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Freitag, 05.06.2020

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Gunzenhausen: Entwurf für Behörde steht

Architekten aus Stuttgart gewannen den Planungswettbewerb für den Neubau des Landesamts für Schule - 20.05.2020 06:07 Uhr

So könnte es ausschauen, das neue Landesamt für Schule, das auf dem Silo-Gelände in Gunzenhausen entsteht. Die Jury hat sich mehrheitlich für den Entwurf der Steimle Architekten GmbH Stuttgart entschieden. © Staatliches Bauamt Ansbach


Der Entwurf des Büros Steimle Architekten für den Neubau der Behörde in der Altmühlstadt hat das Preisgericht unter Vorsitz von Peter Brückner überzeugt. Die Jury zeichnete die Arbeit zum Abschluss eines einphasigen Planungswettbewerbs mit dem ersten Preis aus. Die Jurysitzung fand unter strengen Auflagen angesichts der aktuellen Situation statt.

Nach zweitägiger Sitzung äußerten sich Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Kultusminister Michael Piazolo sowie Bürgermeister Karl-Heinz Fitz erfreut über die Entscheidung. So erklärte Kerstin Schreyer: "Ich freue mich, dass mit der Wettbewerbsentscheidung ein wichtiger Baustein für das Bauvorhaben in Gunzenhausen vollzogen ist. Den Architekten ist es gelungen, mit einem differenzierten Baukörper auf die städtebauliche Situation zu reagieren. Ich begrüße sehr, dass sich das Preisgericht einschließlich Nutzer und Stadt für diese anspruchsvolle Wettbewerbsaufgabe einvernehmlich auf eine Lösung geeinigt haben."

Eine bauliche Heimat

Für Kultusminister Piazolo wird mit dem vorliegenden Siegerentwurf das im Rahmen der Heimatstrategie neu gegründete Landesamt für Schule und das Prüfungsamt als Repräsentanz des Kultusministeriums auch eine bauliche Heimat in Gunzenhausen bekommen. "Dabei freut es mich ganz besonders, dass es im ausgewählten Konzept gelingt, beiden Behörden – vereint in einem Gebäude – ein jeweils eigenständiges architektonisches Gesicht zu verleihen. Dabei entsteht auf höchst ästhetische sowie funktionale Weise Raum für die Gestaltung der bayerischen Schullandschaft. Zugleich konnten die wesentlichen Faktoren der Effizienz und Wirtschaftlichkeit bestmöglich berücksichtigt und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine hohe Raumqualität gewonnen werden."

Laut Bürgermeister Fitz wurde mit der Sitzung und Entscheidung des Preisgerichts nun ein weiterer wichtiger Schritt unternommen. Der Rathauschef ist davon überzeugt, dass das Landesamt für Schule und das Prüfungsamt mit der Umsetzung des Projekts hervorragende räumliche Bedingungen zur Bewältigung ihrer Aufgaben erhält. Darüber hinaus entstehe in der Stadt Gunzenhausen auf dem ehemaligen Silo-Areal ein beachtlicher Neubau, der sich städtebaulich exzellent einfüge. Damit werde auch dokumentiert, dass die Behördenverlagerung in Bayern nicht nur den ländlichen Raum stärke, sondern auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezeichnete Rahmenbedingungen schafft.

2015 beschloss die Bayerische Staatsregierung im Zuge von Behördenverlagerungen zur Stärkung des ländlichen Raums die Gründung eines Landesamts für Schule, das ab 2016 in Gunzenhausen eingerichtet wurde und Anfang 2017 seinen Betrieb aufnahm.

Gegenstand des Realisierungswettbewerbs war der Entwurf eines neuen Verwaltungsgebäudes mit einer Nutzungsfläche von etwa 3400 Quadratmetern auf dem ehemaligen "Silogelände" in der Innenstadt von Gunzenhausen. Das Grundstück für die neue Behörde erwarb der Freistaat Bayern 2018 von der Stadt Gunzenhausen.

Hohe Anforderungen

Die Aufgabe stellte hohe planerische Anforderungen an die Wettbewerbsteilnehmer. Vor allem galt es, die gewünschte Anzahl an Bürofläche für ein funktionales und wirtschaftliches Verwaltungsgebäude zu entwickeln und eine überzeugende Antwort auf die markante städtebauliche Situation zu finden.

Der Wettbewerb war vom Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Ansbach am 28. August 2019 europaweit ausgelobt worden. Der Auslober hat vorab fünf Teilnehmer gesetzt, 20 weitere Teilnehmer wurden über ein Bewerbungsverfahren ausgewählt. An diesem haben sich Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten beteiligt. Zur Begutachtung durch das Preisgericht wurden insge-samt 22 Wettbewerbsbeiträge eingereicht.

Ausstellung in der Stadthalle

Unterstützt wurde das Preisgericht von Sachverständigen aus den Bereichen Brandschutz, Wirtschaftlichkeit und Konstruktion und Energie und Klima, sowie von Vertretern des Staatlichen Bauamts Ansbach. Den zweiten Preis des Wettbewerbs sicherte sich die Hascher Jehle Design GmbH, Berlin, den dritten Preis teilen sich Bär, Stadelmann, Stöcker, Architekten + Stadtplaner Part GmbH, Nürnberg mit der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt.

Nach Beauftragung der Architekten und weiterer Fachplaner sollen Mitte des Jahres 2020 die nächsten Planungsschritte beginnen. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung wird rund zwei Jahre beanspruchen, wie das Staatliche Bauamt mitteilt. Vorbehaltlich der anschließend erforderlichen haushalts- und bauplanungsrechtlichen Genehmigungen kann danach die Baudurchführung erfolgen.

Eine Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse wird voraussichtlich im Juni in der Stadthalle stattfinden. Konkrete Informationen dazu werden noch bekannt gegeben. Eine zusammenfassende Dokumentation wird Anfang Juni auf der Webseite des Staatlichen Bauamts Ansbach (www.stbaan.bayern.de) abrufbar sein.

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