Gunzenhausen: Stadträte positionieren sich zur B13-Umfahrung

5.1.2020, 15:20 Uhr
In Schlungenhof haben die Anwohner der B13 genug vom täglichen Verkehr. In der Jahresabschlusssitzung des Stadtrats waren die Meinungen zur Umfahrung des Stadtteils allerdings geteilt.

In Schlungenhof haben die Anwohner der B13 genug vom täglichen Verkehr. In der Jahresabschlusssitzung des Stadtrats waren die Meinungen zur Umfahrung des Stadtteils allerdings geteilt. © Wolfgang Dressler

Die vom Staatlichen Bauamt Ansbach favorisierte Variante der Umgehung soll zwischen Schlungenhof und Laubenzedel hindurch führen und auf Höhe des Kinos mit einem Kreisverkehr an die B 466 angeschlossen werden. Vorbehaltlos hinter dieser Planung und damit auch dem Ratsbegehren steht die CSU. Denn diese Chance für Schlungenhof sollte unbedingt genutzt werden, machte Jürgen Brenner in seiner Haushaltsrede klar. Bei einer Ablehnung der jetzt vorliegenden Variante sieht Brenner die Gefahr, dass damit "der Ist-Zustand in Schlungenhof für die nächsten 20 bis 30 Jahre zementiert wird".

Gespannt auf den Ausgang des Bürgerbegehrens ist Angela Schmidt. Bedauert wurde von der Vorsitzenden der SPD-Fraktion, dass die Bürgerbeteiligung, die grundsätzlich zu begrüßen sei, nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe. Vielmehr sei die Stimmung dort so aufgeheizt, dass eine sachliche Auseinandersetzung zu diesem Thema fast nicht mehr möglich sei. Dabei stellt sich für Schmidt die Frage, ob es an der fehlenden Kommunikation zwischen den beiden Stadtteilen fehle oder ob beide Orte von Einzelnen "absichtlich auseinanderdividiert" worden seien.

Jetzt gebe es die Gelegenheit, Schlungenhof zu entlasten. Allerdings sind für Schmidt noch viele Fragen offen, nicht nur hinsichtlich der Trassenführung und der Anbindung an die B 466. Auch und vor allem was die Kosten und die Aufteilung zwischen Bund, Bahn, Landkreis und Stadt betrifft, "stochern wir offensichtlich noch im Nebel".

Entschieden gegen das Projekt, und zwar aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht, sind die Grünen. Allerdings sehen sie die Notwendigkeit für eine Entlastung der Schlungenhöfer. Hier setzt die Ökopartei laut ihrem Fraktionsvorsitzenden Peter Schnell auf sinnvolle Lärmschutzmaßnahmen und Verkehrsberuhigung auf der gesamten Ortsdurchfahrt.

Die vom Staatlichen Bauamt favorisierte Variante würde eine "mächtige", 25 Meter breite Schneise auf fünf Kilometer Länge in die Landschaft schlagen und "übermäßig viele Hektar" Fläche verbrauchen Dazu kämen noch drei Kreisverkehre, "überdimensionierte" Lärmschutzwände sowie eine Untertunnelung oder gar Überführung der Bahn in Richtung Laubenzedel. Weit mehr als fünf Hektar Fläche würden da asphaltiert, schätzt Peter Schnell. Das werde dem Ziel des neuen Bundesverkehrswegeplans, den zusätzlichen Flächenverbrauch zu begrenzen, nicht gerecht.

Bei der ganzen Diskussion werde zudem immer nur in Richtung Nord-Süd gedacht, dass hier aber auch eine "attraktive Ausweichroute" von der A 9 bei Greding über Gunzenhausen zur A 6 geschaffen werde, habe niemand auf dem Schirm.

Für die Freien Wähler ist "das Kind in den Brunnen gefallen". Die Bürger seien mit "Halbwahrheiten" dazu gebracht worden, ihre Unterschrift unter das Bürgerbegehren zu setzen, monierte Harald Romanowski. Das Bürgerbegehren werde den Bahnlärm weder für Schlungenhof noch für Laubenzedel merklich reduzieren.

Und der Lärm ist für die "Freien" ein ganz wichtiges Argument, denn Schlungenhof werde gleich von drei Seiten durch die B 13, die B 466 und die Bahn durch Lärm belastet, und zwar weit über die zulässigen Werte für reine Wohngebiete hinaus.

Neben dem Lärmfaktor werde von den Initiatoren des Bürgerbegehrens auch verschwiegen, dass die von ihnen favorisierte modifizierte Nullvariante rund 27 Millionen Euro kosten werde. Zudem kritisierte Romanowski, dass die Anregung der Freien Wähler, die Umgehung im Rahmen der Stadtratsklausur zu diskutieren, abgelehnt worden sei. Es sei auch weder auf die Auswirkungen der von der Bahn geplanten Schließung der Bahnübergänge zwischen Gunzenhausen und Laubenzedel eingegangen worden, noch scheine die Frage der Radwege eine Rolle zu spielen.

 

1 Kommentar