverband am kommenden Samstag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in der Schwabacher Straße auf Höhe von H & M. An sechs dort aufgebauten Stationen kann man selbst ausprobieren, wie man die Säcke schnell befüllt, transportiert und am besten aufschichtet.

Wer sich bei dieser "Sandsack-Challenge" besonders wacker schlägt, hat neben dem Lerneffekt auch die Chance, einen Gutschein für die Erdinger Therme oder ein iPad zu gewinnen. Diese Preise winken dem Regional- und Gesamtsieger, die aus allen 70 THW-Stationen ermittelt werden, die am Samstag in ganz Bayern aufgebaut sind. Mitmachen kann bei dem Wettbewerb jeder, die Teilnahme ist kostenlos.

Bilderstrecke zum Thema

Regnitz-Pegel steigt: Hochwasser in Fürth und im Landkreis

Auch an der Regnitz machte sich im Januar 2018 das Hochwasser in der Region bemerkbar: In Stadeln musste die Landstraße gesperrt werden, weil die Fahrbahn vom Wasser bedeckt ist, eine Baustelle in der Vacher Straße steht ebenfalls zentimetertief unter Wasser und bei Veitsbronn trat die Zenn über die Ufer.


Gwendolyn Kuhn

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