Ständig im Lockdown: Fürther Einzelhändler schildern ihre Nöte

26.3.2021, 16:48 Uhr
Maria Grazia Tricarico und Roland Stumpf:
„Die Situation ist grausam für uns kleine inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, wirtschaftlich und seelisch. Jetzt werden uns wieder zarte Öffnungsperspektiven geboten. Aber wir fragen uns: Können die uns Einzelhändler retten? Besteht nicht weiter die Gefahr, dass unsere Innenstädte sterben? Dass Unternehmen, die zum Teil jahrzehntelang die Bilder der Städte prägten, zu verschwinden drohen?“

Nach Monaten des Lockdowns sitzen Frust, Zukunftssorgen und Empörung bei vielen Einzelhändlern tief: Fürther Betroffene berichten in dieser Bilderstrecke, wie es ihnen geht. Text: Birgit Heidingsfelder
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Mode Mary Lou, Mister Lou, Bellezza

Maria Grazia Tricarico und Roland Stumpf:
„Die Situation ist grausam für uns kleine inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, wirtschaftlich und seelisch. Jetzt werden uns wieder zarte Öffnungsperspektiven geboten. Aber wir fragen uns: Können die uns Einzelhändler retten? Besteht nicht weiter die Gefahr, dass unsere Innenstädte sterben? Dass Unternehmen, die zum Teil jahrzehntelang die Bilder der Städte prägten, zu verschwinden drohen?“ Nach Monaten des Lockdowns sitzen Frust, Zukunftssorgen und Empörung bei vielen Einzelhändlern tief: Fürther Betroffene berichten in dieser Bilderstrecke, wie es ihnen geht. Text: Birgit Heidingsfelder © Hans-Joachim Winckler, NN

Bastian Wurm-Trageiser:
„Was mich sehr beschäftigt, ist die Perspektivlosigkeit. Die Politik hat leider nach wie vor keine Idee, wie das Ganze mal stabil laufen soll. Auch wenn jetzt für die Zeit nach den Osterferien Lockerungen angekündigt werden, bleibe ich skeptisch. Denn ich fürchte, die sind hinfällig, wenn die Inzidenzen weiter steigen. Natürlich versuchen meine Kollegen und ich, die Situation anzunehmen, wie sie ist. Zum Glück haben wir einen starken Rückhalt in unseren Familien. Ich freue mich mehr denn je über meine Kinder. Die muntern mich auf und bringen mich zum Lachen.“

 
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Travel & Trek, Outdoor-Equipment

Bastian Wurm-Trageiser:
„Was mich sehr beschäftigt, ist die Perspektivlosigkeit. Die Politik hat leider nach wie vor keine Idee, wie das Ganze mal stabil laufen soll. Auch wenn jetzt für die Zeit nach den Osterferien Lockerungen angekündigt werden, bleibe ich skeptisch. Denn ich fürchte, die sind hinfällig, wenn die Inzidenzen weiter steigen. Natürlich versuchen meine Kollegen und ich, die Situation anzunehmen, wie sie ist. Zum Glück haben wir einen starken Rückhalt in unseren Familien. Ich freue mich mehr denn je über meine Kinder. Die muntern mich auf und bringen mich zum Lachen.“   © Hans-Joachim Winckler, NN

Medina Baydar:
„Für uns läuft es einfach schlecht. Zum Beispiel ,Click & Collect’, damit können wir nullkommanull anfangen. Unsere Kunden suchen das Feeling. Sie wollen anprobieren, wollen beraten werden, reden. Sonst waren manche zwei Stunden im Laden, wir haben dann Kekse angeboten oder ein Stück Schokolade. Und jetzt? Terminshopping mit negativem Corona-Test demnächst, das mag unter dem Gesundheitsaspekt richtig sein, für den Einkauf von Kleidung oder Schuhen bei uns ist der Test wieder eine Hürde. Unser Geschäft ernährt meinen Mann, mich und unsere zwei Kinder. Nur: Wirtschaftlich verkraften wir das nicht mehr lang.“
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Baxx Shoes & Fashion

