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Mittwoch, 24.04.2019

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Schnellkurs in Trapezkunst und Taubendressur in Ammerndorf

Ein besonderes Ferienprogramm gabe es zusammen mit dem Zirkus Rondel aus Hannover angeboten - 07.04.2013 09:00 Uhr

Noch wird die Tauben-Nummer geübt. Eine Woche lang bereitet sich der Ammerndorfer Nachwuchs unter professioneller Anleitung auf den großen Auftritt vor. © Kriesl


Das grün-gelb gestreifte Zirkuszelt ist schon aus der Ferne zu sehen – und was dort los ist, nicht zu überhören. Es ist kurz vor 13 Uhr und 180 Kinder warten auf den Einlass in die Manege. Solange vertreiben sie sich die Zeit mit Fangen spielen und den sechs Zwergponys, die im Freien in ihren Gehegen dösen. Die Tiere stört das nicht: Sie sind waschechte Profis und den Lärm gewöhnt. Schließlich hat sich der hannoverische Zirkus Rondel auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert und tourt das ganze Jahr quer durch Deutschland. In dieser Woche hat er sein Zelt im Fürther Landkreis aufgeschlagen.

„Die Nachfrage war groß, wir sind förmlich überrannt worden“, sagt der Organisator Olaf Seltmann vom Ammerndorfer Dorfkinder Verein. Die ehrenamtliche Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kinder- und Jugendarbeit im Ort zu stärken. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren organisieren Seltmann und ein 35-köpfiges Helferteam die Zirkuswoche. Das Projekt lockt mittlerweile sogar Kinder aus den umliegenden Städten und Dörfern an.

Wie kam er auf die Idee? „Mein Arbeitgeber hatte den Zirkus für eine Vorstellung gebucht, so kam ich mit den Artisten ins Gespräch“, verrät er.

Doch plötzlich tönt Musik aus den Boxen im Inneren des Zeltes. „Vorhang auf und Bühne frei“, schallt es aus den Lautsprechern. Die Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren sind jetzt nicht mehr zu halten: Sie strömen aufgeregt in die Manege. Dort teilt sie Zirkusdirektor René Ortmann in Gruppen ein. Die Mädchen und Jungen können entscheiden, ob sie Tauben, Ziegen oder Zwergponys dressieren wollen, zaubern, seiltanzen oder ans Trapez möchten. Besonders Wagemutige dürfen sich als Fakire beweisen.

„Nur Schwertschlucker haben wir hier nicht“, sagt Harald Jarosch, der bei der Organisation des Kulturzirkus mithilft. Von Dienstag bis Freitag üben die Kinder die verschiedenen Disziplinen ein und stellen ihr Können am Ende der Woche in zwei öffentlichen Vorstellungen unter Beweis.

„Dabei geht es vor allem um den Spaß“, sagt der ehrenamtliche Helfer. Nebenbei soll die Zirkuswoche die Fantasie der Kinder anregen, ihr Selbstbewusstsein stärken und den Gruppenzusammenhalt fördern.

Doch nicht nur die Kinder, sondern auch das Helferteam zieht an einem Strang. „Wir haben letzte Woche alle zusammen das Zelt aufgebaut – in nur zweieinhalb Stunden“, sagt Harald Jarosch. „Das war ein neuer Rekord.“

Unter der blauen Sternenkuppel des Zirkus probt bereits die erste Artistengruppe. Direktor Ortmann zeigt den Kindern einfache Kunststücke und erklärt, wie sie sich am Trapez festhalten sollen. Zunächst geht er die Übungen Schritt für Schritt am Boden mit ihnen durch. Dann wird es ernst: Mit einer Seilwinde zieht ein Mitarbeiter das Trapez in die Höhe. Der Reihe nach führen die Kinder ihre Kunststücke vor: Sie baumeln kopfüber an der Stange oder hängen sich einhändig daran. René Ortmann steht derweil unter dem Trapez, bereit, die Kinder aufzufangen, falls sie doch einmal abrutschen sollten.

Gefiederte Akrobaten

Hinter der Manege geht es etwas unspektakulärer, aber nicht weniger spannend zu. Eine Artistin erklärt der Kindergruppe, wie sie Tauben dressiert. „Nur keine Scheu“ ermutigt sie. „Die Tiere sind daran gewöhnt.“ Wichtig seien ein offener Umgang mit den Tieren und eine klare Körpersprache. Tatsächlich entpuppen sich die Vögel als wahre Akrobaten: Wie selbstverständlich hüpfen sie auf die Hände der Kinder und laufen über kleine Holzleitern.

Olaf Seltmann ist von dem Zusammenhalt und Teamgeist der Kinder und Helfer vor Ort begeistert. „Wenn alles gut geht“, sagt er, „wollen wir den Zirkus in zwei Jahren wieder nach Ammerndorf holen.“

  

Ilona Kriesl

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