Bayern fährt die Kapazitäten hoch

Warteschlangen auch in Fürth: Termin fürs Impfzentrum wieder nötig

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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13.11.2021, 08:00 Uhr
Die Nachfrage steigt: Auch am Fürther Impfzentrum bilden sich wieder Warteschlangen.

Die Nachfrage steigt: Auch am Fürther Impfzentrum bilden sich wieder Warteschlangen. © Wolfgang Händel, NN

Nicht lange, nachdem der Freistaat die Kapazitäten der Impfzentren angesichts der lauen Nachfrage heruntergefahren hat, bilden sich jetzt vielerorts wieder Warteschlangen vor den Einrichtungen. Vor dem neuen Impfzentrum am Plärrer in Nürnberg mussten manche am ersten Tag lange ausharren, bis sie dran kamen. Ähnlich erging es anderen zuletzt auch in Fürth.

Bekannte, die sich ohne Termin zum Impfzentrum in der Rosenstraße aufmachten, haben nahezu zwei Stunden gewartet, berichtet ein 71-jähriger Fürther. Er selbst wollte lieber einen Termin für seine Auffrischungsimpfung vereinbaren, kam jedoch zunächst telefonisch nicht durch. Mehrfach gab er es nach 20 Minuten in der Warteschleife entnervt auf, bevor er schließlich durchkam. Das müsste doch besser gehen, meint er, zumal "man doch will, dass die Leute sich impfen". Immerhin: "Der Mitarbeiter war sehr freundlich."

Manche haben beim Anblick der Warteschlange schon kehrt gemacht. Andere mussten feststellen, dass ihr Haus- oder Kinderarzt nicht mehr impft - oder ihnen erst Termine im Dezember anbieten kann. Die Spritze gegen Corona, sie ist momentan schwerer zu bekommen, als es der Politik lieb sein kann. Wenig überraschend hat die Staatsregierung am Dienstag daher angekündigt, die Kapazitäten wieder hochzufahren.

Das Fürther Impfzentrum verzeichne seit zwei Wochen eine deutlich steigende Nachfrage nach der Schutz-Impfung, in der Rosenstraße und auch an den mobilen Stationen, sagt Landratsamtssprecher Christian Ell. Die hohen Inzidenzen, aber auch die strikteren Regelungen (3G Plus und 2G), die Ungeimpften die Teilnahme am öffentlichen Leben erschweren, dürften ausschlaggebend dafür sein. Die Leute kämen sowohl für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen.

In der vergangenen Woche habe es noch einmal stärker angezogen. Manchmal kam es zu Warteschlangen, bestätigt Ell. Bereits ab dieser Woche ist das Impfzentrum jetzt auch wieder freitags geöffnet, von 11.30 bis 18.30, außerdem wie gehabt montags und mittwochs von 11.30 bis 18 Uhr. Dazu stehen weiterhin der Impf-Container auf der Freiheit (ab 15. November auf dem Bahnhofplatz), der Impfbus an wechselnden Standorten im Landkreis und die Impfstation im Einkaufszentrum "Flair" zur Verfügung.

Wieder eine feste Station im Landkreis?

Fest steht: Nach dem "Go" aus München werden die Öffnungszeiten jetzt weiter ausgedehnt. Ab 15. November hat das Impfzentrum wieder Montag bis Samstag von 11.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Auch überlege man, ob man im Landkreis doch wieder ein Gebäude anmiete. Bei schlechter Witterung werde das Warten vor dem Impfbus unangenehm.

Man halte sich momentan an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die bisher nur Geimpften mit Vorerkrankungen und Menschen über 70 Jahren zur Booster-Impfung rät. Doch solange es die Kapazitäten zulassen, werde niemand weggeschickt, der nicht zu diesen Gruppen gehört, sagt Ell. Da mindestens sechs Monate seit der vollständigen Impfung vergangen sein müssen, fragen zurzeit vor allem Menschen nach der Booster-Impfung, die im April und Mai dran waren. Das waren hauptsächlich die über 70- und über 60-Jährigen. Empfohlen wird die Auffrischung mit einem mRNA-Vakzin von der Stiko außerdem Johnson-Johnson-Geimpften. Und auch Genesene, deren Erkrankung sechs Monate zurückliegt, brauchen eine Impfung, um bei 2G weiter Zutritt zu erhalten.

Nur beim Impfbus noch ohne Termin

Was muss man aktuell beachten? Bislang mussten Impfwillige für die Angebote des Impfzentrums keinen Termin vereinbaren. Jetzt heißt es: Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ist ab sofort bei allen Stationen des Fürther Impfzentrums außer dem Bus eine vorherige
Terminreservierung erforderlich
- am besten über das bayerische Registrierungsportal BayIMCO. Dorthin gelange man auch über die Homepage der AGNF, www.agnf.org, unter dem Punkt "Terminreservierung". Viele werden feststellen, dass ihr Zugang gelöscht wurde und sie sich neu anmelden müssen. Wer sich online schwer tut: Telefonisch ist das Impfzentrum unter (0911) 9509170 (Mo. bis Fr. 8 bis 17 Uhr, Sa. und So. 8 bis 14 Uhr) zu erreichen, auch für die Terminvereinbarung.

Ell bestätigt, dass es in den vergangenen Tagen Probleme bei der telefonischen Erreichbarkeit gab. Man sei dabei, das zu beheben. Ab kommender Woche werde das Team aufgestockt. Menschen mit und ohne Termin stehen, wie in Nürnberg, auch in Fürth zurzeit noch gemeinsam in der Schlange. Auch das soll in den nächsten Tagen besser organisiert werden.

Die Arztpraxen, die eigentlich hauptsächlich für die Booster-Impfungen zuständig sein sollten, merken die wachsende Nachfrage ebenfalls. "Wir impfen in allen Praxen und werden bei Bedarf auch wieder in der Schön-Klinik loslegen", sagt Michael Langer, Geschäftsführer des Medic-Centers Nürnberg. Dem Verbund gehören auch Praxen in Stadt und Landkreis Fürth an. Vor allem Drittimpfungen nehme man vor. Die erforderlichen Mengen zu bekommen, sei zurzeit kein Problem. Er fügt hinzu: "Mir fehlt inzwischen jedes Verständnis für Impfverweigerer."

Aktuelle Öffungszeiten: Impfzentrum, Rosenstraße 16-20: ab 15. November: Mo bis Sa. 11.30 bis 18.30 Uhr.

Impf-Container, Fürther Freiheit (bis 12.11.; ab 15.11. dann am Bahnhofplatz): Mo. bis Sa. 11.30 bis 18.30

Einkaufszentrum "Flair": Mo. bis Fr. 11.30 bis 18.30 Uhr, auch am 13.11.

Impfbus: jeweils 11.30 bis 18.30; Mo: Rewe-Center, Zirndorf, Di: Edeka Hofmann, Cadolzburg, Mi: Rewe Wilhermsdorf, Do: Rewe Obermichelbach, Fr: Lidl Langenzenn, Sa: Forum Stein; alle Infos: www.agnf.org

Der Artikel wurde am 13.11. aktualisiert.