Medina Baydar:
„Für uns läuft es einfach schlecht. Zum Beispiel ,Click & Collect’, damit können wir nullkommanull anfangen. Unsere Kunden suchen das Feeling. Sie wollen anprobieren, wollen beraten werden, reden. Sonst waren manche zwei Stunden im Laden, wir haben dann Kekse angeboten oder ein Stück Schokolade. Und jetzt? Terminshopping mit negativem Corona-Test demnächst, das mag unter dem Gesundheitsaspekt richtig sein, für den Einkauf von Kleidung oder Schuhen bei uns ist der Test wieder eine Hürde. Unser Geschäft ernährt meinen Mann, mich und unsere zwei Kinder. Nur: Wirtschaftlich verkraften wir das nicht mehr lang.“ © Hans-Joachim Winckler, NN

Markus Kallweit:
„Weil ich einige Feinkostartikel im Sortiment habe, darf ich öffnen, aber nicht komplett. Ich habe meine 80 Quadratmeter auf zehn verkleinert, keiner darf rein und durchlaufen. Ich bin nachmittags da, fühle mich aber so erdrückt und ausgelaugt, als würde ich den ganzen Tag arbeiten. Sehr zu schaffen macht mir, dass mir viele Entscheidungen willkürlich und unverständlich erscheinen. Jetzt darf man nach Mallorca fliegen. Am Karsamstag sollten, so hieß es ja kurzzeitig, Supermärkte und Discounter öffnen dürfen, die Pandemie-Gewinner. Ja, hat die Politik denn einen Knall?“
 
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Deinheim - Wohnen & Wein

Markus Kallweit:
„Weil ich einige Feinkostartikel im Sortiment habe, darf ich öffnen, aber nicht komplett. Ich habe meine 80 Quadratmeter auf zehn verkleinert, keiner darf rein und durchlaufen. Ich bin nachmittags da, fühle mich aber so erdrückt und ausgelaugt, als würde ich den ganzen Tag arbeiten. Sehr zu schaffen macht mir, dass mir viele Entscheidungen willkürlich und unverständlich erscheinen. Jetzt darf man nach Mallorca fliegen. Am Karsamstag sollten, so hieß es ja kurzzeitig, Supermärkte und Discounter öffnen dürfen, die Pandemie-Gewinner. Ja, hat die Politik denn einen Knall?“
  © Hans-Joachim Winckler, NN

Rosemarie Worzer-Oehrlein:
„Wenn die Staatsregierung, wie jetzt wieder, neue Regelungen ankündigt, begreift man ja im ersten Moment gar nicht, was anders wird. ,Click & Meet’ jetzt also bei einer Inzidenz von 100 bis 200 mit Corona-Test. Ich bin da nicht euphorisch. Leider zeigt die Erfahrung, dass die Politik heute so und morgen anders entscheidet. Natürlich freu’ ich mich, wenn wir aufmachen dürfen. Denn wenn es anders kommt, weiß ich nicht, wie lange wir noch durchhalten. Rechnungen im sechsstelligen Bereich sind offen, und wir dürfen keine Ware abverkaufen. Überbrückungshilfe, wenn man sie kriegt, ist schön und gut – aber eben auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“
 
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Schuhhaus Oehrlein

Rosemarie Worzer-Oehrlein:
„Wenn die Staatsregierung, wie jetzt wieder, neue Regelungen ankündigt, begreift man ja im ersten Moment gar nicht, was anders wird. ,Click & Meet’ jetzt also bei einer Inzidenz von 100 bis 200 mit Corona-Test. Ich bin da nicht euphorisch. Leider zeigt die Erfahrung, dass die Politik heute so und morgen anders entscheidet. Natürlich freu’ ich mich, wenn wir aufmachen dürfen. Denn wenn es anders kommt, weiß ich nicht, wie lange wir noch durchhalten. Rechnungen im sechsstelligen Bereich sind offen, und wir dürfen keine Ware abverkaufen. Überbrückungshilfe, wenn man sie kriegt, ist schön und gut – aber eben auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“
  © Hans-Joachim Winckler, NN

Heide Toumanides:
„Ich liege in letzter Zeit nachts oft wach. In dieser Krise ist kein Ende in Sicht, und die Lage ist finanziell bedrückend. Ich verstehe, dass man Maßnahmen ergreift, um die Krankenhäuser nicht zu überlasten. Ich finde es grundsätzlich richtig, Kontakte zu reduzieren. Aber warum dürfen Discounter aufmachen und alle Sortimente führen, die auch der Einzelhandel anbietet? Nein, da komm’ ich nicht mit. Ich gebe nicht kampflos auf, aber ich werde bald 58, und das alles geht mir an die Substanz.“
 
