Zurück in die Turnhalle: Notfallplan für Flüchtlinge in Fürth

7.8.2015, 16:00 Uhr
Unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Notunterkunft in der Turnhalle der Kiderlinschule bezogen die Flüchtlinge die abgeteilten Parzellen.

© Berny Meyer Unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Notunterkunft in der Turnhalle der Kiderlinschule bezogen die Flüchtlinge die abgeteilten Parzellen.

Drei Busse mit Frauen, Männern und Kindern, die meisten von ihnen aus den derzeitigen Krisenregionen wie Syrien, Eritrea oder der Ukraine, sind im eilig eingerichteten Notfallquartier in der Turnhalle der Kiderlinschule in der Südstadt angekommen.

Notwendig geworden war es, weil die Regierung von Mittelfranken, wie berichtet, vor kurzem den sogenannten Notfallplan aktiviert hat, um der stark gestiegenen Anzahl ankommender Flüchtlinge Herr zu werden. Anders als beim Winter-Notfallplan sind hier Städte wie Fürth, die die Zirndorfer ZAE bereits durch neu geschaffene Dependancen wie die im früheren Möbelhaus Höffner entlasten, nicht ausgenommen. Sie müssen, ebenso wie alle anderen Kommunen, weitere Unterkünfte schaffen.

Bereits im vergangenen Herbst war hier einige Wochen lang eine Notunterkunft eingerichtet. Im Vergleich zu damals hat sich inzwischen jedoch einiges verbessert. Anstelle von 300 Flüchtlingen im September ist die Örtlichkeit nun auf höchstens 200 ausgelegt. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass sich nicht Stockbett an Stockbett reiht und jegliche Privatsphäre fehlt.

"Normalerweise sind ein paar Tage eingeplant"

Vielmehr ist der Raum nun mit Bauzäunen und Planen in einzelne Parzellen aufgeteilt; maximal zwölf Menschen teilen sich eine solche. Auch der Aufenthaltsbereich, in dem die meisten Neuankömmlinge Platz genommen haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenigstens ein wenig gemausert: Sitzgruppen haben dort die Biertischgarnituren abgelöst. Draußen stehen Duschcontainer, die den Männern vorbehalten sind, die Frauen benutzen die Sanitäranlagen der Turnhalle.

Wie lange die Menschen in der Notunterkunft ausharren müssen? Fürths Sozialreferentin Elisabeth Reichert kann momentan nur mutmaßen:. „Normalerweise sind ein paar Tage eingeplant, aber aufgrund der Überlastung überall wird es vielleicht auch länger dauern.“

Die Stadt hofft aber,  dass der notdürftige Zwischenstopp in der Turnhalle für die Flüchtlinge nicht allzu lange andauert. Nicht zuletzt, damit zum Schuljahresbeginn Mitte September hier wieder Kinder Sport treiben können.

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