Vögel: So füttern Sie im Winter richtig

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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3.12.2020, 11:00 Uhr
Meisenknödel schmecken auch den Spatzen. Wer jetzt eine Futterstelle einrichtet, wird bald schon viele Vögel beobachten können. In der Regel nehmen die Tiere das Angebot gut an.

© Paul Götz Meisenknödel schmecken auch den Spatzen. Wer jetzt eine Futterstelle einrichtet, wird bald schon viele Vögel beobachten können. In der Regel nehmen die Tiere das Angebot gut an.

Früh ist in diesem Winter der erste Schnee gefallen, höchste Zeit also, den Vögeln im Garten und auf dem Balkon Futter anzubieten. Wobei Markus Erlwein beruhigt: "Alle Zugvögel sind mittlerweile schon in den Süden geflogen, die Tiere, die jetzt noch hier sind, wissen mit Kälte und Schnee umzugehen."

Der Sprecher des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) weiß aber auch, dass gerade die kleinen Singvögel in der Nacht bis zu einem Drittel ihrer Körperenergie verlieren. "Da hilft es ihnen schon, wenn sie ihren Speicher schnell wieder auffüllen können." Weil die Suche nach Nahrung unter der Schneedecke langwierig ist und Kraft kostet, empfiehlt er, eine Futterstelle einzurichten.

Beschäftigung für Kinder

Wenig später schon könne man, so weiß er aus eigener Erfahrung, die Tiere dort beobachten. Wenn Blaumeisen, Rotkehlchen oder Gimpel mit ihren farbenfrohen Gefiedern angelockt werden, erfreue das auch die Beobachter. Auch für Kinder, so Erlwein, sei das eine nette Beschäftigung, die nebenbei noch das Interesse an der Natur weckt.

Damit die Futterstelle nicht zur tödlichen Gefahr wird, gilt es einiges zu beachten. Erlwein rät von Orten ab, in deren Nähe sich Katzen verstecken können. Auch worin man die Nahrung anbietet, ist entscheidend. Die optimale Lösung ist eine Futtersäule: Darin kommen die Körner nicht mit dem Kot der Tiere in Kontakt, wodurch sich gefährliche Infektionsherde bilden können.


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Bei einem Vogelhäuschen kann genau das passieren. Deshalb müssen sie täglich gereinigt werden. Scharfe Mittel sollte man dafür aber nicht verwenden. Es reicht, das Häuschen auszubürsten und mit heißem Wasser abzuwaschen. Damit es trocken bleibt, sollte die Nahrung vor Regen und Schnee geschützt sein.

Auch beim Futter selbst gibt es ein paar Dinge zu beachten. Selbstredend sollten keine Brot- oder Essensreste dafür verwendet werden, so der Experte. Denn: Salz und Gewürze schaden den Vögeln. Die Nahrung sollte bestenfalls aus drei Komponenten bestehen. Körner für Finken, Meisen und Spatzen, Weichfutter für Rotkehlchen und Amseln sowie fett- und energiereiche Meisenknödel für Spechte und Kleiber.


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Da es hier große Qualitätsunterschiede gibt, empfiehlt der LBV-Sprecher, nicht zur günstigsten Tüte zu greifen. Darin seien oft Spelzen, minderwertiges Fett oder gar die Samen der Allergien auslösenden Pflanze Ambrosia enthalten. Oft verschmähten die Vögel solche Gaben: "In der Natur würden sie das auch nicht fressen."

Es lohne sich also, etwas mehr für das Futter auszugeben und es entweder vom LBV zu beziehen oder im Gartencenter zu kaufen, rät Erlwein. Fettfutter kann man auch selbst herstellen. Nicht vergessen sollte man auch eine Tränke, die gerade für Körnerfresser unverzichtbar ist.

Naturnaher Garten

Wenn die Futterstelle dann eifrig angenommen wird, ist die Gelegenheit günstig, das Wissen über heimische Gartenvögel etwas aufzufrischen. Recht gut geht das über das Internet und mit Hilfe des LBV. Unter dem Link https://www.lbv.de/ratgeber/tipps-voegel-bestimmen/ gibt es viele Tipps zum Beobachten und Bestimmen der Tiere.

Wer sie nicht nur im Winter, sondern dauerhaft vor dem Fenster haben will, kann schon jetzt für den Frühling planen und beispielsweise überlegen, den Garten naturnaher zu gestalten.

Etwa indem man ein heimisches Gehölz pflanzt. Von den Früchten des Weißdorns etwa ernähren sich 30 Vogelarten, vom Schwarzen Holunder sogar 60. Und ein Plätzchen zum Nisten findet sich dort bestimmt auch.

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