Nur vereinzelt Spitzenzeiten

Tourismus: Zu wenig los am Altmühlsee

17.7.2021, 15:46 Uhr
Am Wochenende liegen sie dicht aneinander - unter der Woche sind dagegen wenige Gäste am See wie hier in Muhr zu finden.

Am Wochenende liegen sie dicht aneinander - unter der Woche sind dagegen wenige Gäste am See wie hier in Muhr zu finden. © e-nn-gun-20210708_103732-2.jpg, NN

Er rief in Erinnerung, dass es heuer sehr lange gedauert hat, bis erste Öffnungsschritte (26. Mai) erlaubt wurden. Und der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgrund hoher Inzidenzwerte erst etwas später die Angebote rund um den See wieder anbieten durfte. "Der erwartete Ansturm blieb aus", so sein Resümee gleich zu Beginn. Insgesamt sei es momentan witterungsbedingt im gesamten Seenland ruhig.

"Die Wohnmobilstellplätze sind gut ausgelastet, aber nicht so wie letztes Jahr, als deutlich mehr los war", führte er weiter aus. Es stelle sich heraus, dass es gerade unter der Woche sehr ruhig sei, auch am Brombachsee. Lediglich an Sonn- und Feiertagen sei viel los. "Deshalb ist es wichtig, immer neue Attraktionen zu schaffen, um im Gespräch zu bleiben", sagte Burmann. Kurz zuvor standen die schwimmenden Häuser, die am Walder Ufer geplant werden, auf der Tagesordnung.

Zwei große Probleme

Burmann stellte klar heraus, dass der Altmühlsee mit zwei Problempunkten zu kämpfen hat: die Gänse und die Wasserqualität. Diese sei vermutlich durch das kalte Frühjahr bisher "noch ganz gut" gewesen, doch nun sorgt stattdessen das Hochwasser für Blaualgenwachstum, weshalb wieder Badewarnungen ausgesprochen werden mussten.

"Von Overtourism sind wir weit entfernt, wie er letztes Jahr im Gespräch war", betonte der ZVA-Leiter. Es gebe Spitzenzeiten, das sei nicht zu bestreiten, aber insgesamt sei ein Rückgang zu verzeichnen. Karl-Heinz Fitz, Vorsitzender des ZVA, bestätigte, dass die Gegend mehrere Millionen Euro Einbußen verzeichne.

Hans-Dieter Niederprüm, Geschäftsführer des Tourismusverbands Fränkisches Seenland, wies darauf hin, dass keine Messen stattfanden und es keine Werbeaktionen gab. Hinzu kämen die mäßigen Wetterbedingungen - "der Sommer ziert sich - und die Öffnung der Grenzen: "Die Leute fahren wieder in die Berge, nach Österreich und Italien." Ihn wundere es, wie gut die Pächter rund um den See bisher aus dem Lockdown herausgekommen seien.

Übernachtungstourismus mehr stärken, Tagestourismus mehr lenken

Der Übernachtungstourismus müsse gestärkt werden und der Tagestourismus mehr gelenkt, damit die Belastung für Einwohner an den Wochenenden abnehme. Auf diesen beiden Punkten müsse der Fokus liegen. Den Weg zum oft geforderten sanften Tourismus (Burmann: "Was auch immer das ist") einzuschlagen, davon halten die Verantwortlichen wenig, wie auch bei dieser Zusammenkunft wieder klar wurde.
Keinen "konkreten Handlungsbedarf", stellte das Gremium hingegen beim Thema Müll fest.

Anders als beim Zweckverband Brombachsee (ZVB), wo sich die Müllmenge in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht hat, lässt sich im Bereich des Altmühlsees kein überdurchschnittlicher Anstieg feststellen, informierte Burmann. Lediglich im vergangenen Jahr sei es etwas gestiegen - so wie die Gebühren über die Jahre.

Selbst das sei ein Hinweis auf den stagnierenden Tourismus: "Uns fehlen die Badegäste." Am Altmühlsee seien dagegen mehr Spaziergänger und Radfahrer zu finden, die weniger Müll hinterließen als Badegäste mit ihren Utensilien, die teils unbenutzt im Abfall landen. Das Gremium einigte sich darauf, die Situation zu beobachten und Aufklärungsarbeit leisten zu wollen. Denn Müll zu vermeiden, daran ist der ZVA schon interessiert, machte Burmann klar.

Schwieriges Ziel: Einheitliches Pfandsystem

Mit Blick auf das Maßnahmenbündel, mit dem Abfall am Brombachsee künftig vermieden werden soll, sprach sich Burmann auch für ein einheitliches Pfandsystem für die Gastronomie im Fränkischen Seenland aus. Dies bezeichnete Landrat Manuel Westphal als ein "heeres Ziel". Dieter Niederprüm berichtete, dass die Bereitschaft da ist, aber die Gespräche "teils ernüchternd" waren. Dennoch möchte man dieses Ziel langfristig verfolgen.

Ebenfalls um mehr "Einheitlichkeit und gegenseitige Anerkennung von Parkscheinen" bemüht, segnete der ZVA die angepasste Satzung zu den Parkplätzen ab. Damit sind unter anderem die Gebühren nun an die des ZVB angeglichen. Zudem ist in der Satzung jetzt festgehalten, wie die Flächen benutzt werden dürfen. Grillen und zelten ist untersagt, ebenso wie das Aufstellen von Tischen und Bänken oder das Rauchen einer Shisha - um ein paar Beispiele zu nennen. Der Beschluss wurde einstimmig angenommen.

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