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Die Nähstube

Heide Toumanides:
„Ich liege in letzter Zeit nachts oft wach. In dieser Krise ist kein Ende in Sicht, und die Lage ist finanziell bedrückend. Ich verstehe, dass man Maßnahmen ergreift, um die Krankenhäuser nicht zu überlasten. Ich finde es grundsätzlich richtig, Kontakte zu reduzieren. Aber warum dürfen Discounter aufmachen und alle Sortimente führen, die auch der Einzelhandel anbietet? Nein, da komm’ ich nicht mit. Ich gebe nicht kampflos auf, aber ich werde bald 58, und das alles geht mir an die Substanz.“
  © Hans-Joachim Winckler, NN

Vera Satiro:
„Mir reicht es, ich halte das nicht mehr aus. Ich bin an sich ein verständnisvoller Mensch, aber ich mag nicht mehr zuschauen, wie sich beim Drogeriemarkt gegenüber Schlangen an drei Kassen bilden, während bei mir Kinder eine Jacke in zwei Größen draußen in der Kälte anprobieren müssen. Das bricht mir das Herz. Ich gönne jedem sein Geschäft, wir müssen alle leben. Aber dass ich zurzeit nicht mal ein einziges Kind reinlassen darf, dafür hab’ ich kein Verständnis. Mein Geschäft ist meine Leidenschaft, aber seit einem Jahr geht’s nur noch ums Überleben, um nackte Zahlen. Ich fühle Rebellion in mir.“
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Satiro-Mode

Vera Satiro:
„Mir reicht es, ich halte das nicht mehr aus. Ich bin an sich ein verständnisvoller Mensch, aber ich mag nicht mehr zuschauen, wie sich beim Drogeriemarkt gegenüber Schlangen an drei Kassen bilden, während bei mir Kinder eine Jacke in zwei Größen draußen in der Kälte anprobieren müssen. Das bricht mir das Herz. Ich gönne jedem sein Geschäft, wir müssen alle leben. Aber dass ich zurzeit nicht mal ein einziges Kind reinlassen darf, dafür hab’ ich kein Verständnis. Mein Geschäft ist meine Leidenschaft, aber seit einem Jahr geht’s nur noch ums Überleben, um nackte Zahlen. Ich fühle Rebellion in mir.“ © Hans-Joachim Winckler, NN

Brigitte Hanek-Ures:
„Diese völlige Ungewissheit, wie es weitergeht, treibt mich und meine Kolleginnen um. Wir haben ja Verantwortung für unsere Mitarbeiter, die nach wie vor in Kurzarbeit sind, und für unsere Lieferanten in aller Welt, die auch von uns abhängig sind. Wir versuchen, nach vorne zu schauen und kreative Lösungen zu finden. Aber ich muss sagen, die Last auf unseren Schultern wird immer schwerer.“

 
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Farcap Faire Mode

Brigitte Hanek-Ures:
„Diese völlige Ungewissheit, wie es weitergeht, treibt mich und meine Kolleginnen um. Wir haben ja Verantwortung für unsere Mitarbeiter, die nach wie vor in Kurzarbeit sind, und für unsere Lieferanten in aller Welt, die auch von uns abhängig sind. Wir versuchen, nach vorne zu schauen und kreative Lösungen zu finden. Aber ich muss sagen, die Last auf unseren Schultern wird immer schwerer.“   © Hans-Joachim Winckler, NN

Angie Thamm:
„Man hängt einfach in der Luft. Wir haben hier in Deutschland zwar das Glück, dass wir finanziell unterstützt werden, aber das reicht hinten und vorne nicht. Meine Rücklagen waren eigentlich als Altersvorsorge gedacht; das bisschen, was ich da gespart habe, geht gerade dahin. Aber: Ich werde gewiss durchhalten, da bin ich zäh. Ich habe noch einen Online-Shop, den versuche ich jetzt etwas auszubauen, auch über Social Media. Von der Politik bin ich enttäuscht, die tritt seit nunmehr einem Jahr auf der Stelle. Traurig macht mich, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht.“
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Ganesha Shop, Produkte aus Asien

