Deep Purple spielt am Brombachsee

12.8.2020, 15:10 Uhr
Deep Purple spielt am Brombachsee

© Foto: Hans von Draminski

"Es war der Wunsch aller Bands, ihren Auftritt am Brombachsee im nächsten Jahr nachzuholen", freut sich Guido Glöckler, einer der Geschäftsführer des Concertbüros Franken (CBF). Der Musikveranstalter, der mit seinem rund 25-köpfigen Team in normalen Jahren etwa 400 Konzerte in Nordbayern auf die Beine stellt, ist vom Virus schwer getroffen: "Wir haben praktisch Berufsverbot!", klagt Glöckler.

Die "Lieder am See" hätten sich seit 2011 "ein gutes Image erarbeitet, wir sind inzwischen ein Top Act in diesem Bereich", sagt der Nürnberger, "und das spricht sich herum". Insbesondere Deep Purple, die gerade ein neues, fulminantes Album vorgelegt haben, hätten unbedingt in Enderndorf spielen wollen, die "tolle Atmosphäre", so Glöckler, sei in der Szene kein Geheimnis mehr.

Und so machten die Veranstalter aus der Noris mit den "Liedern am See" das, was sie seit März leider mit fast allen ihren Konzerten tun mussten: auf 2021 verschieben. Der neue Termin auf dem vielleicht schönsten Festivalgelände der Republik ist nun Samstag, der 17. Juli.

Dabei war ausgerechnet bei der zehnten Auflage der "Lieder" der Vorverkauf besonders gut angelaufen. Was Glöckler eindeutig der Strahlkraft des Namens Deep Purple und deren Welthits wie "Smoke on the Water", "Child in Time" oder "Woman from Tokyo" zuschreibt. "In der ersten Woche hatten wir schon 500 Tickets verkauft", erinnert er sich. In anderen Jahren mit vermeintlich schwächeren Headlinern seien es schon mal lediglich 80 gewesen.

Das nicht mehr ganz junge Publikum der "Lieder am See" beschreiben die Festival-Macher als durchaus sehr anspruchsvoll: "Da muss einfach alles passen", sagt Glöckler. Und es seien überwiegend Besucher, die nicht blind ihre Tickets kauften – wie etwa beim Feuertanz-Festival oder beim Hardrock-Kultevent in Wacken –, sondern ihr Erscheinen maßgeblich von den Bands abhängig machen, die auf der Bühne stehen: "Wir haben vielleicht einen Grundstock von 3000 Leuten, die auf jeden Fall kommen, die anderen müssen wir mit starken Künstlern anlocken."

Das wäre heuer offenbar gut gelungen, ziemlich daneben ging allerdings der Versuch des CBF, die "Lieder am See"-Gemeinde mit Hilfe einer Crowdfunding-Aktion um finanzielle Unterstützung zu bitten.

Ziel war es, online etwa 30 000 Euro als Beitrag zum Überleben des Festivals von den Fans zu akquirieren. Und obwohl die Spalter Brauerei als größter Partner und Sponsor des Festivals attraktive Unterstützer-Pakete schnürte, kamen in zwei Monaten nur magere 1148 Euro zusammen. "Crowdfunding funktioniert bei einem jüngeren Publikum sehr gut", hat Glöckler die bittere Lektion gelernt: "Die Älteren sind da ganz offensichtlich nicht so präsent."

Apropos Jüngere: Auch das für den 31. Juli geplante Konzert von "Revolverheld" ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben: Die Hamburger gehen auch 2021 raus an die frische Luft und präsentieren sich am 2. Juli auf Burg Abenberg. Immer vorausgesetzt, das Corona-Virus ist bis dahin wirksam eingedämmt.

InfoBereits gekaufte Eintrittskarten gelten als Gutschein bzw. Einlassbestätigung für den Festival-Termin 2021. Auch die Ausstellung eines Gutscheins für andere Veranstaltungen des Concertbüro Franken ist möglich. Beantragung über: www.concertbuero-franken.de/gutschein

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