Wohnquartier: Bessere Zeiten für die Fürther Pechhüttn

12.9.2019, 17:29 Uhr
Wieder hübsch, aber bedrängt: das denkmalgeschützte Haus an der Ecke Karolinenstraße und Schwabacher Straße wird von zwei Neubauten flankiert.

Wieder hübsch, aber bedrängt: das denkmalgeschützte Haus an der Ecke Karolinenstraße und Schwabacher Straße wird von zwei Neubauten flankiert.

Über viele Jahre verfiel das Haus an der Ecke von Karolinen Straße und Schwabacher Straße, machte einen äußerst schäbigen Eindruck. Zudem hatte das lange Zeit leerstehende Gebäude zweimal mit Unglücksfällen Schlagzeilen produziert: 2016 fanden Jugendliche auf dem Dachboden einen toten Obdachlosen, der Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war, im Sommer 2017 schlugen Flammen aus den Fenstern. Die Feuerwehr hatte den Brand aber rasch unter Kontrolle.


Erlanger Firma bebaut Pechhüttn-Areal in Fürth


Inzwischen sind bessere Zeiten für die sogenannte Pechhüttn angebrochen. Ein neues Dach, neue Fenster und eine sanierte Sandsteinfassade haben ihr viel vom einstigen Glanz zurückgegeben. Vier Wohnungen entstehen darin, 38 weitere in den beiden benachbarten sechsstöckigen Neubauten, die das kleine Haus flankieren.

Hinter dem Projekt steht das Immobilien-Unternehmen GBI Wohnungsbau aus Erlangen. Es will das Areal in ein attraktives Quartier für Familien verwandeln: mit rund 2800 Quadratmetern Wohnfläche, einem Garten mit Spielplatz und einer Tiefgarage mit 21 Stellplätzen. 36 der 42 Wohnungen sind öffentlich gefördert, was günstige Mieten garantiere, wie GBI betont. Sie sollen für Preise von 4,70 Euro bis 5,70 Euro pro Quadratmeter zu haben sein.


Jugendliche finden toten Obdachlosen in Fürther Pechhütte


Die Bauarbeiten, heißt es auf FN-Anfrage, verliefen jedoch schleppender als erwartet. So habe man zum einen entdecken müssen, dass der denkmalgeschützte Altbau vom Hausschwamm befallen war. Zum anderen sei es wegen der überhitzten Baukonjunktur extrem schwierig gewesen, Handwerker zu finden. Neue Zielsetzung: Im Spätsommer 2020 sollen die ersten Bewohner einziehen.

Benannt wird die Wohnanlage nach Emmy Humbser (1877-1954), deren Familie einst in der Nähe ihre Brauerei hatte. Emmy Humbser war für ihr soziales Engagement bekannt, sie wurde 1955 posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Der Name "Pechhüttn" rührt vermutlich von einer ehemaligen Pechfabrik her, die auf dem Gelände stand. Das Gebäude war 1831 errichtet worden und gilt als das erste Haus der Südstadt.

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