Stadtgeschehen in den Ortsteilen

Wettelsheim: "Kirchweih noch nicht abgesagt!"

20.8.2021, 05:50 Uhr
Das Freiwerden von drei bis vier innerörtlichen Bauplätzen stellte Bürgermeisterin Kristina Becker in Wettelsheim in Aussicht.

Das Freiwerden von drei bis vier innerörtlichen Bauplätzen stellte Bürgermeisterin Kristina Becker in Wettelsheim in Aussicht. © Foto: Jürgen Leykamm

„Aus dieser Planwirtschaft müssen wir raus“: Ortssprecher Matthias Strauß fand bezüglich der Grabenpflege deutliche Worte.

„Aus dieser Planwirtschaft müssen wir raus“: Ortssprecher Matthias Strauß fand bezüglich der Grabenpflege deutliche Worte. © Foto: Jürgen Leykamm

Auch wenn die Zahlen mittlerweile wieder nach oben klettern. "Unsere Kirchweih ist noch nicht abgesagt", konnte bei der Bürgerversammlung im größten Treuchtlinger Gemeindeteil Ortssprecher Matthias Strauß verkünden. Rund 80 Besucher fanden sich im Pausenhof der Grundschule zu der Veranstaltung ein.Der entsprechende Schausteller sei immer noch reserviert, betonte Strauß weiter. Ebenso kündigte er einen neuen kostenlosen Dorfkalender an – finanziert von den Einnahmen aus dem Dorffest.

Brückenbefahrbarkeit wieder herstellen

Seitens der Teilnehmer kreisten viele Fragen um den Zustand der Wege und Brücken. Deren Sperrungen in zwei Fällen führten hier unter anderem dazu, dass er mit seinen Landmaschinen Umwege über Gstadt fahren müsse, beklagte etwa ein Landwirt. Entsprechende Gutachten hätten aufgrund attestierter Einsturzgefahr aber keine andere Wahl gelassen, erwiderte der Treuchtlinger Bauamtschef Jürgen Herbst. Man sei aber bemüht, bei Gstadt eine Wendemöglichkeit zu schaffen. Ebenso darum, die Brückenbefahrbarkeit wieder herzustellen. "Das hat Priorität", wie Bürgermeisterin Kristina Becker betonte.


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Auch bezüglich des Kernwegenetzes gab es Nachfragen. "Da sind wir in der letzten Förderperiode nicht so zum Zuge gekommen," räumte daraufhin die Rathauschefin ein. Für den kommenden Förderzeitraum aber solle sich das ändern: "Jetzt sind wir dran!" Was aber auch nicht bedeuten könne, das nun jeder kleine Feldweg in einen Topzustand gebracht werde. Das sei bei einem Stadtgebiet von über 100 Quadratkilometern nicht zu bewerkstelligen. Zudem werde demnächst ein runder Tisch mit den Nutzern der Wege initiiert, um das Problem gemeinsam zu erörtern und Lösungen zu finden.

Ein größer werdendes Straßenloch nahe der Firma Sanipa oder nicht ausgeräumte Gräben – all dies kam bei der Bürgerversammlung zur Sprache. Und all dies habe er dem Bauhof auch schon des Öfteren angezeigt, wie Strauß betonte. Hier sei er aber mit dem Verweis auf turnusgemäße Abarbeitung vertröstet worden. Hier müsse aber auch die Überschwemmungsgefahr in Betracht gezogen werden, forderte der Ortssprecher. "Wenn Gräben zu sind, dann sind sie auch fällig – selbst wenn das Putzen außerhalb des Turnus nötig ist. Aus dieser Planwirtschaft müssen wir raus", machte Strauß deutlich.

Kein Widerspruch dazu gab es von der Bürgermeisterin, nur die Bitte an den Stadtrat, "das dann auch zu genehmigen." Hier müssten eben Prioritäten gesetzt werden. Dabei solle aber die Sicherheit eine große Rolle spielen, ließ Strauß durchblicken und verwies auf eine mit Abbruchsteinen von bis zu zehn Zentimetern Durchmessern verfüllte Straße, die damit für Radfahrer eine große Gefahr darstelle. Wenig tragbar sei auch der Zustand des Wegs am Friedhof – mit Löchern, die so tief seien, dass durchfahrende Autos das Wasser über die Friedhofsmauer spritzen ließen, wie ein Teilnehmer monierte. "Da haben wir einen Dauerauftrag", formulierte Strauß spitz – die Löcher würden immer wieder verfüllt, träten aber dann immer wieder neu zutage.

Hochwasser: Problem bei Stadtrat und Verwaltung angekommen

Auch die Sorge in Bezug auf Hochwasserereignisse treibt die Bürger des Rohrachdorfes um. "Wir werden nicht alles abfangen können", musste darauf Becker ganz lapidar bekennen. Es sei allerdings schon eine Überschwemmungssimulation angedacht. "Das Problem ist beim Stadtrat angekommen", so die Bürgermeisterin. "Und auch beim Bauamt", wie Herbst anfügte.


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Schwierig gestalte sich die Ausweisung neuer Baugebiete, räumte die Rathauschefin auf Nachfrage ein. Denn: "In Wettelsheim gehört uns nicht viel." Nichtsdestotrotz sei ein Baugebiet bereits in Planung. Um überhaupt ausweisen zu können, sei man um Tauschflächen bemüht. Derzeit gebe es die Aussicht auf innerörtliche Grundstücke, so dass hier "drei bis vier Bauplätze frei werden", stellte Becker in Aussicht. Es rege sich aber eine starke Nachfrage aus den Ballungsräumen. Man wolle jedoch, dass die Einheimischen zum Zuge kommen. Hier brauche es aber ein rechtssicheres Verfahren.

In einem bereits bestehenden Baugebiet bereitet indes die noch nicht vollendete Ausstattung mit Straßenlampen Ungemach. Hier werde aber "in den nächsten Wochen" Abhilfe geschaffen. Die Verzögerung liege auch an "streitbaren Wettelsheimer Stadtratsmitgliedern", bekannte Strauß, die im Gremium so manche Änderung bezüglich der Beleuchtungsplanung nicht akzeptierten. Nun aber sei ein guter Kompromiss gefunden worden.

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