„Nette Toilette“ auch in Gunzenhausen

15.2.2013, 15:15 Uhr
Dieses Schild kennzeichnet das Geschäft, in dem der Passant problemlos Zugang zur Toilette hat.

Dieses Schild kennzeichnet das Geschäft, in dem der Passant problemlos Zugang zur Toilette hat. © Werner Falk

Der Seniorenbeirat hat bereits im Vorfeld der Entscheidung des Wirtschaftsausschusses des Stadtrats die Akzeptanz unter den örtlichen Geschäften eruiert und ermittelt, dass 13 Geschäfte an der Aktion mitmachen wollen, die ihnen finanziell keinen Cent abfordert.

Vor zehn Jahren ist, so der städtische Wirtschaftsreferent Andreas Zuber, das Projekt in Aalen von einer privaten Agentur gestartet worden. Inzwischen machen an die 120 Städte mit. Sie zahlen eine Lizenzgebühr (im Fall von Gunzenhausen etwa 1300 Euro). Dafür können die beteiligten Gastwirtschaften und sonstigen Geschäfte eine Plakette ins Fenster stellen (Foto), die sie als besonders gastfreundlich ausweist. Fränkische Städte wie Schwabach oder Fürth haben sich schon länger angeschlossen.

Zuber („Das Logo kann für die Geschäfte ein Werbeeffekt sein") und Bürgermeister Joachim Federschmidt sind dem Seniorenbeirat dankbar, dass er die Geschäfte abgefragt hat. Demnach sind 13 bereit, die Plaketten ins Fenster zu stellen oder an ihren Fassaden anzubringen, andere sind von der Sache her nicht abgeneigt, möchten aber lieber nicht via Schild dafür werben, dass Passanten bei ihnen auf das WC gehen können.

Im Wirtschaftsausschuss wurde am Donnerstag das Thema grundsätzlich positiv aufgenommen. Gerd Rudolph (SPD) äußerte sich zustimmend und dankte dem Seniorenbeirat, denn: „Klinkenputzen ist ein mühseeliges Geschäft." Jeder vierte Gunzenhäuser sei zu den Senioren zu zählen. Das habe die Geschäftswelt wohl inzwischen erkannt und verhalte sich entsprechend positiv. Rudolph plädierte dafür, das Logo auch in den Stadtführer mit aufzunehmen, der über die gastronomischen Angebote informiert. So habe das Ganze auch einen Nutzen für die Touristen. Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch Fraktionskollege Alfred Pfeil („Die 2500 Euro müssen drin sein").

Wie Thomas Schülling vom Seniorenbeirat in der Sitzung erklärte, sei die Bereitschaft der Geschäftsleute groß. Viele möchten von Haus aus mitmachen, hätten aber wenig Platz für ihre Toiletten und wollten daher nicht offensiv werben. In der kurzen Debatte meldete Volker Sanwald (CSU) Bedenken an und meinte, die ganze Sache ließe sich auch ohne die Agentur in Eigenregie der Stadt machen. Somit könne die Lizenzgebühr gespart werden. Letztlich war aber auch er dafür, die Aktion zu starten, die der Stadt rund 2500 Euro kosten wird.

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