Immer öfter unzufrieden

Unwetter-Einsätze: Bürger stellen immer mehr Ansprüche an Feuerwehr

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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1.7.2021, 12:40 Uhr
Von der Drehleiter aus sicherte die Fürther Feuerwehr ein Baugerüst in der Höfener Straße, das der Sturm schwer beschädigt hatte.

Von der Drehleiter aus sicherte die Fürther Feuerwehr ein Baugerüst in der Höfener Straße, das der Sturm schwer beschädigt hatte. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Es war ein heftiges Unwetter, das am Dienstagabend mit heftigem Sturm und Starkregen über Stadt und Landkreis Fürth zog. Doch was furchterregend aussah und in anderen Regionen, etwa im niederbayerischen Landshut, für schlimme Verwüstungen sorgte, lief hier vergleichsweise glimpflich ab.

24 Einsätze verzeichnete die Fürther Berufsfeuerwehr zwischen 17 und 21 Uhr. Die freiwilligen Wehren der Stadt waren ebenfalls gefragt. Im Landkreis zählten die Wehren rund 35 Einsätze. Auch dort machten herabfallende Äste und umgefallene Bäume Probleme - allerdings weit weniger große als befürchtet.


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Beim Kampf gegen Feuer oder Fluten müssen sich die Einsatzkräfte aber immer öfter auch mit der Spezies Mensch auseinandersetzen. Denn: Nicht immer trifft das Engagement der Feuerwehrler auf uneingeschränkte Begeisterung. Der Ton und das Anspruchsdenken der Leute habe sich in den vergangenen fünf bis zehn Jahren merklich gewandelt, berichtet Bauer.

"Da wird man, nachdem man den Keller ausgepumpt hat, gefragt, warum man den feuchten Boden nicht auch noch trockenwischt", erzählt der Kreisbrandrat, der selber bei der Roßtaler Wehr im Einsatz ist.

Oder: Die Einsatzkräfte werden bemüht, wenn ein kleiner Ast, den man problemlos selbst abknipsen könnte, in den Gehweg ragt. "Die Leute werden unbeholfener", beobachtet Bauer. Lediglich weiter draußen auf dem Land seien die Menschen oft noch patenter. "Solche Hindernisse beseitigen sie kurzerhand selber."

Generell verurteilen möchte Bauer solches Fehlverhalten der Leute aber nicht. Manchmal sei auch schlichtweg eine Portion Unwissenheit im Spiel: Viele würden nämlich glauben, Feuerwehrleute seien grundsätzlich Hauptberufler – und stehen deshalb auf dem Standpunkt, die Helfer würden ja schließlich aus Steuergeldern finanziert.

"Dabei opfern diejenigen Kollegen, die zum Beispiel einen Unfallort absperren, ihre Freizeit, ohne dafür bezahlt zu werden", so Bauer. In Bayern gebe es gerade einmal sieben Berufsfeuerwehren – der Rest ist ehrenamtlich in Freiwilligen Wehren aktiv.

In der Stadt übrigens scheint diese Problematik weniger ausgeprägt zu sein. Christian Rieck zufolge überwiegt dort "meistens die Dankbarkeit", wenn Berufsfeuerwehr oder freiwillige Wehren anrücken.

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