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Ratsbegehren zu Center Parcs im April: Was ist dran am Gerücht?

Weder der Termin noch die Modalitäten für die Abstimmung stehen fest - 28.01.2021 06:06 Uhr

Seit Monaten heiß umstritten: Ein Center Parcs-Feriendorf wie dieses in Leutkirch (Allgäu) soll auf dem ehemaligen Muna-Gelände bei Langlau am Brombachsee entstehen.

27.01.2021


Der inzwischen zu zweifelhafter Berühmtheit gekommene Schwarzstorch war sicher eines der bizarrsten Gerüchte, die sich um das heiß umkämpfte Muna-Gelände in Langlau ranken. Jetzt gibt es ein neues, das Gegner des Center Parcs-Projekts streuen: Heimlich, still und leise soll ein "ausgewählter Kreis" bereits einen Termin für ein Ratsbegehren festgeklopft haben. Natürlich, ohne die Bürger oder auch nur den kompletten Gemeinderat zu informieren.


Bürgerentscheid soll Klarheit zu Center Parcs bringen


Demnach sollen die Bürger der Gemeinde Pfofeld, zu der der unmittelbar betroffene Ort Langlau gehört, bereits am 18. April darüber abstimmen, ob sie die riesige Ferienanlage von Center Parcs (CP) – 600 bis 800 Ferienhäuser, mehrere hundert Millionen Investitionssumme – am Ufer des Brombachsees haben wollen. Oder eben nicht. Und die CP-Kritikerin fragt in einem Schreiben, das der Redaktion des Altmühl-Boten vorliegt: "Warum soll jetzt das Ratsbegehren so schnell vonstattengehen?"

Termin für Ratsbegehren steht noch nicht fest

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Zu Besuch in Leutkirch: So könnte ein Center Parc am Brombachsee aussehen

Der "Center Parcs Park Allgäu" wurde im Oktober 2018 eröffnet und umfasst 1000 Ferienhäuser verschiedener Ausstattung und Größe. Auf über 180 Hektar erstreckt sich das Feriendorf, das 350 Millionen Euro kostete. Wie das Areal bei Langlau handelt es sich um eine ehemalige Munitionsanstalt. Auch deshalb kann man ihn als Vorbild für eine Center Parcs-Anlage auf dem Muna-Gelände am Brombachsee sehen.


Eine Frage, die auch Pfofelds Bürgermeister Reinhold Huber nicht beantworten kann. Ganz einfach, weil die Mär vom feststehenden Termin nicht stimmt, wie er versichert: "Wir haben den Bürgern ein Ratsbegehren zugesagt, aber die Modalitäten dafür legt der Gemeinderat in Abstimmung mit der kommunalen Aufsicht fest." Und der habe darüber ganz einfach noch nicht entschieden. "Und solange er das nicht in öffentlicher Sitzung getan hat, ist nichts beschlossen", betont Huber. Der auf Nachfrage des Altmühl-Boten auch feststellt, dass es noch nicht einmal einen Sitzungstermin gebe, zu dem dieser Punkt auf der Tagesordnung stehe.

Und überhaupt: "Es gibt ja noch keinen Masterplan von Center Parcs – worüber sollen wir denn entscheiden?", fragt Huber rhetorisch. Der war vom Investor bereits für Ende 2020 angekündigt, wurde dann aber auf Februar dieses Jahres verschoben. Wegen der Corona-Pandemie glaubt Rathaus-Chef Huber allerdings daran noch nicht so recht: "Ich sehe den Februar derzeit nicht als realistisch an", sagt er, der Lockdown werde vermutlich zu Verzögerungen führen.

"Öffentliche Veranstaltung"

Erst wenn der gelockert werde, könnten die CP-Verantwortlichen nämlich wieder problemlos anreisen, und erst dann sei es auch möglich, den detailliert ausgearbeiteten Plan zu präsentieren, der vorher zudem noch einiger Abstimmungen mit der Gemeinde – etwa zu den Fragen Wasser und Abwasser – bedürfe. "Den Masterplan per Videokonferenz vorzulegen, das geht nicht", sagt Huber. Und fügt hinzu: "Für uns ist es sehr wichtig, das in einer öffentlichen Veranstaltung zu machen."


Umfrage zu Center Parcs startet: "Wir sind neutral und objektiv"


Angesprochen auf Anschuldigungen und Verdächtigungen, denen er in seiner Rolle als Bürgermeister seit Monaten ausgesetzt ist, sagt Huber, dass ihn die ausschließlich "über Bande" erreichten: "Bei einer direkten Ansprache, könnten die Kritiker ja auf Gegenwind meinerseits stoßen."

Und er betont noch einmal, dass er als Bürgermeister "eine andere Aufgabe habe, als den Leuten nach dem Mund zu reden". Er habe "Sachaufgaben zu klären", weshalb es für ihn nicht möglich sei, "von vornherein für oder gegen etwas zu sein. Ich muss auf die Belange aller Bürger eingehen".

Am Ende werde er "alles vorstellen, was wir herausgefunden haben, und die Bürger entscheiden, ob das ihren Ansprüchen genügt – oder eben nicht. Und wir richten uns danach".

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