Fünf-Sterne-Urlaub am Altmühlsee

15.11.2018, 17:28 Uhr
Touristischer Leuchtturm der 5-Sterne-Kategorie: Auf dieser markierten Fläche im Ortskern von Büchelberg soll die „Resort“ genannte Edel-Ferienanlage entstehen. Die Kommunalpolitik begrüßt die Pläne.

Touristischer Leuchtturm der 5-Sterne-Kategorie: Auf dieser markierten Fläche im Ortskern von Büchelberg soll die „Resort“ genannte Edel-Ferienanlage entstehen. Die Kommunalpolitik begrüßt die Pläne. © Limes-Luftbild.de

Erste Eindrücke davon bekamen die Besucher in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Gunzenhäuser Stadtrats. Dort stellten Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und Stadtbaumeisterin Simone Teufel die Pläne eines Ansbacher Geschwisterpaares vor, das direkt neben dem Dorfplatz Großes vorhat: den Neubau eines Ferienresorts der 5-Sterne-Kategorie mit – unter anderem — 38 Betten in vier Gästechalets, einem Hauptgebäude mit Frühstücksraum im Wintergarten und Fitnessbereich, einem Schwimmteich und einer Sauna.

Zwar sei die Stadt für das erforderliche Bauleitverfahren — das betreffende 5000-Quadratmeter-Areal muss in ein Sonderbaugebiet umgewandelt werden – gar nicht zuständig, so Fitz. Aber sie könne natürlich dem Zweckverband Altmühlsee (ZVA), in dessen Händen der Fall liegt und der sich in seiner nächsten Sitzung am 5. Dezember damit befassen wird, sehr wohl einen "Empfehlungsbeschluss" mit auf den Weg geben. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass er die Pläne unterstützt: In diesem hochwertigen Urlaubs-Segment gebe es "viel Nachfrage, aber zu wenig Angebote", sagte der Rathaus-Chef. Und fügte hinzu, dass das auch der Gunzenhäuser Tourismus-Chef Wolfgang Eckerlein so sehe.

Nicht über die Köpfe hinweg

Grundsätzlich stieß das Bauvorhaben bei allen Stadträten auf Wohlwollen, allerdings, so mahnte als Erster der Freie Wähler Dr. Werner Winter, greife es doch erheblich "in den dörflichen Charakter ein, sodass man unbedingt die Menschen vor Ort befragen müsse: "Das kann man nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden." Fitz beruhigte: Genau dafür sei ja ein Bauleitverfahren da; die Pläne würden zur Einsichtnahme ausgelegt, die Öffentlichkeit beteiligt.

Der Büchelberger Ortssprecher Manfred Ortner verlangte ebenfalls, die Dorfgemeinschaft umfassend aufzuklären über das, was da auf sie zukomme: "Da muss mit offenen Karten gespielt werden", sagte er und regte eine Bürger-Information noch vor dem 5. Dezember an. Schließlich solle das Resort "im Mittelpunkt von Büchelberg direkt neben dem Dorfplatz gebaut werden", und ein landwirtschaftlicher Betrieb befinde sich nur 100 Meter entfernt. Ortner, der wegen des Bauvorhabens schon eine gewisse "Aufregung" im Dorf ausgemacht hat: "Am Dorfplatz finden auch schon mal Feste statt und vor dem benachbarten Feuerwehrhaus Übungen – da muss abgeklärt werden, dass künftig nicht um 22 Uhr Schluss sein muss, weil die Fünf-Sterne-Gäste ruhen wollen."

Bedenken, die die anwesende Investorin spontan aufgriff — und zu zerstreuen suchte: Sie habe schon häufig in der Region gearbeitet, sei dieser sehr verbunden und wolle sie deshalb keineswegs stören, sondern "verantwortlich mit ihr umgehen", beteuerte sie. Ihr im fränkischen Stil geplantes Projekt solle sich "in den Ort einfügen", die Zielgruppe seien "keine Party-People" oder Familien mit Kindern, sondern Ruhe suchende "Best-Ager" beziehungsweise Manager, die dort eine Tagung abhielten. Und wenn es eine Feier am Maibaum gebe, dann könne sie sich gut vorstellen, dass ihre Gäste da mit dabei seien.

CSU-Fraktionschef Manfred Pappler zeigte sich angetan von dem Vorhaben. Nach 30 Jahren Tourismus im Seenland müsse man inzwischen feststellen: "Viele Unterkünfte sind in die Jahre gekommen, und man muss dankbar sein, wenn investiert wird." Das Projekt sei eine "tolle Aufwertung" für die Urlaubsregion, allein der Name "Resort" klinge für ihn noch etwas "befremdlich".

Verdichtung ist das Ziel

Ausdrücklich als positiv empfindet Pappler die Absicht, im Ortsgebiet zu bauen – und eben nicht "nach außen zu wuchern". Verdichtung in den Ortskernen müsse das Ziel sein, und wenn es gelinge, im Bauleitverfahren mögliche Vorbehalte auszuräumen, könne das womöglich die Bereitschaft von Grundbesitzern erhöhen, "auch anderswo dörfliches Wohnen zu ermöglichen, sprich: Grundstücke zu verkaufen".

Nachdem auch die Grüne Helga Betz und Daniel Hinderks (SPD) sich prinzipiell "wohlwollend" (Hinderks) geäußert hatten, gab der Bauausschuss dem ZVA eine einstimmige Steilvorlage "pro Resort" mit auf den Weg. Die wird Karl-Heinz Fitz dort sicher gerne aufgreifen: Der Gunzenhäuser Bürgermeister ist auch Vorsitzender des Zweckverbandes Altmühlsee.

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