Angie Thamm:
„Man hängt einfach in der Luft. Wir haben hier in Deutschland zwar das Glück, dass wir finanziell unterstützt werden, aber das reicht hinten und vorne nicht. Meine Rücklagen waren eigentlich als Altersvorsorge gedacht; das bisschen, was ich da gespart habe, geht gerade dahin. Aber: Ich werde gewiss durchhalten, da bin ich zäh. Ich habe noch einen Online-Shop, den versuche ich jetzt etwas auszubauen, auch über Social Media. Von der Politik bin ich enttäuscht, die tritt seit nunmehr einem Jahr auf der Stelle. Traurig macht mich, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht.“ © Hans-Joachim Winckler, NN

Oliver Seitz:
„Mein Appell an die Politik lautet: Bitte sorgt endlich dafür, dass geimpft wird auf Teufel komm raus und dass wir dann wieder aufmachen dürfen, gerne mit Auflagen. Wir brauchen eine Perspektive. Ob die Lockerungen ab April eine sind? Ich habe keine Ahnung. Sicher, wir haben profitiert vom Fahrradboom durch Corona, aber seit Dezember ist unser Laden geschlossen, von einer Woche ,Click & Meet‘ abgesehen. Dass die Werkstatt geöffnet war, hat uns über den Winter gerettet. Nur: Jetzt beginnt die Saison. Jetzt müssten wir die Umsätze erwirtschaften, die uns durch den Winter tragen und von denen wir unsere Miete bezahlen.“
 
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Zentralrad

Oliver Seitz:
„Mein Appell an die Politik lautet: Bitte sorgt endlich dafür, dass geimpft wird auf Teufel komm raus und dass wir dann wieder aufmachen dürfen, gerne mit Auflagen. Wir brauchen eine Perspektive. Ob die Lockerungen ab April eine sind? Ich habe keine Ahnung. Sicher, wir haben profitiert vom Fahrradboom durch Corona, aber seit Dezember ist unser Laden geschlossen, von einer Woche ,Click & Meet‘ abgesehen. Dass die Werkstatt geöffnet war, hat uns über den Winter gerettet. Nur: Jetzt beginnt die Saison. Jetzt müssten wir die Umsätze erwirtschaften, die uns durch den Winter tragen und von denen wir unsere Miete bezahlen.“
  © Hans-Joachim Winckler, NN

Johanna und Knut Preißner:
„Wir sind ein Familienunternehmen und haben über 70 Prozent Umsatzeinbußen. Damit kann man beim besten Willen nicht wirtschaften. Unsere geschäftlichen Ressourcen sind aufgebraucht. Was uns etwas hilft, ist unser Online-Shop und der Lieferservice ,Fürth bringt’s‘, den die Stadt eingerichtet hat. Der funktioniert reibungslos. Schlimm ist nur, dass viele Leute inzwischen andere Quellen im Internet haben, wo sie bestellen. Wir hoffen, dass die Kunden wieder zurückkommen – wann auch immer sie das dürfen.“

 
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Mau-Mau Spielwaren

Johanna und Knut Preißner:
„Wir sind ein Familienunternehmen und haben über 70 Prozent Umsatzeinbußen. Damit kann man beim besten Willen nicht wirtschaften. Unsere geschäftlichen Ressourcen sind aufgebraucht. Was uns etwas hilft, ist unser Online-Shop und der Lieferservice ,Fürth bringt’s‘, den die Stadt eingerichtet hat. Der funktioniert reibungslos. Schlimm ist nur, dass viele Leute inzwischen andere Quellen im Internet haben, wo sie bestellen. Wir hoffen, dass die Kunden wieder zurückkommen – wann auch immer sie das dürfen.“   © Hans-Joachim Winckler, NN

Elif Ünsal*:
„Wir bräuchten unsere Kunden jetzt, denn wir haben noch die ganze Ware da, die fürs Weihnachtsgeschäft eingekauft wurde. Wir haben das Schaufenster frühlingshaft dekoriert, aber das ändert ja nichts. Am schlimmsten finde ich, dass immer wieder Öffnungen in Aussicht gestellt, dann aber wieder zurückgenommen werden. Man wacht früh auf, schaut auf den Inzidenzwert, man beginnt den Tag mit Hoffnung, es folgt Enttäuschung. “
(*Unser Foto zeigt die Tochter)
 
