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Mittwoch, 23.10.2019

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In Aha hieß es: "Gib Gummi!"

Über 100 Teilnehmer fanden sich zum 44. Autoslalom ein - 06.06.2019 18:19 Uhr

Gekonnt schwang sich der rote Opel Kadett um die Pylonen durch den 980 Meter langen Slalom. Zwei Fahrer gingen mit dem Wagen in der Gruppe zwei an den Start. © Isabel-Marie Köppel


Auf dem Betriebsgelände der Firma Ernst in Aha ist es wieder Zeit für die nordbayerische Automobilslalom-Meisterschaft. Zum 44. Mal veranstaltet der Automobil-Club (AC) Gunzenhausen das Rennen. Die Autos sind in drei Gruppen aufgeteilt und innerhalb derer noch mal in Klassen, die sich nach dem Hubraum richten. In der ersten Gruppe fahren Serienfahrzeuge, an denen nichts groß verändert sein darf, weiß Mathias Ernst, Medienbeauftragter des AC Gunzenhausen. Bei der Gruppe zwei ist es genau andersherum: "Nur der Motorblock muss original sein." Formelfahrzeuge und Sporttourenwagen starten in der dritten Gruppe.

Peter Maurer sitzt mit seiner Familie unweit vom Start. Er kontrolliert, ob die Teilnehmer Fehler begehen und notiert dies. Fällt eine Pylone um, bekommt der Fahrer fünf Strafsekunden, lässt er gar eine ganze Aufgabe aus, sind es 15 Sekunden. Insgesamt absolvieren die Starter drei Durchgänge. Der erste dient zum Training und zählt noch nicht. Daraufhin folgen zwei Wertungsläufe, wovon der bessere gezählt wird.

Maurer fährt auch Rennen. Seit 23 Jahren ist er auf der Strecke und seit 1998 sogar mit dem selben VW Polo 1. "Acht Motoren hab ich schon gebraucht", sagt der Massenbacher. Er selbst fährt eigentlich für den Motor-Sport-Club (MSC) Jura. Da sein achtjähriger Sohn Max aber seit diesem Jahr Kart beim AC Gunzenhausen fährt, ist er hier auch Mitglied. "Ich hab die gleiche Startnummer wie der Papa!", ruft der Junge, grinst und streckt seine Brust weit nach vorne.

Dabei ist die Nachwuchsförderung in dem Bereich schwierig. "Wenn sich ein Fahranfänger ein Auto leisten kann, dann will er es hier vermutlich nicht zerschleißen", sagt Ernst. Allein der Motor für ein sogenanntes verbessertes Fahrzeug der Gruppe zwei kostet etwa zehn- bis 15 000 Euro. Zudem ist es ein zeitintensives Hobby. Im Mai waren die Maurers jedes Wochenende auf einer Rennstrecke, entweder beim Vater oder dem Sohn. "Es ist gut, wenn nichts kaputt geht", sagt Mutter Margit. Denn die Reparaturen kosten viel Zeit. "Die Teile zu kriegen, ist auch oft ein Problem. Es ist ja alles speziell, was wir brauchen", erklärt der Familienvater.

Sicherheit ist wichtig

Angst hat Margit Maurer nicht um ihre Männer. "Es ist auch nicht gefährlicher als Fußball", findet sie. "Und der Max fährt vernünftig und sauber", wendet Peter Maurer ein. Außerdem tragen alle einen Helm und die Sicherheitsmaßnahmen sind hoch. Schließlich müssen die Autos vor dem Rennen zur technischen Abnahme, wo Bremsen, Lenkung und vieles mehr überprüft werden. "Mit Schrott kann man nicht fahren", sagt Ernst.

Maurer wurde damals "von Freunden infiziert". Außerdem ist er gelernter Schlosser und bastelt schon immer an Autos herum. Die meisten sind Hobbyschrauber, weshalb auch überwiegend ältere Modelle zu sehen sind. Da könne man noch viel selber machen, bei neuen Autos sei das mit der Elektronik schwierig, weiß Ernst, der auch schon Rennen gefahren ist.980 Meter ist die Strecke hier in Aha. Der Schnellste war der Stopfenheimer Matthias Bittner mit einem Formelwagen. In 56,64 Sekunden legte er den Slalom zurück. Der Großteil der Teilnehmer kommt aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Insgesamt haben 102 Starter teilgenommen. "Das ist für den Slalom eines Landesverbands wirklich sehr gut", sagt Benjamin Funk, Mitorganisator des Rennens. Fahrzeuge sind es aber weniger, da bis zu drei Fahrer auf einem Auto starten können.

Acht Augen sehen mehr als zwei: Mutter Margit, Sohn Max, Vater Peter und Tochter Anna Maurer aus Massenbach kontrollierten jeden Durchgang ganz genau. © Isabel-Marie Köppel


Nach dem Slalom fand zudem noch eine Gleichmäßigkeitsprüfung statt, an der neun Starter teilnahmen. Hierbei geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, dass die Strecke mehrfach möglichst zur selben Zeit gefahren wird.

"Sind die alle heiß. Was die an Gummi verlieren", staunt Mathias Ernst, dem selbst ziemlich warm ist in der prallen Sonne. Familie Maurer sitzt neben ihm und beobachtet jede Szene genau. Erneut heult ein Motor auf und Dreck spritzt zur Seite. "Der hat ein Hütchen umgeworfen", schlägt Max Alarm.

Alle Ergebnisse gibt's auf der Homepage des AC Gunzenhausen.

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