Corona

Gesundheitsamt Nürnberg: So soll es nach der Datenpanne umstrukturiert werden

Marco Puschner

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22.6.2021, 16:22 Uhr
Das Impftempo in Bayern verlief in den vergangenen Wochen nicht ganz so schnell wie erhofft. Auch darüber wird beim heutigen Impfgipfel mit Sicherheit gesprochen.

Das Impftempo in Bayern verlief in den vergangenen Wochen nicht ganz so schnell wie erhofft. Auch darüber wird beim heutigen Impfgipfel mit Sicherheit gesprochen. © Fabian Sommer/dpa

Im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Mittwoch wird es auch um die Zukunft des Gesundheitsamtes gehen. Das soll künftig eine Doppelspitze bekommen; der fachlichen Leitung wird ein Verwaltungsfachmann zur Seite gestellt.

Was wird aus Katja Günther?

Wie berichtet, soll die neue Position mit Stefan Sembritzki besetzt werden, der bisher die Dienstelle für Zentrale Dienste leitete. Offen bleibt indes, wer den zweiten Teil der Doppelspitze bilden soll. „Da bleibt vorerst alles beim Alten“, sagte Gesundheitsreferentin Britta Walthelm (Grünen) unserer Zeitung auf Anfrage.
Derzeit leitet Katja Günther die Behörde. Sie hat aber bereits vor mehreren Wochen in einem Schreiben an die Stadt mitgeteilt, in der neuen Konstellation nicht mehr zur Verfügung zu stehen.


Nach Informationen unserer Zeitung wird verwaltungsintern darüber beraten, den bisherigen Vizechef des Amtes, Philipp Bornschlegl, zu befördern, der dann von Alfred Estelmann und Walthelm selbst unterstützt werden soll. Estelmann, früherer Vorstand des Nürnberger Klinikums, fungiert derzeit als Stabsmitarbeiter im Gesundheitsreferat und stellt ein Bindeglied zwischen Referat und Amt dar.
Walthelm betonte, dass es am Mittwoch ausschließlich um die Position des neuen Verwaltungsleiters gehe; zur Frage der Günther-Nachfolge wollte sie sich nicht äußern. Allerdings verteidigte sie die Installation der Doppelspitze. Die fachliche Leitung werde dadurch entlastet und könne sich ganz auf die gesundheitlichen Folgen der Corona-Krise konzentrieren. Es sei wichtig, die Behörde angesichts der vielleicht drohenden Herausforderungen einer vierten Corona-Welle „zu stabilisieren“.

Das Gesundheitsamt und die für die Behörde zuständige Referentin waren wegen etlicher Datenpannen heftig in die Kritik geraten. Allerdings erfuhr die bisherige Amtschefin Günther, die derzeit für Presseanfragen nicht zur Verfügung steht, auch Solidarität. Sie habe in der Corona-Krise „fachlich wie auch disziplinarisch souverän“ agiert und „ein völlig neues vereintes Arbeiten“ geschaffen, schrieben Kolleginnen und Kollegen der Behörde in einem Brief. Das Schreiben, das auch Vize-Chef Bornschlegl unterzeichnete, war unter anderem an Walthelm und Personalreferent Harald Riedel (SPD) adressiert.

Kritik aus dem Ruhestand


Der frühere Gesundheitsamtschef Fred-Jürgen Beier hatte sich in der Debatte ebenfalls aus dem Ruhestand zu Wort gemeldet und seine Nachfolgerin verteidigt. Beier machte auch deutlich, dass er nichts von der Doppelspitze hält. Wenn es nun aber zu dieser Konstruktion komme, sei es entscheidend, dass die fachliche Leitung mit einem Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen besetzt werde, findet Beier. Bornschlegl zum Beispiel ist Kinderarzt.