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Juwelier Aurium

Elif Ünsal*:
„Wir bräuchten unsere Kunden jetzt, denn wir haben noch die ganze Ware da, die fürs Weihnachtsgeschäft eingekauft wurde. Wir haben das Schaufenster frühlingshaft dekoriert, aber das ändert ja nichts. Am schlimmsten finde ich, dass immer wieder Öffnungen in Aussicht gestellt, dann aber wieder zurückgenommen werden. Man wacht früh auf, schaut auf den Inzidenzwert, man beginnt den Tag mit Hoffnung, es folgt Enttäuschung. “
(*Unser Foto zeigt die Tochter)
  © Hans-Joachim Winckler, NN

Kerstin Karalis:
„Die Nachricht, dass bei einer Inzidenz von 100 bis 200 bald ,Click & Meet’ mit Corona-Test erlaubt sein soll, war für mich am Dienstag das schönste Geburtstagsgeschenk. Ein Lichtblick. Meine Bräute machen den Test – natürlich machen sie ihn, es geht um ihr Hochzeitskleid. Ich bin ja ein sehr positiver Mensch, aber zuletzt kam ich emotional an meine Grenze – schon wegen dieser Ungerechtigkeit: Warum dürfen Leute in den Baumarkt, aber bei mir darf auf 540 Quadratmetern keine einzige Kundin Brautkleider anprobieren? Eine Kosmetikerin darf ihren Beruf ausüben, aber ich nicht mal, wie im Hochsicherheitslabor, durch Aussparungen in einer Trennwand hindurch ein Kleid abstecken. Dabei gibt es Frauen, die mussten ihre Hochzeit wegen Corona viermal verschieben. Die wollen das jetzt durchziehen, zur Not ohne Gäste. Ich kann nur hoffen, dass wir bis 12. April nicht auf die Inzidenz 200 kommen.“
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Bella Sposa Brautmoden

Kerstin Karalis:
„Die Nachricht, dass bei einer Inzidenz von 100 bis 200 bald ,Click & Meet’ mit Corona-Test erlaubt sein soll, war für mich am Dienstag das schönste Geburtstagsgeschenk. Ein Lichtblick. Meine Bräute machen den Test – natürlich machen sie ihn, es geht um ihr Hochzeitskleid. Ich bin ja ein sehr positiver Mensch, aber zuletzt kam ich emotional an meine Grenze – schon wegen dieser Ungerechtigkeit: Warum dürfen Leute in den Baumarkt, aber bei mir darf auf 540 Quadratmetern keine einzige Kundin Brautkleider anprobieren? Eine Kosmetikerin darf ihren Beruf ausüben, aber ich nicht mal, wie im Hochsicherheitslabor, durch Aussparungen in einer Trennwand hindurch ein Kleid abstecken. Dabei gibt es Frauen, die mussten ihre Hochzeit wegen Corona viermal verschieben. Die wollen das jetzt durchziehen, zur Not ohne Gäste. Ich kann nur hoffen, dass wir bis 12. April nicht auf die Inzidenz 200 kommen.“ © Hans-Joachim Winckler, NN

Marga und Cornelia Wolf:
„Die Lage ist schlimm und sie erscheint uns ziemlich aussichtslos. Wir haben die Lager voll, Geschenkartikel, Ostersachen – die müssen sich die Kunden ja anschauen, sich inspirieren lassen. Die wenigen Tage, an denen ,Click & Meet’ bisher möglich war, hat das wunderbar geklappt. Aber bis sich das richtig rumgesprochen hat, war es schon wieder vorbei. Zum Glück haben wir als zweites Standbein eine Werkstatt, damit können wir uns noch über Wasser halten. Es gibt uns jetzt seit über hundert Jahren. Wir müssen kämpfen und halten die Stellung, sonst hätte Fürth ja kein Haushaltswarengeschäft mehr.“
 
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Wolf am Bahnhof, Haushaltswaren

Marga und Cornelia Wolf:
„Die Lage ist schlimm und sie erscheint uns ziemlich aussichtslos. Wir haben die Lager voll, Geschenkartikel, Ostersachen – die müssen sich die Kunden ja anschauen, sich inspirieren lassen. Die wenigen Tage, an denen ,Click & Meet’ bisher möglich war, hat das wunderbar geklappt. Aber bis sich das richtig rumgesprochen hat, war es schon wieder vorbei. Zum Glück haben wir als zweites Standbein eine Werkstatt, damit können wir uns noch über Wasser halten. Es gibt uns jetzt seit über hundert Jahren. Wir müssen kämpfen und halten die Stellung, sonst hätte Fürth ja kein Haushaltswarengeschäft mehr.“
  © Hans-Joachim Winckler, NN

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