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Wut nach CSU-Wahl mit fast 100 Teilnehmern in Fürth - Partei: "Keine Partyveranstaltung"

Kreisverband wehrt sich - und verweist auf Notwendigkeit und Hygienekonzept - 20.03.2021 16:19 Uhr

Dieses Foto zeigt die Veranstaltung am Samstag, in der in der Spitze knapp 100 CSU-Mitglieder abstimmten. 

20.03.2021 © Hans-Joachim Winckler


Ein dicht gedrängtes Treffen sieht anders aus. Zwischen den Tischen, die die CSU in der Fürther Stadthalle hat aufstellen lassen, sind gut zwei Meter Abstand. Alle Teilnehmer tragen Maske, zur Bühne gibt es einen Sicherheitsabstand von gut zehn Metern. Die Partei hat sich Mühe gegeben, ihre Kreishauptversammlung coronakonform zu gestalten. Für Ärger sorgen die Bilder von der Sitzung aber dennoch.

An der Spitze des Protests steht Volker Heißmann. "Da komm ich mir wirklich mehr als verarscht vor", schreibt der Kabarettist auf Facebook. Die Wut sitzt tief. "Die CSU darf heute mit 100 Personen eine Veranstaltung in der Stadthalle Fürth durchführen. Und wir Theaterleute dürfen seit Monaten unseren Beruf nicht ausüben!" Dabei brauche es dringend Kultur, gerade in den dunklen Zeiten der Pandemie. "Was die Partei darf, muss auch die Kultur dürfen!"

"Das war keine Partyveranstaltung"

Thomas Winning versteht den Unmut. "Aber das war keine Partyveranstaltung", sagt der gerade neu zum CSU-Kreisverbandsvorsitzenden Gewählte. "Das kann man mit einem Treffen des Stadtrats vergleichen"  - der allerdings derzeit mit nur 32 Köpfen tagt. Man könne die Politik nicht einfach stehen und liegen lassen, sagt Winning.

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Am Samstag wurden in der Fürther Stadthalle die Delegierten gewählt, die später einmal den Kandidaten für die anstehende Bundestagswahl im September bestimmen. Aber müssen sich in Zeiten, in denen große Volksparteien ganze Parteitage digital durchführen können, wirklich noch fast 100 Menschen treffen? Die Wahl sei zwar auch digital oder per Brief denkbar, sagt Winning. "Aber dafür hätte es einen Parteitagsbeschluss gebraucht, die Veranstaltung im letzten Jahr fiel aber aus." Eine "Verkettung unglücklicher Umstände" nennt der Kreisverbandsvorsitzende das.

Temperaturkontrolle am Eingang der Stadthalle

Die Präsenzwahl war alternativlos, sagt die CSU. Die Liste der Delegierten muss verfassungskonform sein, eine Digitalwahl ist erst einmal nicht vorgesehen. "Da hilft auch kein Gesetz aus Berlin", sagt Winning. Um die Veranstaltung trotzdem sicher zu gestalten, habe man aber alle Register gezogen. Neben Abständen zwischen den Tischen und strikter Maskenpflicht gab es unter anderem Temperaturkontrollen am Eingang - ähnlich wie am Flughafen. Zudem war jederzeit Desinfektionsmittel verfügbar.

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Derweil entlädt sich die Wut in den sozialen Netzwerken, von Künstlern, Einzelhändlern, Eltern. "Ich frag mich auch warum wir als Reisebüro nicht mal zwei bis drei Kundentermine in der Woche (bei verschlossener Tür) ausmachen dürfen", schreibt ein Unternehmer. Eine Mutter stimmt ein: "Das gleiche sollte für unsere Kinder gelten. Es sitzen keine 100 Kinder in einem Klassenzimmer sondern 10!" Beinahe jeder der Kommentatoren hat Beispiele dafür, was auch erlaubt sein sollte, wenn sich die CSU treffen darf.

Auch im Kreisverband seien viele Mitglieder von Corona und den Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie hart getroffen, sagt Winning. "Die Entrüstung der Menschen ist schlicht und ergreifend verständlich", sagt er. Nur in diesem konkreten Fall, bei dieser Wahl am Samstag, habe es einfach keine andere Lösung gegeben.

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